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Zum Wahlkampf zählt das Plakatekleben: Auf dieser Holztafel in Rothemann präsentieren sich die drei Bürgermeisterkandidaten mit ihrem Konterfei. Foto: Tobias Farnung

Wer schafft es ins Schlösschen?

am 22.01.2020

Am Sonntag möchten drei Kandidaten neuer Bürgermeister von Eichenzell werden

EICHENZELL (tf). An diesemSonntag wählen die Eichenzeller ihren neuen Bürgermeister. Seit 2008 war Dieter Kolb (parteilos) nun Chef im Rathaus der Stadtrand-Gemeinde.Aber nach zwei Amtsperioden ist für ihn endgültig Schluss.

Das Amt kann durchaus als attraktiv bezeichnet werden. 11.000 Einwohner leben im Kernort sowie den Ortsteilen Rothemann, Kerzell, Löschenrod, Büchenberg, Lütter, Döllbach, Welkers und Rönshausen. Die Besoldung liegt laut Stellenausschreibung bei „B2“, was laut dem Portal oeffentlicher-dienst.info jährlich rund 95.000 Euro brutto auf dem Lohnzettel bedeutet.
Erhält keiner der drei Bewerber die absolute Mehrheit, findet am 9. Februar eine Stichwahl statt.
Drei Kandidaten hoffen auf die Gunst der Wählerinnen und Wähler am kommenden Sonntag: Johannes Rothmund tritt für die CDU an, der parteilose Lutz Köhler wird von der SPD unterstützt, Harald Friedrich geht für die BLE ins Rennen. Der Marktkorb hat die Positionen der drei Kandidaten gecheckt:

Wirtschaft/Gewerbe: Alle drei Kandidaten betonen gleichermaßen, dass neben einer tatkräftigen Unterstützung der vorhandenen Unternehmen auch neue Firmen gewonnen werden sollten. Johannes Rothmund wünscht sich dabei vor allem innovative, mittelständische Betriebe, Harald Friedrich kann sich aufgrund des Glasfasernetzes durchaus High-Tech-Firmen vorstellen. Lutz Köhler ist es wichtig, dass die neuen Firmen dabei möglichst wenig Fläche verbrauchen, wenig Immissionen verursachen, aber dennoch Arbeitsplätze schaffen.

Wohnen: Johannes Rothmund möchte gerne Möglichkeiten für neuen Wohnraum in den Innenbereichen der Gemeinde – sowie falls realisierbar auch in den Außenbereichen – prüfen. Denn nur durch ein Angebot, das der Nachfrage entspricht, könnten die Mietpreise auf einem vertretbaren Niveau gehalten werden. Gleichzeitig sieht der CDU-Kandidat aber auch einen Bedarf darin, den Lärmschutz und die Verkehrsbelastung in den vorhandenen Wohngebieten zu verbessern. Lutz Köhler – selbst Vorstandsmitglied des Mieterbundes – möchte als Bürgermeister Anreize bieten, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dies könne beispielsweise durch vergünstigtes Bauland geschehen, wenn im Gegenzug der Bauherr neben seinem eigenen Wohnraum auf diesem Grundstück eine zusätzliche Wohnung schafft. Harald Friedrich fordert zum Beispiel, Familien und Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, bei der Vergabe von Bauland bevorzugt zu behandeln.

Vereinsleben:
In diesem Punkt herrscht Einigkeit bei allen Bewerbern. Eichenzell hat ein tolles, funktionierendes Vereinsleben, sagen sie unisono. Daher haben sich auch alle drei zum Ziel gesetzt, die Vereine maximal zu unterstützen, so dass diese ihren Weg weiter so erfolgreich gehen können.

Gemeindefinanzen/Haushalt: Lutz Köhler legt Wert darauf, im Falle von Investitionen immer Schwankungen bei den Gewerbesteuererträgen im Hinterkopf zu behalten.Dies musste die Gemeinde zum Beispiel 2019 schmerzlich feststellen, als die Einkünfte um fast eine Million Euro niedriger ausfielen als ursprünglich geschätzt. Auf nachhaltiges Wirtschaften legt deshalb auch Johannes Rothmund großen Wert. Aus diesem Grund will er jeder Investitionsentscheidung eine Wirtschaftlichkeitsberechnung hinterlegen. In Punkto Controlling sieht er noch Luft nach oben, so dass die Gremien vor Entscheidungen noch mehr Transparenz erhalten können. Eine etwas andere Sicht hat BLE-Kandidat Friedrich. Er ist überzeugt, dass echte Investitionen in die Zukunft der Gemeinde auch finanziert werden dürften. „Durch Sparen alleine kommt man nicht voran“, sagt Friedrich. Außerdem fordert er, dass die Ortsbeiräte mehr Mitspracherecht bei der Priorisierung der zu realisierenden Projekte bekommen sollten.

Kommunikation: In diesem Punkt sind sich alle Kandidaten einig, dass sich etwas verbessern muss. Während Harald Friedrich, Johannes Rothmund und auch Lutz Köhler die Bürger stärker im Blick haben, forciert SPD-Mann Köhler vor allem auch einen engeren Austausch mit den Fraktionsvorsitzenden und Ortsbeiräten.
Verkehr/Infrastruktur: Nachdem Friedrich glücklich ist, dass die Straßenbeiträge vom Tisch sind, müsse nun der ÖPNVverbessert werden – auch zwischen den Ortsteilen. Als Schlagworte nennt er ein Bürgerticket und einen Bürgerbus. Das Thema Nahmobilität haben sich seine beiden Kontrahenten auf die Fahnen geschrieben. Köhler hat auch die E-Mobilität im Fokus und forciert hierbei eine ordentliche Ladeinfrastruktur. Außerdem müsse das Radwegenetz weiter ausgebaut werden. Ein Thema, das alle Kandidaten vereint, ist der Lärmschutz. Denn Eichenzells zentrale Lage an B27, A7 und A66 sei Fluch und Segen zugleich. 

Familienförderung/Kinderbetreuung:
Johannes Rothmund schwebt ein Familienzentrum vor, das Familien in allen Phasen des Lebens unterstützen kann. Kurzfristig sieht er vor allem das Thema U3-Betreuung sehr weit oben auf der Prioritätenliste angesiedelt. Harald Friedrich hingegen möchte vor allem die Öffnungszeiten der Kindertagesstätten und Krippen zu optimieren. Außerdem möchte er sich dafür einsetzen, die Spielplätze im Gemeindegebiet attraktiv zu gestalten. Lutz Köhler hat in Gesprächen in den Ortsteilen erfahren, dass dort inSachen U3-Betreuung noch Nachholbedarf ist. Daher möchte er sich um dieses Thema kümmern. Am Herzen liegen ihm aber auch die Jugendlichen. Daher wünscht er sich, dass die vorhandenen Jugendräume erhalten werden können.

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