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Region | Haushaltsplan mit 16,2 Millionen Euro Defizit

Bistum will deutlich sparen

Das Bistum Fulda hat den Haushaltsplan für das Jahr 2022 vorgelegt, ebenso den Finanzbericht für 2020. Aufgrund der zurückgehenden Einnahmen aus der Kirchensteuer sowie der geringen Einnahmen während der Pandemie wurde der Haushaltsplan mit einem Jahresfehlbetrag von 16,2 Millionen Euro abgeschlossen. Der Finanzbericht ermittelt ein Defizit von 19.8 Millionen Euro. Das daher entwickele Konsolidierungskonzept des Kirchensteuerrates sieht unter anderen Einsparungen bei den Bauvorhaben des Bistums sowie den Zuschüssen an Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen vor.

„Mit der Verabschiedung des Haushalts 2022 für das Bistum haben wir einen wichtigen ersten Meilenstein erreicht“, sagte der Vorsitzende des Kirchensteuerrates, Dr. Joachim Hein, in einer Stellungnahme. „Im Kirchensteuerrat haben wir im Vorjahr ein langfristiges Konsolidierungskonzept angesichts des strukturellen Defizits im Bistumshaushalt angefordert und nach intensiver Diskussion nun auch verabschiedet.“

Das umfangreiche Konsolidierungskonzept trage dazu bei, auch in Zukunft die finanzielle Bewegungs- und Aktionsfähigkeit des Bistums zu gewährleisten. Damit sei es ein Kernelement der Haushaltssicherung. Es ist auf mehrere Jahre ausgelegt und Grundlage für langfristige, strategische Budgetentscheidungen. Vor diesem Hintergrund werden dabei auch wiederkehrende Kosten kritisch überprüft.

Einsparungen bei Baumaßnahmen und Zuschüssen

„Die damit beschlossenen Maßnahmen sichern die Handlungsfähigkeit des Bistums angesichts zurückgehender Kirchensteuerzahler und die durch die Pandemie bedingten Mindereinnahmen“, erklärte Hein. „Unser Bistum Fulda war stark von diesen Effekten im Jahr 2020 und 2021 betroffen. Der Bistumshaushalt wird bei konsequenter Verfolgung der Maßnahmen spürbar entlastet und für die Zukunft stabiler gemacht.“ Eingespart wird zum Beispiel bei den jährlichen Bauvorhaben, im Bereich bistumseigener Immobilien sowie bei Zuschüssen für Kirchengemeinden oder kirchlichen Einrichtungen.

Die neuen Planungen ermöglichen es laut Joachim Hein dem Bistum, sich weiterhin in besonders wichtigen Bereichen zu engagieren. So werden auch in Zukunft genug Finanz- und Personal-Ressourcen für sozial-caritative Projekte und den Sendungsauftrag der Kirche zur Verfügung stehen. Investiert wird unter anderem in die strategische Entwicklung der Diözese sowie in die geistliche Begleitung der bereits begonnenen Entwicklungsprozesse. Das komme vor allem den Pfarrgemeinden zugute, in denen diese Veränderungen bereits angefangen haben oder noch anstehen.

137,5 Millionen Euro Einnahmen

Das Bistum rechnet im Haushaltsjahr 2022 mit Einnahmen in Höhe von 137,5 Mio. Euro. Dem gegenüber stehen Ausgaben in Höhe von 153,7 Mio. Euro. Der größte Aufwandsposten ist dabei weiterhin das Personalbudget mit 73,6 Mio. Euro. Wichtigste Einnahmequelle bleibt die Kirchensteuer mit etwa 73 Prozent. Sie fällt aber mit 97 Mio. Euro um 2 Mio. Euro niedriger aus als im Jahr zuvor.

Die Corona-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen bestimmen auch den gleichzeitig vorgelegten Finanzbericht für das Jahr 2020, der mit einem Defizit von 19,8 Mio. Euro abschließt. Der Jahresbericht wurde durch einen externen Wirtschaftsprüfer geprüft und vom Diözesankirchensteuerrat genehmigt.

Ausführliche Informationen zu den Gliederungen des Haushaltsplans 2022 und des Finanzberichts 2020 finden sich im Internet: www.haushalt.bistum-fulda.de  und www.finanzbericht.bistum-fulda.de.

 

Hintergrund: Der Kirchensteuerrat setzt sich aus gewählten ehrenamtlichen Mitgliedern zusammen, die aus dem gesamten Bistumsgebiet kommen. Er wurde im Jahr 1972 gegründet. Hauptaufgaben ist die Beschlussfassung über den Haushalt der Diözese und seit 2014 auch der Jahresabschluss. Vorsitzender des Gremiums ist derzeit Dr. Joachim Hein (Fulda).