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Polizeipräsident Günther Voß (Mitte) mit dem Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Dominik Möller (links) und Kriminaldirektor Daniel Muth. Fotos: Carolin Wehner

Top Aufklärungsquote

am 13.03.2020

Kriminalstatistik 2019: Straftaten auf konstant niedrigem Niveau

FULDA (cle). Gewalt gegen Polizeibeamte, steigende Internetkriminalität und immer wieder die Masche des falschen Polizisten: Das Polizeipräsidium Osthessen muss sich zunehmend um Delikte kümmern, die vor einigen Jahren kaum eine Rolle spielten. Das zeigt die Kriminalstatistik 2019. Die Zahlen stellten Polizeipräsident Günther Voß, Kriminaldirektor Daniel Muth sowie Dominik Möller, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, diese Woche vor.

Die erste gute Nachricht: Die Straftaten in Osthessen sind auf konstant niedrigem Niveau. Und die zweite gute Nachricht: Die Aufklärungsquote des Präsidiums Osthessen ist mit 69,6 Prozent so hoch wie noch nie und Spitzenplatz in ganz Hessen. „Das ist die beste Kriminalstatistik seit Bestehen des Polizeipräsidiums Osthessen .“ Diese positive Bilanz zog Polizeipräsident Günther Voß.
Dass Straftaten – im vergangenen Jahr erfassten die Beamten in Osthessen 19.196 Fälle, davon 9.119 im Landkreis Fulda – gut und schnell aufgedeckt werden, liege unter anderem an der sehr guten Ermittlungsarbeit der Beamten. Doch auch andere Faktoren führen zur erfolgreichen Aufklärung – wie die Installation von Videosicherheitsanlagen an öffentlichen Plätzen oder Brennpunkten. Weitere Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung in Osthessen sind eine Operative Einheit, ein Auswerte- und Analysezentrum, der Kriminaldauerdienst, das Fahndungskommissariat und die personelle Verstärkung des Wach- und Wechseldienstes.
In der Straßenkriminalität war die Aufklärung besonders hoch: Hier wurde die Quote von 26,1 im Vorjahr auf 27,1 Prozent gesteigert. Der Erfolg ist auf besagte Videosicherheitsanlagen, hohe sichtbare Polizeipräsenz sowie den verstärkten Einsatz operativer Einheiten zurückzuführen. Zusätzlich sorge beispielsweise der Freiwillige Polizeidienst in zwölf Kommunen im Landkreis Fulda oder der Schutzmann vor Ort für Sicherheit.
Auf Prävention setzt die Polizei bei Wohnungseinbrüchen. Die Zahlen zeigen: Innerhalb von vier Jahren wurden Wohnungseinbruchsdiebstähle nahezu halbiert. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Rückgang der Fallzahlen um 57 auf insgesamt 224. Zur Vorbeugung ist die Polizei aktiv mit Beratung, polizeilicher Präsenz in Wohngebieten sowie Kampagnen, um die Bevölkerung zu sensibilisieren.
Immer mehr zu tun hat das Internetkommissariat auf der Suche nach Verbrechern im Netz. 1.704 Fälle wurden registriert, 2018 waren es 1.133. Die Zunahme lasse sich unter anderem mit der immer stärkeren Nutzung des Mediums „Internet“ und einer steigenden Beliebtheit des Online-Handels erklären. Den größten Anteil hatten dabei Betrugsdelikte, zeigt die Kriminalstatistik. Die Aufklärungsquote bei Cyberkriminalität ist hoch: 92,6 Prozent.
Viel zu tun hatten die Ermittler auch mit Betrügern, die vor allem ältere, arglose und gutgläubige Menschen um ihr Erspartes bringen wollen. 486 Trickbetrugsanrufe gab es laut Statistik, Tendenz steigend. Besonders beliebt: Die Masche „falscher Polizist“ oder der Enkeltrick, bei der Geschädigte am Telefon überredet werden, Bargeld oder Schmuck an vermeintliche Amtspersonen oder Verwandte abzugeben. Bei den fast 500 Anrufen in Osthessen waren die Betrüger nur sechs Mal erfolgreich. Dies sei der guten Präventionsarbeit der Polizei Osthessen zu verdanken und vor allem der Kampagne „Senioren auf Zack“, mit der die Öffentlichkeit sensibilisiert wird.
Ein Thema in Osthessen ist auch die Gewalt gegen Polizeibeamte. Die Zahl sei zwar leicht zurückgegangen im Vergleich zum Vorjahr, doch unabhängig von der Statistik weiß Polizeipräsident Voß, dass seine Kollegen klagen, dass es von Jahr zu Jahr schwerer werde, den Beruf auszuführen, da sie immer mehr respektlosen Menschen ausgesetzt sind. Den Gewaltausbrüchen setzt die Polizei Osthessen moderne Einsatzmittel und Schutzausstattung entgegen. Dazu zählen 18 Body-Cams, sechs Distanzelektroimpulsgeräte (Taser), eine Drohne und die neue Mitteldistanzwaffe G38 ( zur Verteidigung bei Amokläufen).

