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Plastiktüten und -verpackungen, Gläser, Konservendosen und andere Abfälle hat der Fachdienst Abfallwirtschaft bei Kontrollen in den Biotonnen des Landkreises gefunden. Solche Tonnen werden künftig nicht mehr geleert. Fotos: Knettenbrech + Gardulic Entsorgung GmbH

Biotonnen werden bei schlechter Mülltrennung nicht mehr geleert

am 18.01.2019

Weitere Kontrollen der Tonnen / Kompostierbare Plastiktüten nicht in den Biomüll

FULDA (lai). Die Biotonnen im Landkreis Fulda werden weiterhin kontrolliert. Weder Plastiktüten noch Verpackungen gehören in die Tonne. „Unsauber getrennte Biotonnen bleiben künftig stehen und werden nicht geleert“, informiert Claus Blachnik vom Fachdienst Abfallwirtschaft die Bürger.

Sie sind kaum einen Zentimeter groß und können einen eigentlich für die Weiterverwertung fertigen Kompost unbrauchbar machen. Die Rede ist von Plastikteilen, die durch eine unsaubere Mülltrennung in der Biotonne nur schlecht aussortiert werden können und am Ende der Kompostierung noch immer vorhanden sind. Der Fachdienst Abfallwirtschaft hat deshalb mit Kontrollen der Biotonnen auf die Problematik reagiert und ist dabei in großen Teilen auf Verständnis aber auch auf Unwissen gestoßen.
„Nach unseren letzten Kontrollen haben wir häufig gehört, dass einige Bürger beispielsweise nicht wussten, dass kompostierbare Plastiktüten gar nicht in die Biotonne gehören“, sagt Claus Blachnik und erklärt, dass solche Tüten Probleme bei der Vorsortierung verursachen.

Probleme mit kompostierbaren Plastiktüten


Bis zur Anlieferung in der Verwertungsanlage seien diese kompostierbaren Plastiktüten noch nicht abgebaut und können daher bei der Sichtung auf Störstoffe nicht von anderen Plastiktüten unterschieden  werden. „Deshalb müssen sie – genau wie alle anderen Plastiktüten – aussortiert werden“, fügt Blachnik an.
Das Aussortieren ist aufwändig und teuer. „Durch die Vermischung der Verpackungen und Tüten mit den Bioabfällen ist eine saubere, komplette Trennung häufig gar nicht möglich.“ So wird zum einen ein großer Teil organischer Abfälle mit den Plastiktüten und Fremdstoffen aussortiert, die in Verbrennungsanlagen teuer entsorgt werden müssen. Diese organischen Stoffe gehen schließlich für die Energie- und Kompost-erzeugung verloren. Zum anderen bleiben kleine Plastik- und Fremdteile im gesamten Prozess erhalten, was dazu führen kann, dass der am Ende entstehende Kompost nicht genutzt werden kann und damit unbrauchbar ist.
Aus den rund 30.000 Tonnen Abfällen aus der Biotonne, Grünabfällen  und organischen Gewerbeabfällen entsteht bei dem Prozess der Vergärung in der Biogasanlage am Finkenberg in Kleinlüder Biogas. Durch ein anschließendes Verfahren wird das Biogas zu Bio-Erdgas veredelt. So entstehen jährlich rund 24 Millionen Kilowattstunden Bio-Erdgas, die in das Erdgasnetz der RhönEnergie Osthessen eingespeist werden. Rechnerisch entspricht diese Menge etwa dem Verbrauch von rund 2.400 Vier-Personen-Haushalten. 
Da durch Plastiktüten und andere Fremdstoffe eine Vielzahl an Bioabfällen und damit schließlich Energie in Form von Erdgas verloren geht, weist Claus Blachnik darauf hin, dass die Biotonnen im Landkreis Fulda weiterhin kontrolliert werden. „Wenn wir Plastikabfälle und andere Fremdstoffe in der Biotonne finden, werden die Tonnen nicht mehr geleert und bleiben stehen“, betont er.

Info

Packen Sie kompostierbare Küchenabfälle bitte nicht in Plastiktüten ein, bevor Sie diese in die Biotonne geben. Plastiktüten gefährden die weitere Behandlung der Bioabfälle. Wickeln Sie nasse Bioabfälle stattdessen lieber in Zeitungspapier ein. Packen Sie noch verpackte Bioabfälle aus und entsorgen die Verpackungen getrennt.