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Vor der Abfahrt in Fulda: Andreas Hartmann und eine Zugbegleiterin warten darauf, dass die Uhr 10.20 Uhr anzeigt, damit die Fahrt nach Kassel Hauptbahnhof starten kann. Foto: Torsten Goßmann

Fast wie jeder andere Tag

am 08.01.2020

Dienst zu Silvester: Lokführer Andreas Hartmann bringt Menschen von A nach B

FULDA (tg). Schon der Anblick der leeren Parkplätze am Bahnhof zeigt, dass dies kein gewöhnlicher Tag ist. Nicht viele Menschen sind mit dem Zug unterwegs, denn es ist der Silvestermorgen des Jahres 2019. Für Andreas Hartmann jedoch ist es ein Arbeitstag wie jeder andere.

Während anderenorts ein Großteil der Leute schon emsig dabei ist, die Feier ins neue Jahr vorzubereiten, ist der 38-Jährige zwischen Bebra und Fulda hin- und hergerissen. Hartmann ist Lokführer bei der cantus-Bahn und hat an Silvester 2019 Frühschicht auf der Strecke zwischen der Dom- und der Biberstadt.
„Um diese Uhrzeit (10.20Uhr) ist es an Feiertagen meistens sehr ruhig“, weiß der Lokführer. In dem Gebiet der cantus-Bahn verlaufe der Dienst generell eher entspannt, vor allem im Vergleich zu Gegenden wie zum Beispiel um Frankfurt. „An den Tagen, wo ich Silvester wirklich einmal nachts gearbeitet habe, war es fast immer relativ ruhig“, erzählt er, während er gerade den Fahrbremsschalter bedient und das Tempo des cantus drosselt, um im Bahnhof Hünfeld zu halten.
Hartmann ist seit zwölf Jahren Lokführer. Seine Ausbildung machte er im Trainingszentrum der Deutschen Bahn in Frankfurt. Seit 2012 arbeitet er bei cantus. Den Weg zur Bahn hat er über einen Verwandten gefunden, der diesen Beruf ebenfalls ausgeübt hat und ihn darauf hinwies, dass viele Stellen frei waren.
Doch auch wenn es im Streckennetz zwischen Kassel, Fulda, Eisenach und Göttingen eher verhalten zugeht, so hat der 38-Jährige immer wieder mit Überraschungen zu tun, bei denen man einfach nur ins Staunen kommt. „Vor einigen Jahren gaben Fahrgäste bei mir ein Kind ab. Die Familie, die gerade aus dem Urlaub kam, hat den sechs- bis siebenjährigen Jungen wahrscheinlich wegen ihrer vielen Koffer im Zug vergessen. Im  nächsten Bahnhof konnte die Familie aber wieder vereint werden und für den Kleinen war es natürlich ein tolles Erlebnis, hier im Führerhaus mitzufahren.“
Täglich trägt der Eisenacher, je nachdem ob Weihnachtsmarkt-Saison oder Ferien sind, grob geschätzt für 500 bis 1000 Fahrgäste die Verantwortung, die im Verlaufe einer Schicht ein- und aussteigen, wobei er aber betont, dass sich eine solche Prognose nur schwer geben lässt. „Ein Halt an einem Bahnhof dauert im Idealfall 20 Sekunden“, erläutert Andreas Hartman, während er mit einer Geste den Lokführer eines auf dem anderen Gleis entgegenkommenden Güterzugs kollegial grüßt. Das ist aber oft nur Wunschgedanke, denn wenn zum Beispiel gerade in Hünfeld einegrößere Schulklasse einsteigt, sind diese 20 Sekunden schnell überschritten. Während seiner Silvesterschicht jedoch halten sich solche Verzögerung dann aber doch eher in Grenzen.

Silvesterschichten teils auch bis 1.30 Uhr

Doch auch, wenn während der Feiertage die Fahrten meistens etwas ruhiger verlaufen, sind sie für das Team im cantus etwas besonderes. „An solchen Tagen kommt oft etwas zurück von unseren Fahrgästen“, sagt die Zugbegleiterin, die ebenfalls am Silvestermorgen im Dienst ist. Reisende, die möglicherweise selbst beruflich unterwegs sind, seien zu Weihnachten oder eben Silvester, aber auch Ostern oft sehr dankbar, ein freundliches Gesicht als Zugbegleitung zu sehen.
Je nach Leitstelle kann es sein, dass einige Lokführer an Silvester noch bis 1.30 Uhr arbeiten müssen. Für Andreas Hartmann endet 2019 die Schicht um kurz vor 14 Uhr. Und nach einem kleinen Mittagsschlaf ist angedacht, ab 19 oder 20 Uhr entspannt in die Silvesterfeier zu starten, immerhin hat er am 1. Januar frei.

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