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Im Naturschutzgebiet Himmelsberg wurden früher Ton, Braunkohle und Basalt abgebaut. Foto: E. Plappert

Imposante Natur- und Kulturlandschaft

am 16.03.2015

Das Naturschutzgebiet Himmelsberg bei Giesel

HOSENFELD/NEUHOF (ul). Das Naturschutzgebiet Himmelsberg, das 1980 mit einer Größe von knapp 133 Hektar ausgewiesen wurde, gehört zum östlichsten Ausläufer des Vorderen Vogelsbergs, und zwar zur naturräumlichen Untereinheit des Gieseler Forsts, dessen höchst Erhebung der Himmelsberg mit 490 Metern darstellt.

Der Himmelsberg ist fast ausschließlich von Laubholzbeständen geprägt. Dabei zeichnet sich der Baumbestand der Gipfelregion durch eine große Naturnähe aus. Größere Flächenanteile nimmt der anspruchsvolle Waldgersten-Buchenwalds ein, der durch die Vorherrschaft gutwüchsiger Buchen sowie eine artenreiche Krautschicht gekennzeichnet ist. Einblütiges Perlgras, Wald-Bingelkraut, Moschuskraut, Frühlings-Platterbse, Einbeere, Aronstab oder Vielblütige Weißwurz sind auf diesen Flächen regelmäßig vertreten. Aber auch Orchideen kommen hier vereinzelt vor.
Im Gegensatz dazu ist der Waldmeister-Buchenwald, der vor allem in den Randbereichen des Plateaus wächst, durch eine geringere Artenvielfalt sowie den Ausfall einer Reihe anspruchsvoller Arten charakterisiert. Waldmeister, Busch-Windröschen, Wald-Veilchen oder Hain-Rispengras sind hier anzutreffen.
Die gut erhaltenen, heute mit Laubwald bestockten Tonfelder, in denen sich zahlreiche noch erkennbare Tongruben befinden, zeugen von der früheren Tongewinnung. Durch die Anordnung von Tonfeldern und Laubwaldbiotopen ergab sich ein interessanter Komplex aus Natur- und Kulturlandschaftselementen. Über einen kurzen Zeitraum hinweg wurde auch Braunkohle abgebaut. Verfüllte Brüche weisen ferner auf den Abbau von Basalt hin.
Der im Gipfelbereich vorhandene Waldmeister-Buchenwald leitet insbesondere an der Nord- und Nordostflanke des Himmelsbergs zum bodensauren Hainsimsen-Buchenwald über. Weiße Hainsimse, Sauerklee oder Draht-Schmiele sind in der eher artenarmen Krautschicht zu finden. Zudem grenzt der Waldmeister-Buchenwald hier auch an stärker forstlich beeinflusste Misch- und Nadelforste mit Fichten, Kiefern und Lärchen an. In der südlichen Plateauhälfte werden größere Flächen von Waldbeständen geprägt, die sich durch einen erheblichen Anteil der Hainbuche auszeichnen.
Daneben gibt es Eichen-Hainbuchenwälder, die auf Standorten vorkommen, die aufgrund der im Jahresverlauf stark wechselnden Bodenfeuchteverhältnisse für das Gedeihen der Buche weniger geeignet sind. Dort, wo der Boden relativ blockschuttreich ist und damit die Konkurrenzkraft der Buche einschränkt, kann sie nicht zur Vorherrschaft gelangen. Hier kommt ein Waldbestand vor, der abgesehen von Eichen und Hainbuchen Edelhölzer wie Bergahorn, Esche, Ulme und Linde aufweist. Auch in diesen Bereichen ist die Krautschicht recht artenreich ausgebildet.
Neben den Waldbiotopen sind im Naturschutzgebiet Himmelsberg aber auch einige Wiesenflächen vorhanden. Hierbei reicht das Spektrum von frischem Wirtschaftsgrünland, das den größten Anteil ausmacht, über feuchte bis hin zu wechseltrockenen, mageren Wiesen, die zum Teil eine Reihe von Orchideen, wie beispielsweise verschiedene Knabenkraut-Arten, Großes Zweiblatt oder Mücken-Händelwurz, beherbergen.