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Weihbischof Diez brachte zur Segnung des Fahrzeugs eine Miniaturausgabe eines Malteser-Rettungswagens mit. Foto: Tobias Farnung

Noch einmal auf die Wasserkuppe

am 13.03.2020

Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser erfüllt Sterbenden einen letzten Wunsch

FULDA. In dieser Woche wurde der Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser im Bistum Fulda gesegnet und offiziell in den Dienst gestellt. Sein Ziel:Sterbenden Menschen einen letzten Herzenswunsch zu erfüllen.

Es ist schon sehr berührend, wenn Mitarbeiter der Malteser imBistum Fulda davon berichten, wie sie unheilbar kranken Hospizpatienten mit einer Fahrt im Herzenswunsch-Krankenwagen ihren letzten Wunsch erfüllen. Vier dieser Fahrten haben bereits seit Sommer des vergangenen Jahres mit dem nun gesegneten Fahrzeug stattgefunden.
„Ich habe in meiner Tätigkeit imRettungsdienst und als Koordinatorin im ambulanten Hospizdienst schon häufig Menschen kennengelernt, denen es am Ende ihres Lebens noch wichtig war, Dinge zu erledigen, noch einmal an einen bestimmten Ort zu reisen oder bedeutsame Personen zu treffen“, sagt Kristina Schmidt, die die Einsätze des Herzenswunsch-Krankenwagens koordiniert. „Und meist macht die Krankheit der Betroffenen einenTransport mit einem normalen Pkw nicht mehr möglich.“ Immer dann kommt der Wagen – von dem die Malteser insgesamt 17 in Deutschland betreiben – zum Einsatz.
Eine der vier bereits absolvierten Fahrten führte in die Rhön. Eine ältere Dame war früher regelmäßig mit ihren Schwestern zu Besuch auf der Wasserkuppe. „Es war ihr größter Wunsch, das noch einmal gemeinsam mit ihren Schwestern zu erleben.“ Die Mitarbeiter der Malteser – die diese Einsätze ehrenamtlich in ihrer Freizeit fahren – erfüllten ihr diesen rührenden Wunsch. Vier Wochen später schlief sie dann für immer ein.
Eine andere, deutlich jüngere Frau, wollte gerne noch einmal mit ihrem Mann, den gemeinsamen Kindern und dem Familienhund zu einer Schifffahrt auf dem Edersee aufbrechen. Gesagt getan. Die Malteser planten die Fahrt, koordinierten vor Ort, dass ausreichend Platz an Bord des Schiffs war – und erfüllten ihr noch eine Woche vor ihrem Tod diesen Herzenswunsch.
„Bei der Organisation vor Ort erleben wir eine große Offenheit für die Wünsche der Patienten“, berichtet Schmidt. So auch in einem Kino, das Ziel eines Sterbenskranken für eine letzte Fahrt war. „Hier hat uns das Kino toll unterstützt. Immerhin musste der Patient liegend in den Saal gebracht werden und es gab eine Spezialvorführung des Films“, erinnert sich Kristina Schmidt.
Der Herzenswunsch-Krankenwagen fährt Erwachsene und Kinder in einer hospizlichen oder palliativen Situation zu einem Wunschziel ihrer Wahl. Die kann etwa ein letzter Besuch Zuhause, die Teilnahme an einer Familienfeier oder ein Treffen mit Freunden sein. Die Malteser übernehmen die Organisation der Fahrt – die für den Patienten kostenfrei ist – zum Zielort und zurück. Die Erfüllung eines Herzenswunsches bedeutet, noch einmal für ein paar Stunden aus dem Krankenhaus oder dem Hospiz zu kommen und etwas persönlich Wichtiges erlebt oder zu Ende geführt zu haben. Es bedeutet wertvolle Zeit mit den Lieben oder an einem besonderen Ort ein letztes Mal schöne Momente zu erleben.

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