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Dr. Ruben Gödecke vom Pflanzenschutzdienst Hessen erläuterte die Biologie des Sclerotinia-Pilzes, wodurch zum Zeitpunkt der Rapsblüte der Wasser- und Nährstofftransport zu den Schoten unterbunden wird, wodurch diese vorzeitig reifen und kaum Körner bilden. Foto: Werner Oertl

Imker und Landwirte im Dialog

am 31.05.2019

Qualitativ hochwertiger Honig durch Rapsanbau / Infoveranstaltung auf Hof in Niederbieber

HOFBIEBER (oer/was). Bereits zum dritten Mal hatten der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), der Pflanzenschutzdienst Hessen beim Regierungspräsidium Gießen und der Fachdienst Landwirtschaft des Landkreises Fulda zu einer Informationsveranstaltung über das Thema Bienenschutz eingeladen. Über fünfzig Landwirte und Imker aus dem gesamten Landkreis fanden sich auf dem Betrieb der Familie Birkenbach in Niederbieber ein. Im Fokus stand die wichtige Trachtpflanze Raps und insbesondere die Blütenbehandlung.

Raps ist bei Imkern besonders beliebt, da die Bienen daraus einen qualitativ hochwertigen Honig herstellen. In der Landwirtschaft wird aus den Körnern Öl und Viehfutter gewonnen. Auch stelle Raps in getreidebetonten Fruchtfolgen eine Abwechslung für Boden und Lebewesen dar, betonte Karl-Heinrich Claus, Pflanzenbauberater beim LLH, der die Feldbegehung moderierte. In der Vergangenheit wurde auf rund einem Viertel der Ackerfläche im Landkreis Raps angebaut. Das ist in diesem Jahr nicht der Fall, da es zur Saatzeit im Spätsommer zu trocken war. Die geringe Anbaufläche habe einen Einfluss auf die Imkerei, da Raps vielerorts Garant für eine ergiebige Honigernte im Frühjahr sei, so Manfred Ritz, Vorsitzender des Landesverbands Hessischer Imker.
Dass der Raps für die Landwirte durchaus eine Problemkultur sei, verdeutlichte Dr. Ruben Gödecke vom Pflanzenschutzdienst Hessen. Neben den Bienen wirke die Rapspflanze auch auf andere Insekten, die es nicht nur gut ihr meinten, sehr anziehend. Werde nichts gegen die Schädlinge unternommen, seien hohe Ertragseinbußen bis hin zum Totalausfall vorprogrammiert. Aber auch Pilzerkrankungen machten vor dem Raps nicht halt. Welche rechtlichen Vorgaben zu beachten sind, erläuterte Werner Oertl vom Fachdienst Landwirtschaft. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird bei den jährlichen Pflanzenschutz-Kontrollen durch den Landkreis  überprüft.
Der gastgebende Betriebsleiter Valentin Birkenbach düngt seine Rapsbestände zu Beginn des Wachstums mit Schweinegülle. Die Pflanzen seien dadurch gut mit Nährstoffen versorgt, und Mineraldünger könne eingespart werden. Auch habe die aufgebrachte Gülle scheinbar eine abschreckende Wirkung auf Schadinsekten. Dass sich Rücksichtnahme und gute Abstimmung mit den Imkern auch für den Landwirt bezahlt mache, betonte Manfred Ritz. Durch die Bestäubung mit Honigbienen steige der Rapsertrag um bis zu 20 Prozent. Dies sei auch für den Verbraucher von Vorteil, da er beide Produkte, Rapsöl und Honig, in bester Qualität aus der Region erhalte.