Menü Button Login Button
mk Logo
Marktkorb Logo
In 420 Arbeitsstunden entstand eine zwölf Meter lange Stadt mit Stadien, Hafen, Häusern, Flughafen, sich drehendem Riesenrad, Schwebebahn und fahrender Eisenbahn. Die 42 kleinen Baumeister hatten jede Menge Spaß und konnten am Ende stolz auf ihr Werk sein. Fotos: S. Limpert

(Nicht nur) Louis hat es Spaß gemacht

am 22.01.2018

Erste Rhöner Lego-Stadt dank „Kunterbuntes Kinderzelt“ und „Füreinander da sein“

TANN (sli). Rumms! Fast war das Tanner Stadttor aus Legosteinen fertig, da krachte es auf den Boden.  Der Verein „Füreinander da sein“ hatte Jungen und Mädchen zwischen acht und 13 Jahren zum Aufbau einer Legostadt mit 100 000 Legosteinen in die Rhönhalle eingeladen und so zu einem kurzweiligen Abschluss der Winterferien beigetragen.

Das Ergebnis von insgesamt 420 Baustunden konnte am Sonntag bestaunt werden: eine zwölf Meter lange Stadt mit Stadien, Hafen, Häusern, Flughafen, sich drehendem Riesenrad, Schwebebahn und fahrender Eisenbahn. „Ihr könnt superstolz auf eure Kinder sein“, sagt Vorsitzende Gabriele Jörges bei der feierlichen Enthüllung. „Es war beeindruckend, wie sie in Kleingruppen harmonisch zusammengearbeitet haben und dabei, ganz im Sinne unseres Vereinsmottos, füreinander da waren.“
Nicht nur aus Tann stammten die 32 Jungen und zehn Mädchen, sondern auch aus umliegenden Orten wie Kaltenlengsfeld, Seiferts, Hilders oder Gotthards. „Es sind neue Freundschaften entstanden“, freut sich Kirsten Dänner von „Füreinander da sein“, die zusammen mit Anja Gutmann das Projekt initiiert hat. 
Die verwendeten Legobausätze und Steine gehören dem Verein „Das kunterbunte Kinderzelt“. Dieser ist vor allem durch seine Hüpfburgen und Kinder-Events bekannt, aber auch  interaktive Lego-Projekte für Schulen, Vereine und Kirchengemeinden bietet er an. Der Erlös aus solchen Veranstaltungen kommt bedürftigen Familien in Rumänien und  Flüchtlingskindern in Deutschland zugute. „Meist sind am ersten Abend ein oder zwei Elemente fertig. Hier stand am Freitag bereits die Hälfte der Tische voll“, berichtet Vorsitzende Julia Druschel über die „erste Rhöner Lego-Stadt“.
Wegen ihrer Schnelligkeit blieb den Kindern viel Zeit für das freie Bauen. Dabei entstand als Blickfang ein Hochhaus, beinahe größer als seine Konstrukteure  Emilius, Glenn, Johannes, Marvin und Mika. Felix und Louis bauten eine „evangolische Kirche“. Und das Tanner Stadttor – das lag nun erst einmal in Trümmern. Doch folgten weder Tränen noch Schuldzuweisungen; stattdessen sammelten  Anna-Lena, Ivo, Klara, Robin und Tarja die Reste auf und begannen noch einmal von vorne.
„Die Kinder hatten ein Riesen-Vergnügen. Aber abends waren sie fix und fertig“, berichtet Stefanie Kümpel, deren Tochter Klara mitgemacht hat. Nichtsdestotrotz wollte der neunjährige Louis zuhause gleich mit den eigenen Legosteinen weiterbauen. „Schreib in den Titel, dass es Spaß gemacht hat“, beauftragt er die Reporterin.
Dazu hat laut Teilnehmern vor allem das Gruppenerlebnis beigetragen. Von Vorteil sei auch gewesen, ungestört von jüngeren Geschwistern bauen zu können.  „Ihr hättet euch für den Nachwuchs nichts Besseres einfallen lassen können“, so Bürgermeister Mario Dänner bei der Einweihung. Auch seine Tochter baute begeistert mit. Er hoffe auf eine Wiederholung, denn die Jüngeren „scharren schon mit den Hufen“. 
Angeregt hatte das Projekt Anja Gutmann, Vorstandsmitglied bei „Füreinander da sein“. „Der Verein ist sehr engagiert in der Altenhilfe. Ich fand, wir sollten auch mal etwas für Kinder anbieten“, erläutert die Lahrbacherin, die hauptberuflich im Kreisjobcenter arbeitet. Als sie vor drei Jahren von dem Lego-Projekt des Vereins „Kunterbuntes Kinderzelt“ erfuhr, ließ sie die Idee nicht los. Doch erst, als der Tanner Bürgerschaftsverein Fördermittel der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ erhielt, konnten die Lego-Tage finanziert werden. Acht Betreuerinnen sowie zahlreiche weitere Helfer unterstützten die Aktion ehrenamtlich.
Dass sie an einer Sache dranbleiben können, bewies auch das vom Pech geprüfte Bauteam:  Das Lego-Stadttor wurde im zweitem Anlauf rechtzeitig zur Einweihung fertig.