Die Tatverdächtigen

Insgesamt gab es 2019 in Osthessen 8.961 Tatverdächtige, gut drei Viertel davon Männer. 80,3 Prozent waren über 21 Jahre. Die Mehrheit der ermittelten Tatverdächtigen hatte ihren Wohnsitz in der Tatortgemeinde oder kommt zumindest aus der Nähe. Von den 8.961 ermittelten Tatverdächtigen hatten 27,5 Prozent hatten keinen deutschen Pass. Laut Kriminalstatistik ist der Anteil bei Delikten wie Urkundenfälschung, Beförderungserschleichung, Einbruchdiebstahl aus Autos, Straftaten gegen das Leben, sexueller Übergriff oder Raub/räuberische Erpressung besonders auffällig. Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz gab es 213 in Osthessen.

Zahlen

Im Landkreis Fulda wurden 9.119 Straftaten verübt, im Vorjahr waren es 8.890
4.419 Tatverdächtige konnten ermittelt werden, davon waren 3.449 Männer. 885 waren unter 21 Jahre alt, davon 102 Kinder
• von den 4.419 Tatverdächtigen waren 3.031 Deutsche und 1.388 Nichtdeutsche
 • 2.516 der registrierten Tatverdächtigen waren Wiederholungstäter
• die Aufklärungsquote betrug 70,7 Prozent
• Straftaten gegen das Leben:
9 (2018: 20), davon war 1 Mord, 7 Mal Totschlag und Tötung auf Verl., 1 Fahrlässige Tötung
• Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung: 109 (2018: 120), 14 davon waren Vergewaltigung/Nötigung, 43 davon sexueller Missbrauch, 19 sexueller Missbrauch von Kindern, 23 exhibitionistische Handlungen, 27 Verbreitungen von pornografischen Schriften.
• Rohheitsdelikte (Körperverletzung, Erpressung): 1.331 (2018: 1.379)
• Diebstahl, einfacher und schwerer: 2.403 (2018: 2.453)
• Vermögens- und Fälschungsdelikte: 2.580 (2018: 2.140)
• sonstige Straftatbestände (etwa Sachbeschädigung, Brandstiftung): 1.726 (2018: 1.774)
• strafrechtliche Nebengesetze (etwa Verstöße gegen Betäubungsmittelgesetz, Aufenthaltsgesetz, Arzneimittelgesetz, Urheberrechtsbestimmungen): 961 (2018: 1.004)
• 600 Rauschgiftdelikte (2018: 567)
• Vermisste, Unglücks- und Todesfälle im Zuständigkeitsbereich der PD Fulda 2019: 231 Vermisstenfälle, 31 Freitod, 46 Unglücksfälle (ohne Verkehrsunfälle), 91 sonstige zunächst unklare Todesfälle, 2 Rauschgifttote     / cle

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