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Warnen vor den Gefahren durch Kohlenmonoxid und werben für die Prävention (von links): Adrian Vogler mit einem Kohlenmonoxid-Warnmelder, Frank Reith mit einem Clip, der den Sauerstoffgehalt des Bluts misst, und Dr. Carsten Dittmann mit einem Warngerät für die Einsatzkleidung. Foto: Landkreis

Die unsichtbare Gefahr

am 25.02.2019

Aktionswoche zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen

FULDA (lr). Popcorn vom Holzkohlegrill – und das im Wohnzimmer: Diese Schnapsidee hätte drei Männern in Fulda Anfang der Woche fast das Leben gekostet. Jedes Jahr werden laut dem „Ärzteblatt“ in Deutschland 3.900 Menschen wegen Kohlenmonoxid-Vergiftung in Krankenhäuser eingewiesen – vor allem in der kalten Jahreszeit.

Auslöser sind seltener gefährliche Grillevents in der Wohnung, sondern eher technische Defekte oder mangelnde Wartung von Gasthermen, Ölheizungen oder Kaminöfen. „Immer häufiger sind wir in Shisha-Bars im Einsatz“, sagt Dr. Thomas Plappert, stellvertretender Ärztlicher Leiter Rettungsdienst beim Landkreis Fulda. 
Kohlenmonoxid ist heimtückisch, darauf hat in dieser Woche eine neugegründete Initiative mit einer bundesweiten Aktionswoche hingewiesen. CO, das bei unvollständiger Verbrennung entsteht, ist eine tödliche Gefahr: Man schmeckt es nicht, riecht und sieht es nicht, und es reizt nicht zum Husten. Doch wer hohen Konzentrationen des Atemgiftes ausgesetzt ist, verliert sehr schnell das Bewusstsein – und wacht, wenn nicht umgehend Hilfe zur Stelle ist, nicht  mehr auf. „Beim Einatmen von Kohlenmonoxid bindet es sich an das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen und verdrängt dabei den lebenswichtigen Sauerstoff. Die Organe werden nicht mehr ausreichend versorgt, zuerst ist das Gehirn betroffen“, erklärt Thomas Plappert.
„Aber auch geringere CO-Konzentrationen in der Raumluft, denen ein Mensch über einen längeren Zeitraum ausgesetzt ist, können zu Vergiftungen führen, die das Gehirn durch den Sauerstoffverlust dauerhaft schädigen“, sagt Dr. Carsten Dittmann, ebenfalls stellvertretender Leiter Ärztlicher Rettungsdienst beim Kreis. Da Kohlenmonoxid mühelos durch Wände und Böden dringt, kann zum Beispiel ein defekter Kaminofen im Wohnzimmer auch zu CO-Belastungen in angrenzenden Räumen oder anderen Stockwerken führen – und damit zu Vergiftungen. Weil in solchen Fällen die Symptome eher unspezifisch sind – Schwindel, Schläfrigkeit, Übelkeit –, rät Carsten Dittmann dazu, öfter auftretende Beschwerden auf einen Zusammenhang etwa mit dem Betrieb eines Kaminofens zu überprüfen.
„Das A und O wirksamer Präventionsmaßnahmen sind regelmäßige Wartungen der Heizungen, Gas-thermen und Kaminöfen sowie die Reinigung der Schornsteine“, sagt Frank Reith, Fachdienstleiter Gefahrenabwehr beim Landkreis. Und er wirbt für den Einsatz von Kohlenmonoxid-Warngeräten: „Sie sind nicht teuer, einfach zu installieren und können Leben retten. Wenn der Melder anschlägt, sollte man schnell das Haus verlassen und von außerhalb den Notruf 112 wählen.“
Auf sich aufpassen müssen auch die Retter selbst, denn nicht jeder CO-Einsatz ist sofort als solcher zu erkennen. „Wichtig und hilfreich ist es, dass die Leitstelle einen Notruf entsprechend hinterfragt und die Feuerwehr beziehungsweise den Rettungsdienst über eine Vermutung auf Kohlenmonoxid informiert werden“, sagt Kreisbrandinspektor Adrian Vogler und ergänzt: „Höchste Priorität hat zu Beginn die Menschenrettung. Danach werden Messungen unter Atemschutz vorgenommen und Lüftungsmaßnahmen eingeleitet. CO-Melder an der Einsatzkleidung der meist ehrenamtlichen Einsatzkräfte sind mittlerweile fast obligatorisch.“ Denn es sei immer wichtiger, dass auch für die Retter alle Möglichkeiten für Eigenschutz und Sicherheit an Einsatzstellen ausgeschöpft werden. „Die CO-Warner an der Kleidung sorgen dafür, dass unsere Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr nicht zu Patienten werden“, ergänzen die Ärzte. 

Hintergrund

Die neugegründete Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen möchte unter dem Slogan CO macht K.O. mit ihrer ersten bundesweiten Aktionswoche für die Gefahr durch das farb-, geruch- und geschmacklose Gas sensibilisieren und die Zahl der CO-Vergiftungen senken. Zu den Mitgliedern der Initiative zählen unter anderen der Deutsche Feuerwehrverband und der Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst.
Auf der Homepage gibt es jede Menge Hinweise über Symptome einer Vergiftung, Verhaltenstipps im Notfall und Infos zur Prävention durch CO-Warnmelder, die bereits geringe Mengen Kohlenmonoxid in der Umgebungsluft erkennen und Alarm schlagen. Zu finden sind die Infos online unter www.co-macht-ko.de und auf Facebook unter „CO-macht-KO“.