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Eine Wildblumenwiese mit Wildbienen-Hotel: Die Fotomontage zeigt das Projekt, mit dem die Ulstertalschule das Zertifikat UNESCO-Schule im nächsten Jahr erhalten möchte. Schulleiterin Annette Abrecht (kleines Foto) ist stolz auf das breitgefächerte Angebot. Fotos: Ulstertalschule

Für Zukunft bestens aufgestellt

am 16.11.2018

Ulstertalschule: Beeindruckendes Nachmittagsprogramm und Umweltbewusstsein

HILDERS (skr). „Nachhaltigkeit lernen“ besagt das Logo, das die Ulstertalschule Hilders ihrem Schulprogramm vorangestellt hat. Der mittlerweile oft überstrapazierte Begriff provoziert Fragen: Wie lehrt und lernt man „Nachhaltigkeit“, in welcher Klasse, welchen Fächern, welcher Form können Kindern entsprechende Kenntnisse erwerben? Nachhaltigkeit bedeutet Neuorientierung, generelles „Um- und Andersdenken“. Im Sinne von Nachhaltigkeit müssen neue Verhaltens- und Handlungsprinzipien anerzogen werden, die sich bewusst absetzen von Altgewohntem.

Auf der Höhe der Zeit ist jedoch nicht nur das Schulmotto, sondern auch Form, Struktur und Inhalt des als Ganztagsschule ausgelegten Mittelstufengymnasiums. Das großenteils neu errichtete, hervorragend ausgestattete Schulgebäude bietet 216 Schülern von der 5. bis zur 10. Klasse beste Bedingungen für Unterricht und Freizeitgestaltung. Ohne großzügige Hilfe durch den Landkreis Fulda als Träger der Ulstertalschule wäre vieles nicht möglich, bekennt Direktorin Annette Albrecht. Programme und Projekte, von denen sie spricht, lassen staunen. An allen fünf Schultagen werden die Schüler bis 15.30 Uhr mehr als nur beschäftigt. Arbeitsgemeinschaften, Förderunterricht und jede Menge Kultur oder Sport gibt es, sind für jeden Jahrgang sogar Präventionskonzepte erarbeitet worden.
Mit dem ADAC haben die Fünftklässler Verkehrstraining, über Gebrauch und Gefahren des Internets informiert der „Web-Clicker“ Schüler der 6. Klasse, den Älteren bietet „Snake“ einen Kurs zur Konzentrationssteigerung und zum Umgang mit Stress, in Zusammenarbeit mit der ost-hessischen Polizei beugt „Cool sein – cool bleiben“ Gewalt und Mobbing vor, und klassenübergreifend tritt „Be smart, don’t start“ gegen das Rauchen an. Beim Reizthema Handy zeigt sich Annette Albrecht gelassen; nicht Missbrauch, sondern sinnvollen Gebrauch will man in Hilders, und auch mit der oft zitierten Inklusion hat die Ulstertalschule keine Probleme. Dass neben Englisch, Französisch und/oder Latein im Rahmen eines Pilotprojekts für Begabte auch Chinesisch, Hebräisch und Griechisch gelehrt werden, ist ebenso beachtlich wie verschiedene, die MINT-Fächer bereichernde Angebote der Schülerakademie „Uhu“, vergleichbar mit „Jugend forscht“.
Ob Fußball, für Jungs wie für Mädchen, ob Leichtathletik oder Segeln – Sportfans bleiben hier in jedem Fall in Bewegung. Die mit dem TSV Hilders kooperierende, erfolgreiche Volleyballmannschaft schafft es immer zum Regionalentscheid, häufig noch weiter, was nicht zuletzt der Sportlehrerin Iris Graul zu danken ist. Ähnliches Engagement zeigen Michael Gass und Veronika Schmitt, beides Deutschlehrer, oder der Musiklehrer Axel Daniel, wenn es um die jährlichen Theater- beziehungsweise Musical-Aufführungen geht. „Einsame Spitze“ seien die jedes Mal, schwärmt Annette Albrecht, jeder dritte Schüler wirke daran mit. Für 2019 kündigt sie „Anatevka“ an, wofür bereits fleißig geprobt wird.
Wie stolz die Direktorin auf die Arbeit ihres Pädagogen-Teams, auf die Unterstützung seitens Eltern und Außenstehender und nicht zuletzt auf ihre Ulstertalschüler ist, merkt man sofort. Das Zertifikat „Umweltschule“, das im Biosphärenreservat Rhön naheliegt, besteht seit 2012. Derzeit ist man auf bestem Wege, UNESCO-Schule zu werden. Auch wurden in 2017 7.000 Euro mit Sponsorenlauf und Spendenaktion für einen Schulneubau in Burundi gesammelt. „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, ein von der UNESCO weltweit gefördertes Ziel, entspricht dem Charakter der Ulstertalschule, die in ihrer kulturellen Vielfalt und mit ihren den Problemen der Zeit verpflichteten Aktivitäten bestens aufgestellt scheint für die Zukunft.