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Mit tatkräftiger Unterstützung seiner Tochter testet Professor Felix Ecker das ungewöhnliche Vehikel mit Elektromotor auf Herz und Nieren. Foto: privat

Trike bringt Mobilität und Lächeln zurück

am 22.04.2015

Nach einer Fuß-Operation radelt sich Professor Felix Ecker auf drei Rädern wieder fit

FULDA (MK). „,Ein Fahrrad? Du?‘ – So lautet die erstaunte Frage meiner Familie, als ich meinen Plan vorstelle, wie ich nach meiner Achillessehnen-Operation wieder möglichst schnell fit werde“, erzählt Felix Ecker. Nach einer Fußoperation hat der Professor für pharmazeutische Technologie und Verpackungswissenschaft an der Hochschule Fulda die Gelegenheit, ein Fahrrad-Trike zu Reha-Zwecken im Selbstversuch zu testen, genutzt.

„Aber klar doch!“ ist seine Antwort, denn Fahrrad fahren – hat ihm seine Physiotherapeutin erklärt – sei eine sehr gute Möglichkeit, Muskeln nach einer Phase der Immobilität aufzubauen, ob Krankheit oder Operation. Einziger Haken: Nach einer OP am Fuß lässt kein verantwortungsvoller Mediziner den Patienten aufs Rad. Zu groß ist die Gefahr, durch einen Sturz eine komplizierte Folge-Operation herauf zu beschwören. Das anfängliche Lächeln auf Eckers Gesicht bei der Idee, auf lässige Art wieder mobil zu sein, ist damit gleich wieder verflogen.

Gut dosierte Belastung

Doch so schnell gibt er nicht auf und forscht nach Alternativen: Ein standsicheres Dreirad namens „Scorpion“ wirkt vielversprechend. Ein Anruf und ein Gespräch mit dem Hersteller lässt das Lächeln wiederkehren. Das Trike wird geliefert. Im Grunde handelt es sich um ein sportliches Liegedreirad, das aber höher und komfortabler gebaut ist als vergleichbare Fahrzeuge. Die Krücken in einem bereits am Fahrzeug montierten Halter verstaut, die Füße in die Pedale gestellt und schon geht’s los. Die elektrische Tretunterstützung zeigt ihre Leistungsfähigkeit, und das Trike flitzt los. Jene Tretunterstützung erlaubt es, das Leistungsniveau ideal an den Trainings- und Gesundheitszustand des Patienten anzupassen. Das Zusammenspiel zwischen Schaltung und den Einstellmöglichkeiten des Motors sorgt für eine nahezu gleichbleibende Belastung.
Eckers ist von seinem Gefährt so begeistert, dass der Wissenschaftler in ihm angespornt wird, Ursachenforschung zu betreiben. Also löchert er Radexperten und Fachleute fürs Medizinische. Und bekommt viele spannende Zusammenhänge erklärt: Normalerweise erfolgt die Kraftübertragung vom Fuß auf die Pedale eines Fahrrads im Bereich der Fußballen. Das geht mit einer Belastung der Sehnen einher und ist bei einem Liegerad keinesfalls anders. Doch durch die Montage spezieller Pedale mit fest montierter Sohle wird beim Reha-Trike die Kraft über den ganzen Fuß übertragen. Dafür wurde eine aus Reha-Anwendungen bekannte Konstruktion fürs Fahrrad weiterentwickelt. Die vermindert die Gefahr der punktuellen Überlastung einer Sehne.
Gibt es bei so viel Licht auch Schattenseiten? „Ja, denn jedes Konzept hat seine Vor- und Nachteile“, ist Professor Eckers aufgefallen. Beim Trike sind es zwei Punkte. Die  Fahrzeugbreite, zumal es Absperrungen gibt, wo einfach kein Durchkommen möglich ist. Der zweite Nachteil ist, dass zu flottes Nehmen einer Kurve zwangsläufig zum Umkippen führt.
„Meinem Fuß geht es mittlerweile wieder erheblich besser. Auch meine Fitness hat wieder das ursprüngliche Niveau erreicht und ich bin sowohl mit Fahrrad als auch auf drei Rädern richtig flott unterwegs“ freut sich der Professor. Trotzdem möchte er das Trike nicht mehr missen. Und zwar wegen der vielen freundlichen und lächelnden Gesichter. „Ich wusste vorher gar nicht, wie viele nette Mitmenschen tagtäglich in ihren Autos um mich herum sind. Um das zu erfahren, musste ich erst meinen Fuß operieren und ein Trike zur Reha nutzen.“

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