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Familie Baitinger (mit drei ihrer vier Kinder) steht nach zwölf Jahren Stadtcafé-Betrieb vor neuen Herausforderungen. Foto: Sabine Burkardt

Optimismus schlägt jähes Ende

am 17.01.2020

Das Stadtcafé Hünfeld will nach Schließung mit neuem Konzept weitermachen

HÜNFELD. Die Nachricht hatte Anfang des Jahres eingeschlagen wie eine Bombe: das Hünfelder Stadtcafé, das seit zwölf Jahren kultureller und gastronomischer Anziehungspunkt in der Innenstadt ist, schließt zum 31. März.

„Wir sind optimistische Menschen. Wenn für uns eine Tür zugeht, dann geht sicherlich eine andere wieder für uns auf“, sagt Daniela Baitinger, die an einem Tisch mitten in ihrem Stadtcafé sitzt und sich mal kurz für eine halbe Stunde eine Pause gönnt. Denn es gibt für die Gastronomin und ihren Ehemann Stefan nachwievor viel zu tun in dem kleinen gemütlichen Café, das sich in den vergangenen Jahren vor allem auch einen Namen als Location für Kleinkunstabende gemacht hat. Denn in den vergangenen zwölf Jahren standen rund 250 Künstler auf der Bühne des Stadtcafés.
„Hier läuft alles erstmal weiter. Die Veranstaltungen bis Ende März werden alle durchgeführt. Auch die offene Gastronomie bleibt bis dahin“, erklärt Stefan Baitinger, dem allerdings anzusehen ist, dass ihm die Nichtverlängerung des Pachtvertrages und damit das Ende des Stadtcafés zu schaffen macht. „Naja, das ist ja klar, wenn eine Familie kurz vor Weihnachten erfährt, dass die berufliche Existenz auf dem Spiel steht“, sagt der gelernte Hotelfachmann.  „Jetzt haben wir fünf Jahre lang nach einem Haus in Hünfeld gesucht und endlich eins gekauft, da fällt uns die Arbeit weg“, fügt  Daniela hinzu.
Aber anstatt sich in die Ecke zu verkriechen und zu jammern, haben die Baitingers die Ärmel hochgekrämpelt und rund 1500 Mails an ihre Gäste und Freunde verschickt, um sie über die Schließung zu informieren. Und um gleichzeitig nach Ideen für neue Locations für die Kleinkunstabende zu fragen, denn der Veranstaltungskalender des Stadtcafés für das Jahr 2020 ist komplett durchgeplant. „Das war blöd gelaufen. Die Flyer des Jahresprogramms waren gerade gedruckt, als uns der Verpächter von der Beendigung des Pachtvertrages informierte“, bedauert Stefan Baitinger.
Die Resonanz auf die Mails war laut Ehepaar Baitinger enorm, und was dabei den beiden am meisten zu Herzen ging, war der große Zuspruch darin. „30 Sekunden nachdem die ersten Mails verschickt waren, kam schon die erste Antwort“, freut sich Daniela. Ganz besonders ergriffen sind die beiden Gastronomen von der Tatsache, dass einige Hünfelder spontan ihre Räumlichkeiten für die Kleinkunstabende anboten und sogar Konkurrenzbetriebe aus Fulda ihre Bühnen für die Baitingers zur Verfügung stellen wollen. „Es ist schön zu wissen, dass man nicht allein gelassen wird“, betont Stefan.
Konkretes zu ihren Zukunftsplänen kann die Stadtcafé-Familie nach der kurzen Zeit noch nicht sagen, dazu wollen sie erstmal alle Ideen sammeln. „Es könnte aber sein, dass sich ein ganz neues Konzept entwickelt. Vielleicht in Richtung mobile Location, die es ermöglicht, die Kleinkunstabende an wechselnden Orten auch über Hünfeld hinaus stattfinden zu lassen.
Und auch die Ausrichtung in die Hotellerie ist bei uns nun ein Thema“, erklärte Stefan. Ein Anliegen der beiden Inhaber ist es jedoch, dass die Veranstaltungen nach wie vor in Hünfeld stattfinden können. „Wir leben in Hünfeld und bleiben hier. Und wir sind mit Herzblut Gastgeber und Gastronomen“, betonten die beiden.

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