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Bernd Heil inmitten seiner Schätze: Links eine Darstellung von Lilly Fahr, rechts eine typische Amtskleidung des Prinzen. Auf dem Arm trägt Heil eine Puppe, die einen Bürgergardist darstellt. Fotos: Torsten Goßmann

Traum vom Fastnachtsmuseum

am 14.02.2020

Schätze rund um die Foaset: Bernd Heil besitzt eine bewundernswerte Sammlung

FULDA (tg). Die Gerichtsakte, die die Foaset erstmals urkundlich erwähnt, hat hier ihren Platz gefunden, gleich daneben ist ein satirischer Buchenholzschnitt von Hans Brosamer (geboren 1495 in Fulda), inspiriert von Sebastian Brandts „Das Narrenschiff“. Wenig später offenbart sich die Fastnachtsuniform der heimischen Legende Lilly Fahr.

Bernd Heils Herzblut zu allem, was mit Fastnacht zu tun hat, ist schon ein bisschen ansteckend. Er ist in der Region bekannt als Vorsitzender des Fördervereins Fastnachtsmuseum Fulda. Auf seine Initiative hin entstand ein wichtiger Impuls, ein an sich schon länger geplantes Fastnachtsmuseum zu etablieren, nachdem er 2017/2018 im Fuldaer Stadtschloss eine Fastnachtsausstellung ins Leben rief.  Aktuell steht tatsächlich zur Diskussion, dass seine Exponate einen Platz im Vonderau Museum finden. Von der Idee dürfte auch der gegenwärtige Sternenprinz Harald LXXIX. von Fulda (Harald Ortmann) angetan sein, der kurz nach dem Marktkorb einen Rundgang durch die närrische Ausstellung machte. Beim Marktkorb-Interview der FKG betonte dieser nämlich, wie begeistert er von der Ausstellung war.

Schwellköppe, Bierdeckel und kiloweise Orden

Die Faszination für die schillernde, vor Frohsinn sprühende fünfte Jahreszeit entdeckte der 72-Jährige im Alter von elf Jahren: „Meine Großeltern hatten mich mit zum Stadtsaal genommen. Um einige Blicke von der Fastnachtsveranstaltung zu erhaschen, haben wir uns die Nasen an der Glasscheibe plattgedrückt.“ Leidenschaftlich erzählt er beim Rundgang durch seine bewundernswerte Sammlung die Geschichte seiner angesammelten Exponate. Zum Beispiel die seiner Schwellköppe: „Die stammen wahrscheinlich aus den 30er Jahren“, erklärt Heil die großen Köpfe, die aus dem Inneren einer Glasvitrine in die Leere starren. „In den 80er Jahren wurden sie auf dem Dachboden der Domschule gefunden.“ Nachdem sie restauriert wurden, befinden sie sich nun in Heils Obhut.
An solchen und ganz anderen Schätzen, die Heil sogar teilweise vom Sperrmüll gerettet hatte, mangelt es nicht. Allein was seinen Hort aus Orden betrifft, zählt er die Menge nur noch in Kilo, nicht mehr in Stück. „Oder ich könnte ein Drittel der Fläche des Buttermarktes nur damit pflastern“, gibt der 72-Jährige lachend eine vage Vermutung über die schiere Menge der kunstvoll gefertigten Anhänger. Bei der Gelegenheit führt er auch einen ganz besonderen Bierdeckel vor, nämlich eine Kopie des Bierdeckels, der 1954 für die Unionsbrauerei gefertigt wurde. Aus diesem Bierdeckel ist der Flora-Orden entstanden.
Ein bisschen unscheinbar, leicht zu übersehen, hängt an einer Wand eines von vielen Bildern. Es sticht besonders heraus, weil es aus dem Jahr 1934 stammt und das erste Prinzenmariechen zeigt, Leo Schneider. Moment mal – Leo? Genau, richtig gehört: „Das erste Prinzenmariechen damals war ein Mann“, plaudert Heil munter weiter aus dem Nähkästchen. Warum sich zu dieser Zeit jedoch ein Mann als Frau verkleidet und auf der Bühne das Tanzbein geschwungen hat, diese Antwort ist in der bunten Geschichte der Foaset verloren gegangen.
Ein Ölgemälde, das Heil vom Sperrmüll rettete und das die Fastnacht als buchstäblich fünfte Jahreszeit stilisiert, ein Bereich, der dem ersten Prinzen, Prinz Törtchen Otto Thiele gewidmet ist, Bilder der drei Varios, die von 1953 bis 1963 in der Region gesungen hatten, bevor sie von Mainz abgeworben wurden – die an Schätzen und den dahinter stehenden Geschichten und Anekdoten ist fast endlos. Und würden auch den Rahmen dieser Ausgabe sprengen. 

Konzept für Ausstellung

Bereits im vergangenen Jahr hat Museumsleiter Dr. Frank Verse Gespräche mit Bernd Heil und weiteren Vertretern des Fördervereins Fastnachtsmuseum Fulda geführt, um die Möglichkeiten einer Ausstellung im Vonderau Museum auszuloten. „Da das Vonderau Museum aber vor einer Neukonzeption der kompletten Dauerausstellung steht, können noch keine abschließenden Aussagen zu Umfang und Gestaltung gemacht werden, zumal die Ausstellungsplanung noch ganz am Anfang steht“, erklärt Verse dem Marktkorb gegenüber.
Aber:„Die Fastnacht wird aber als ein wichtiger Teil des Fuldaer Brauchtums in der neuen Dauerausstellung in jedem Fall berücksichtigt werden. In der Zwischenzeit soll mit dem Förderverein Fastnachtsmuseum ein Ausstellungskonzept entwickelt werden, wobei zunächst an eine Umsetzung in Räumlichkeiten des Stadtschlosses gedacht ist.“

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