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Befürchtet einen steilen Anstieg der Kurzarbeitergeld-Anträge in Osthessen: Arbeitsagentur-Chef Waldemar Dombrowski .

„Anfragen sind explodiert“

am 23.03.2020

Kurzarbeitergeld: Arbeitsagentur-Chef Waldemar Dombrowski begrüßt Neuregelung

BAD HERSFELD/FULDA. Mit Blick auf die steigenden Coronavirus-Fallzahlen in Hessen und drohende Auftragsengpässe bei einheimischen Firmen hat der Bundestag vor wenigen Tagen ein neues Gesetz zur Erleichterung von Kurzarbeit beschlossen. Damit sollen – auch in Osthessen – die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus abgefedert werden.

„Ich erwarte eine Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes, die über das Niveau der Finanzkrise in 2008/2009 hinausgehen dürfte“, erklärte Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda, auf Marktkorb-Anfrage. „Derzeit konzentrieren wir die personellen Kapazitäten auf die Gewährung von Arbeitslosengeld sowie auf den Bereich des Kurzarbeitergeldes“, fügte er an. Die getroffene Neuregelung zur Kurzarbeit begrüßt der ost-hessische Arbeitsmarktexperte ausdrücklich. Sie erleichtere Unternehmen und Betrieben den Zugang zur Kurzarbeit und entlaste sie zudem finanziell zusätzlich durch die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge seitens der Bundesagentur für Arbeit. „Bereits im Vorjahr verzeichneten wir wegen der abnehmenden Konjunkturdynamik einen deutlichen Anstieg der Kurzarbeit in der Region“, blickt Dombrowski zurück. Im Zusammenhang mit der aktuellen Coronavirus-Pandemie seien die Anfragen der einheimischen Arbeitgeber regelrecht explodiert.
Mit dem sogenannten Kurzarbeitergeld (KUG) können Einkommensausfälle teilweise ausgeglichen werden. Das KUG beträgt für Arbeitnehmer mit Kinder 67 Prozent der sogenannten Nettoentgeltdifferenz. Arbeitnehmer ohne Kinder erhalten 60 Prozent der Nettoentgeltdifferenz. Die Nettoentgeltdifferenz ist die Differenz zwischen dem pauschalierten Nettolohn, den der Arbeitnehmer ohne die Kurzarbeit erzielen würde. Zudem sollen die Sozialbeiträge in Zukunft zu 100 Prozent erstattet und Anträge schneller bearbeitet werden. Unterdessen soll die KUG-Bezugsdauer von bislang zwölf auf 24 Monate ausgeweitet werden. Anvisiert ist nach Informationen unserer Zeitung, dass die Regelungen zur erweiterten Kurzarbeit spätestens ab dem 1. April dieses Jahres genutzt werden können.
Voraussetzung für den Bezug von Kurzarbeitergeld ist, dass die üblichen Arbeitszeiten vorübergehend wesentlich verringert sind. „Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn aufgrund des Coronavirus Lieferungen ausbleiben und dadurch die Arbeitszeit verringert werden muss oder staatliche Schutzmaßnahmen dafür sorgen, dass der Betrieb vorrübergehend geschlossen wird“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit (BA). Den Angaben zufolge kann ein Betrieb Kurzarbeit anmelden, sobald mindestens zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sein können. Bisher musste es ein Drittel der Beschäftigten sein. Einheimische Betriebe, die aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie Kurzarbeitergeld beantragen möchten, müssen die Kurzarbeit zuvor bei der zuständigen Agentur für Arbeit und mit ihr Details klären. Die Bearbeitung entsprechender Gelder ist mittlerweile auch online möglich unter
www.arbeitsagentur.de.

Tipps

Einige Services, zum Beispiel die Beantragung von Kurzarbeitergeld, können Arbeitgeber online erledigen. Grundsätzliche Informationen sind auf der  Internetseite www.arbeitsagentur.de abrufbar.  „Wir aktualisieren unsere Hinweise zurzeit auf die neuen Regeln hin“, so ein Sprecher der Agentur für Arbeit. Die Regelungen werden voraussichtlich rückwirkend ab dem 1. März 2020 genutzt werden können. Der regionale Arbeitgeberservice steht für Beratungsgespräche unter der Service-Rufnummer 0 800 4 5555 20 zur Verfügung.

 

 

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