Fulda | „Leseland Hessen“ startet am 9. September / Sechs Gratislesungen

Autoren geben Kostproben

Die Stadt Fulda hat für die landesweite Reihe „Leseland Hessen“ ein Programm mit sechs öffentlichen Abendlesungen und 27 Schulveranstaltungen vorbereitet. Die Reihe findet von Mittwoch, 9. September, bis Dienstag, 13. Oktober, jeweils um 19 Uhr in der Aula der Alten Universität Fulda statt.

Zum 23. Mal beteiligt sich Fulda an der vom Hessischen Kultusministerium initiierten Veranstaltungsreihe, wie das Kulturamt der Stadt Fulda mitteilt. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Romane, die sich auf unterschiedliche Weise mit Spannung, Sinnsuche und Sinnlichkeit beschäftigen und rund um die Frankfurter Buchmesse den Leseherbst eröffnen sollen.

Facettenreiche Literatur

Zur Eröffnung am Mittwoch, 9. September, liest der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Ingo Schulze aus seinem Roman „Das Wasser im August“. Darin reist ein Erzähler im Sommer 2025 zu einer Lesung nach Mecklenburg und erlebt ein Spiel zwischen Hoffnungen und Ansprüchen, Erinnerungen, Sehnsüchten und Liebe.
Am Donnerstag, 17. September, stellt der in Karlsruhe lebende Autor Markus Orths seinen Roman „Die Enthusiasten“ vor. Das Buch erzählt mit skurrilen Figuren von einer eigenwilligen Familie, einem sensationellen Fund in einer nordenglischen Kleinstadt und lotet auf halsbrecherische Weise die Grenzen von Erzählen und Kunst aus.
Die in Basel geborene und in Berlin lebende Autorin Yael Inokai liest am Dienstag, 22. September, aus „Die Auster“. Ihr jüngster Roman verbindet eine Kriminalhandlung um einen ermordeten Geschäftsführer und eine langjährige Reinigungskraft mit einem Netz menschlicher Schicksale im Mikrokosmos eines Kaufhauses.
Am Freitag, 2. Oktober, folgt die Wahl-Hamburgerin Jarka Kubsova mit „Im Licht des neuen Tages“. Ihr Roman begleitet die Schriftstellerin Elli Hajek in ein abgelegenes Haus, auf den Spuren der geheimnisvollen Viktorka, und erzählt eine Geschichte über Gerechtigkeit, Vergangenheit, weibliche Geschichtsschreibung und den Mut zur Wahrheit.
Der Tiroler Schriftsteller Norbert Gstrein präsentiert am Donnerstag, 8. Oktober, Passagen aus „Im ersten Licht“. Der Roman erzählt von einem Mann, den sein Vater mit einem Axthieb vor dem Ersten Weltkrieg bewahrt, und stellt mit Blick auf ein langes Leben im Schatten von Kriegen die Frage, wie sich Gegenwart und Töten literarisch fassen lassen.
Den Abschluss bildet am Dienstag, 13. Oktober, die Lesung der in Nordhessen lebenden Autorin Rebekka Frank. In ihrem Roman „Spiegelland“ rückt sie die Geheimnisse einer Familie in den Mittelpunkt, erzählt von Elias, der sich bei seiner Großmutter im Moor versteckt, und stellt die Frage, wie tief man graben muss, um die Wahrheit zu finden.

Lesungen an Schulen

Darüber hinaus sind 27 nicht öffentliche Lesungen an Schulen in Stadt und Landkreis Fulda geplant. Dort lesen Iris Lemanczyk, Stephan Köstler, Una López-Caparrós Jungmann, Volker Mehnert, Nina Blazon, Markus Orths, Maren Graf, Nikola Huppertz und Filiz Penzkofer, um nach Angaben des Kulturamts Schüler aller Altersstufen für das Medium Buch zu begeistern.
„Das Fuldaer Publikum darf sich auf anspruchsvolle Unterhaltung freuen“, sagte Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld bei der Vorstellung des Programms. Er unterstrich: „Wir sind glücklich, dass wir als Kulturstadt Fulda die Lesungen auch weiterhin kostenfrei anbieten können.“
Sein Dank galt den Sponsoren der landesweiten Reihe: dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, hr2-kultur sowie der Jubiläumsstiftung der Sparkasse Fulda, die die Veranstaltungen in Fulda finanziell großzügig fördert.