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Von außen ist die aufwendige Sanierung im Schulinneren kaum zu sehen. Spätestens in drei Jahren verfügen alle Klassen über ihre eigene Etage im Cluster-Format. Foto: S. Krauß

Miteinander zu lernen, ist hier Programm

am 02.01.2019

Gelebtes Inklusionsprinzip, moderne Unterrichtsformen und kooperierender Schulverbund

GERSFELD (skr). Man hätte die Rhönschule kaum besser in die namensgebende Landschaft am Fuße der Wasserkuppe einpassen können: Rundum viel Grün, weite Sicht und frische Luft sind klare Vorzüge, von denen sich seinerzeit auch die Planer des 1952 eingeweihten Schulgebäudes leiten ließen. Auch Struktur, Organisation, Lehr- und Lernkonzept zeugen von Weitsicht und Qualität.

Das Schulmotto „miteinander leben, miteinander lernen“ impliziert, was Schulleiter und Lehrer Marco Schumacher eine Besonderheit seiner Rhönschule nennt: Zusammen mit der Otto-Lilienthal-Grundschule und der Anne-Frank-Förderschule – beide in direkter Nachbarschaft – wurde ein Schulzentrum geschaffen, von dem letztlich alle profitieren.
Flaggschiff im Verbund ist wohl die kooperative Gesamtschule mit Haupt-, Real- und Gymnasialstufe. Aus der 5. und 6. Klasse wurde eine Förderstufe: Innerhalb von zwei Schuljahren können individuelle Lernfähigkeit und Leistungsvermögen gestärkt, besondere Interessen und Neigungen kultiviert und die Kinder auf kommende Ansprüche, Arbeitsweisen und Angebote vorbereitet werden. Dadurch steht die Entscheidung über den weiteren Bildungsgang ab Klasse 7 auf einem verlässlicheren Fundament, und der Wechsel in den Gymnasialzweig ist auch noch nach Klasse 6 möglich.
Getreu dem Motto der Schulen gibt es Kooperationsklassen mit Unterricht von Lehrerinnen und Lehrern der Regel- und der Förderschule und in denen auf die Trennung zwischen Haupt-, Regel- und Förderschülern verzichtet wird. Für dieses „gelebte Inklusionsprinzip“ spricht, dass heterogene Gruppen mit viel komplexeren sozialen Situationen konfrontiert werden und somit auch reichhaltigere Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten haben.
Die gemeinsame Trägerschaft des Landkreises bringt Synergieeffekte für die drei Schulen: Arbeitsgemeinschaften, Lehrerfortbildungen, Schulspeisung und vieles andere können problemlos im Verbund geregelt werden.
Weitgehend unproblematisch geht auch die derzeit laufende Umgestaltung des Inneren der Schule vor sich. Schumacher spricht von großem Glück, „dass wir Lehrer beim Schulbau mitplanen durften“. Verantwortliche aus dem Landkreis, Architekten und Pädagogen saßen an einem Tisch und berieten gemeinsam. Entschieden hat man sich für das Cluster-System: mehrere Unterrichts- sowie weitere Räume und die zugehörigen Erschließungsflächen als multifunktionale gemeinsame Mitte werden zur Einheit zusammengefasst.
Dem Schulleiter ist die Freude über das „Pilotprojekt“ anzumerken. „Einfach bewegend“ soll es umgesetzt werden: Anstelle des starren Frontalunterrichts im Klassenraum ist Flexibilität zwischen verschiedenen Bereichen möglich. Kinder können differenziert arbeiten, es gibt Sitzecken, Tischchen und Liegen und sogenannte Hokkies, ergodynamische Hocker, die besonders geeignet sind für hyperaktive Kinder.
„Das alles hat sich sehr positiv ausgewirkt. Wir haben damit das Lernumfeld verbessert und mehr Ruhe hineingebracht“, resümiert Schumacher. Für Ordnung und Sauberkeit sind die Schüler selbst verantwortlich, was ausgesprochen gut funktioniert. Wenn in drei Jahren alle Umbauten abgeschlossen sind, wird ein jedes Cluster die Schüler einer Klassenstufe beherbergen. Geplant sind zudem eine Cafeteria im Foyer, die zur Aula umfunktioniert werden kann und eine Technikbühne für Aufführungen.
Wer Lust hat, kann an drei Wochentagen jeweils bis 15.30 Uhr diverse Nachmittagsangeboten nutzen, zirka 75 Prozent tun dies schon jetzt. Die etwa 530 Schülerinnen und Schüler der Rhönschule, die von rund 50 Pädagogen unterrichtet und betreut werden, kommen aus dem Einzugsgebiet Gersfeld, Ebersburg und Poppenhausen – sowie aus dem nahen Bayern.