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Die Animation zeigt, wie die vorübergehende Ersatzschule (vorn) mit vier Gebäudeflügeln und einer Pausenhalle aussehen könnte. Im Hintergrund ist der Neubau dargestellt. Animation: Trapp&Wagner

Ein großer Wurf für Eiterfeld

am 23.11.2018

25-Millionen-Euro-Projekt: Die Lichtbergschule wird neu gebaut / Sanierung nicht möglich

EITERFELD (lr). Ein großer Wurf für Eiterfeld: Der Landkreis Fulda baut in der Marktgemeinde für 25 Millionen Euro ein neues Hauptgebäude für die Lichtbergschule. Fertigstellung soll im Sommer 2023 sein, die Vorarbeiten starten bereits im nächsten Frühjahr. Für die rund 520 Schülerinnen und Schüler geht der Unterricht weiter – in einer der modernsten Modularschulen, die vor den Sommerferien 2019 als vorübergehender Ersatz errichtet und später wieder abgebaut wird. „Das wird für alle eine spannende Zeit und eine große Chance für viel Neues und Positives“, sagt der stellvertretende Schulleiter Frank Wrabletz.

Eine neue Schule wird nicht alle Tage gebaut. „Auch für den Landkreis Fulda, der in den vergangenen Jahren regelmäßig hohe Investitionen in seine Schulen an 69 Standorten getätigt hat, ist der Neubau eine große Sache“, sagt Landrat Bernd Woide. Architekt Stefan Wagner aus Hünfeld, der mit seinem Kompagnon Carsten Trapp den europaweiten Wettbewerb gewann, ist von dem Auftrag begeistert: „Allein die Chance, an dem Wettbewerb teilnehmen zu dürfen, war bereits ein großer Vertrauensbeweis des Kreises und für uns ein Ritterschlag“, sagt er und fügt an: „Dass wir nun diese Schule bauen können und damit innovative Lehr- und Lernkonzepte dreidimensional umsetzen, ist großartig und gewissermaßen auch die Erfüllung eines Traums, den man als Planer hat: Museum, Kirche, Schule – das sind spezielle Herausforderungen.“
Die Entscheidung zum Abriss und Neubau der Lichtbergschule fiel bereits im Jahr 2015. Bei turnusmäßigen Überprüfungen durch die Fachleute des Gebäudemanagements der Kreisverwaltung hatten diese festgestellt, dass die Stahlkonstruktion nachhaltig und unaufhaltsam angegriffen ist – durch chloridhaltigen Werra-Kies, der beim Bau vor gut 45 Jahren verwendet worden war. Das Fazit: Eine Sanierung ist sinnlos, ein Neubau unumgänglich.
Die Planung startete zügig, doch ein so großes Projekt braucht Zeit. „Wir sind sicher, dass es richtig gewesen ist, so gewissenhaft zu planen. Wir bauen hier nicht auf freiem Feld etwas Neues, sondern auf einem Schulgelände. Das ist eine anspruchsvolle Situation, für die wir ein durchdachtes Konzept entwickelt haben, das den rund 520 Schülerinnen und Schülern sowie den 50 Lehrkräften während der Bauphase einen sicheren und reibungslosen Schulalltag gewährleistet“, sagt Bernd Woide. Dank zollt er der Planungsgruppe der Schule, die sich mit ihrer Kompetenz engagiert eingebracht habe. Diese fruchtbare Zusammenarbeit lobt Stefan Wagner: „Es war und ist sehr spannend, sich mit den pädagogischen Konzepten auseinanderzusetzen. Wir haben uns mit den späteren Nutzern intensiv ausgetauscht, die Vorschläge, Anregungen und Wünsche analysiert und in unsere Arbeit einfließen lassen.“ 
In zwei Bauabschnitten wird nun das Projekt realisiert. Vor den Sommerferien 2019 sollen neben dem alten Hauptgebäude 200 Module zu einer dreistöckigen „Schule auf Zeit“ verbaut werden. Wenn nach den Sommerferien dort der Schulbetrieb läuft, wird nach weiteren Vorarbeiten die alte Schulimmobilie bis auf den naturwissenschaftlichen Bereich abgerissen. Ab 2020 kann dann mit dem Neubau begonnen werden, der Mitte 2023 abgeschlossen sein soll.
Geplant haben die Architekten drei „Fingerbauten“ mit eigenen Innenhöfen und verbunden durch eine Magistrale. Das soll die Atmosphäre eines Ganzen schaffen, das viel Raum für das Individuelle lässt. Vorgelagert sind Mensa und Aula sowie die Verwaltung der Schule. „Diese Schule wird nicht nur neu und modern, sie wird ganz anders“, sagt Stefan Wagner. Er empfindet „eine große Freude, an diesem Projekt teilzuhaben. Für die Schülerinnen und Schüler wird es ebenfalls im positiven Sinne aufregend werden.“
So sieht das auch der stellvertretende Schulleiter Frank Wrabletz: „Wir freuen uns auf zwei neue Schulen: auf eine Modularschule, die neu für uns gebaut wird und in die wir schon im nächsten Schuljahr einziehen werden – und natürlich auf die neue Lichtbergschule.“ Bereits jetzt beschäftige man sich mit einer neuen multimedialen Ausstattung für die Modularschule, um Erfahrungen sammeln zu können, was später in die Lichtbergschule übernommen werden solle. „Schon die Interimslösung während der Bauphase wird aus meiner Sicht ein Schritt in die Moderne für die Schule beziehungsweise für den Unterricht sein“, sagt Wrabletz.
Und Landrat Woide sieht in dem Projekt eine ganz spezielle Chance: „Jeden Tag wird hier etwas Neues geschehen. Hier können die jungen Menschen direkt erleben, wie eine, wie ihre neue Schule entsteht. Dieses lebensnahe Projekt kann gewiss auch vielfältig im Unterricht  thematisiert werden.“