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Isolde Wiegand ist mit Recht stolz auf die Ehrung für ihr Engagement. Foto: W. Möller

Mit Sport wieder gesund werden

am 19.12.2018

Isolde Wiegand mit Landkreis-Sportplakette ausgezeichnet / Langjährige Übungsleiterin

EITERFELD (wim/was). Wenn man Isolde Wiegand, geborene Lohse, aus dem Eiterfelder Ortsteil Arzell mit drei Begriffen umschreiben wollte, so könnten diese „sportbegeistert“, „mutig“ und „lässt den Kopf nicht hängen“ lauten. Am 23. November wurde die 55-Jährige bei der Sportlerehrung des Landkreises Fulda in der Kreissporthalle Flieden mit der Sportplakette des Landkreises für ihr ehrenamtliches Engagement im Sport ausgezeichnet.

Dass sich Isolde Wiegand darüber sehr gefreut hat, wird mit Blick auf ihre jüngere Lebensgeschichte besonders verständlich. Im März 2013 hatte sie einen Schlaganfall mit Lähmung der rechten Hand und einem Totalausfall der Sprache und des Zahlengedächtnisses erlitten. Sie kam in die Reha nach Bad Wildungen und wegen der Sprachprobleme in eine zweite Reha nach Winnenden. Isolde Wiegand aber ließ den Kopf nicht hängen, machte in der Reha das Sportabzeichen und zeigte, dass sportliche Betätigung wichtig für die Gesundung ist, wenn körperliche Funktionen eingeschränkt sind. Und ganz selbstverständlich leitete sie ihre Sportgruppen montags (Männer in Großentaft/Frauen in Arzell), dienstags (Frauen in Leimbach) und mittwochs (Frauen in Großentaft) weiter – wie schon seit über dreißig Jahren. Nur die Kurse der Volkshochschule hat sie aufgegeben.
Isolde Wiegand verfügt über eine Übungsleiterlizenz des Landessportbunds, ist zudem noch bei der DLRG Eiterfeld im Einsatz, unterstützt dort ihre Söhne, wenn diese durch Berufstätigkeit verhindert sind, und übernimmt Fahrdienste. Ihr hätten ihre Gruppen nach der Erkrankung viel geholfen, betont sie im Gespräch. Sie sei „wie ein Stehaufmännchen“ und habe sich nicht geschämt, auch „Kauderwelsch“ zu reden. Die Frauen und Männer zwischen 35 und mehr als 70 Jahren hätten großes Verständnis bewiesen, und so seien mit der Zeit die Worte und Sätze wiedergekommen und auch die Zahlenbilder neu entstanden. Dafür verspüre sie eine große Dankbarkeit.
Isolde Wiegand hat in früher Kindheit mit Schwimmen begonnen, und weil sie Wasser so liebte, wurde sie Mitglied in der DLRG Eiterfeld und ist es heute noch, wie auch im TSV Arzell und im SV Großentaft. Sie nimmt am Rhönsupercup-Lauf teil, macht regelmäßig ihr Sportabzeichen und animiert andere dazu. Die dafür gezahlten Gelder werden für die Jugendarbeit des Vereins verwandt. Doch auch über die Ortsgrenzen hinaus setzt sich Isolde Wiegand für den Sport ein. Von 2006 bis 2013 war sie Mitglied im Vorstand des Sportkreises Hünfeld und nach der Zusammenlegung ist sie bis heute Mitglied im Vorstand des Sportkreises Fulda-Hünfeld, stellvertretende Frauenbeauftragte und mitverantwortlich für Aus- und Fortbildung. In der eigenen Familie hat die Sportbegeisterung Früchte getragen. Ihr Mann Joachim hat Verständnis, die beiden Söhne Florian und Jonathan sind im DLRG engagiert und leiten mit ihrer Mutter den Sportabzeichnen-Stützpunkt im Arzeller Waldstadion, wo in diesem Jahr 50 Erwachsene und 37 Kinder das Sportabzeichnen ablegten.