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Monika Krah mit den drei kleinen Mädchen der Familie Manukyan: Adriana (auf dem Schoß sitzend), Selena und Lyusi Foto: Sebastian Mannert

Eingewöhnen erleichtern

am 02.08.2019

Monika Krah ist Ehrenamtskoordinatorin in der Flüchtlingshilfe

HOSENFELD/FULDA (was). Zu den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern der ersten Stunde zählt Monika Krah aus Blankenau. Als im Januar vor drei Jahren die Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Altenheim St. Elisabeth in Betrieb genommen wurde, bot die 61-jährige Hausfrau den geflüchteten Familien Unterstützung an. Als Tochter von heimatvertriebenen Eltern aus dem Sudentenland konnte sich die gebürtige Neuhoferin in Menschen einfühlen, die fremd in Blankenau waren.

Monika Krah ist als eine von elf Ehrenamtskoordinatoren des Treffpunkts Aktiv im Landkreis Fulda, die sich vor Ort um den Einsatz von ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern kümmern. Das Spektrum der Servicestelle des Landkreises für ehrenamtlich Aktive hat sich seit einiger Zeit auf die Flüchtlingshilfe ausgeweitet. In diesem Bereich engagieren sich die meisten der rund 250 ehrenamtlich tätigen Personen. Sie leisten Hilfestellung bei der Bewältigung von Alltagsproblemen der Geflüchteten und sollen diesen das Eingewöhnen erleichtern. Im Rahmen des Landesprogramms WIR hat der Treffpunkt Aktiv 60 Integrationslotsen ausgebildet, von denen 45 im Einsatz sind.
Laut Sabine Fischer vom Treffpunkt Aktiv sind ehrenamtliche Flüchtlingshelfer „Brückenbauer“, die zwischen den mitunter sehr verschiedenen Kulturen vermitteln und Kontakte ermöglichen sollen, indem zum Beispiel Begegnungstreffs organisiert und Patenschaften übernommen werden. Allen Flüchtlingshelfern möchte die Diplom-Sozialpädagogin für ihr  menschliches Engagement danken. Ein gutes Beispiel sei Monika Krah, die als Ansprechpartnerin für die Flüchtlingshilfe im Bereich Hosenfeld fungiere und gemeinsam mit Jutta Schwarz und Regina Vogel nachweisliche Erfolge bei den Integrationsbemühungen erzielt habe.
Das Spektrum der Aktivitäten umfasst die Organisation von Fahrdiensten und die Schaffung von Begegnungsmöglichkeiten zwischen Einheimischen und Flüchtlingen ebenso wie die Begleitung bei Behördengängen oder die Mithilfe bei der Erledigung des Schriftverkehrs. Auch wurden Deutschkurse initiiert. In jüngster Zeit hat sich das Schwergewicht der Tätigkeit darauf konzentriert, Flüchtlinge mit einer Bleibeperspektive in private Wohnungen zu vermitteln. Zudem bemüht man sich, bei der Suche nach Arbeitsgelegenheiten oder Praktika zu helfen, aus denen sich Ausbildungs- beziehungsweise Arbeitsplätze ergeben können.
Dank der Unterstützung von Monika Krah haben Narek Manukyan, seine Frau und ihre drei Kinder eine Mietwohnung im benachbarten Hainzell gefunden. Die Familie stammt ursprünglich aus Armenien und lebte bis vor drei Monaten in der Blankenauer Gemeinschaftsunterkunft. Bislang zeigt sich, dass die junge Familie nicht nur bei denVermietern, sondern auch in der Nachbarschaft gut ankommt. Der 29-jährige Familienvater spricht inzwischen sehr gut Deutsch und absolviert eine Ausbildung zum Fahrzeuglackierer. Narek bezeichnet die Ehrenamtskoordinatorin und ihren Mann als „Freunde“, denen er nie vergessen werde, was sie für ihn und seine Familie getan hätten.
Hilfe bei Alltagsfragen
Einer fünfköpfigen Familie aus dem Irak hat Monika Krah, die sich eine größere Bereitschaft wünschen würde, auch an Flüchtlinge zu vermieten, bereits vor zwei Jahren zu einem neuen Zuhause in Neuhof verholfen. Der Familienvater macht derzeit eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer und beginnt inzwischen das zweite Ausbildungsjahr. Ebenso wie bei der armenischen Familie besteht auch hier eine Patenschaft. Trotz des Umzugs aus der Gemeinschaftsunterkunft blieb der Kontakt erhalten, es finden regelmäßige Besuche statt, und die Familie Krah steht weiterhin mit Rat und Tat bei Alltagsfragen zur Seite.
Die Ehrenamtskoordinatorin bezeichnet es als „persönliche Bereicherung“, Menschen zu helfen, die es aufgrund von Sprache und Herkunft schwerer hätten, sich in einer für sie zunächst fremden Umgebung zu orientieren. Vom Treffpunkt Aktiv fühlt sich Monika Krah dabei durch Beratung und Hilfestellung in Einzelfragen sowie im Rahmen von Fachtagungen und Gesprächskreisen gut unterstützt. Auch wenn es nach wie vor gewisse Vorbehalte gegen eine Vermietung von Wohnungen an Flüchtlinge gebe, könne sie zumindest für Blankenau sagen, dass diese Personengruppe von der Bevölkerung inzwischen weitgehend akzeptiert werde.