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Beim 5. Hygieneforum konnten die Teilnehmer den Erfolg der Händedesinfektion mit Schwarzlicht kontrollieren. Foto: M. Auth

Durch Aufklärung Risiken minimieren

am 16.03.2015

5. Hygieneforum des Kreisgesundheitsamts informiert über Gesundheit in Kindertagesstätten

FULDA (mau). Beim 5. Hygieneforum im Fuldaer Landratsamt standen Hygiene und Gesundheit in Kindertagesstätten auf dem Programm. Fachvorträge informierten über Hygienemanagement und Umgang mit Infektionskrankheiten.

Aufgrund der hohen Interessentenzahl beim letzten Hygieneforum im November 2014 und der weiteren Nachfrage wurde die Veranstaltung wiederholt. Bei vergangenen Hygieneforen hatten Berufsgruppen wie Ärzte und Pflegekräfte im Fokus gestanden, das 5. Hygieneforum richtete sich an Träger und Leitungen von Kindertagesstätten. Behandelt wurden Fragen, die in Zusammenhang mit den Pflichten von Kindertagesstätten aufgrund des Infektionsschutzgesetzes und der Lebensmittelhygieneverordnung stehen.
Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld verwies auf die gewachsene Bedeutung der Ganztagsbetreuung. Kindertagesstätten seien heute professionell geführte Einrichtungen, denen man die eigenen Kinder anvertraue. Der dynamische Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten bringe manchmal aber auch Unklarheiten angesichts der gesetzlichen Vorschriften mit sich. Man habe gute Erfahrungen mit Infotagen gemacht, Beratung als komplementäre Aufgabe der Aufsichtsbehörde erleichtere die Arbeit, erläuterte Roland Stepan, Fachbereichsleiter Gesundheit beim Landkreis. In den letzten Jahren seien zahlreiche U3-Gruppen eingerichtet worden, und die Anzahl der ganztagsbetreuten Kinder nehme stetig zu. Dadurch hätten sich die Anforderungen an die Hygiene und die Gesundheitsförderung verändert. Gerade angesichts der aktuellen Masernfälle sei die Befürchtung groß, dass multiresistente Erreger auch in Kindertagesstätten auftreten könnten.
Informationen zum Thema Zahn- und Mundhygiene bei Kindern lieferte Cornelia Hirschfeld-Jutzi. Gerade Kinder aus benachteiligten Familien müssten an das Thema herangeführt werden. Der tägliche Aufwand für die Mitarbeiter dürfe dabei aber nicht zu groß werden: Zahnbürsten könnten in der Spülmaschine gereinigt werden, der Verzicht auf Zahnputzbecher spare Zeit und verringere das Bakterienrisiko. Metallanteile in den Borsten seien zusätzlich wirksam gegen Keime.
Dr. Helmut Ernst, stellvertretender Fachbereichsleiter Gesundheit, erläuterte das Hygienemanagement in der Kindertagesstätte anhand konkreter Beispiele: Die Erstellung des Hygieneplans erfordere eine Ist-Analyse, bei der Infektionsrisiken erfasst würden, die durch entsprechende Maßnahmen minimiert werden sollten. Dadurch könne ein Bewusstsein auch für unscheinbare Problemfelder entstehen: Kuscheldecken in Wickelbereichen von U3-Einrichtungen seien hygienisch problematisch, abrollbare Papierrollen eigneten sich besser als wiederverwendbare Tücher. Auch die sachgemäße Anwendung von Desinfektionsmitteln sei unerlässlich.
Mittels eines Fluoreszenztests konnten sich Besucher davon überzeugen, dass richtiges Händewaschen die weitere Verbreitung von Erregern unterbindet. Unter dem Schwarzlicht wurden Überreste sichtbar, weil etwa die Fingerzwischenräume nicht gereinigt werden. Angesichts von Grippewelle und Masernfällen verwies Ernst auch auf die Sinnhaftigkeit des jährlichen Impfens für Mitarbeiter von Kitas in Ergänzung zur arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung.