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Auch wenn die „Grie Soß“ aus Frankfurt kommt: Ute Kirst ist von Brigitte Mode-Scheibels (links) Hanauer Version überzeugt. Fotos: ge

Die Mutter aller Grünen Soßen

am 20.04.2015

Strolchs Begegnung mit Brigitte Mode-Scheibel, hessischer Esskultur und dem Thermomix

LAUTERBACH (ge/ki). „Wohin mit den vielen Ostereiern, Wolfgang?“ fragte einst Goethes Mutter. Kurz danach soll sie die „Frankforter Grie Soß“ kreiert haben. Über die Mutter aller „Grünen Soßen“ existieren weitere Mutmaßungen.

Fakt ist: Die Schweizer haben die Kräutersoße nicht erfunden. Wie heißt es so schön Hessisch und „frei“ nach Friedrich Stoltze: „Un es will merr net in mein Kopp enei: Wie kann nor e Grie Soß kei Frankfortter sei!“ Die Kultspeise gehört zur Mainmetropole wie der „Eiserne Steg“ und Sachsenhausen.
Hanauer bringt man eher mit „Geeleriewe“ (Gelberüben) in Verbindung. Aber, der Strolch und Ute Kirst schwören: Die beste „Grie Soß“ in ihrem Leben von den Tellern eines Hanauer Mädchens mit Wohnsitz Lauterbach gegessen zu haben. Brigitte Mode-Scheibel hatte die MK-Rezept- und Testesser eingeladen, weil ihre „Grie Soß“ – das Rezept hat sie von der Großmutter – der ganzen Familie und Freunden schmeckt.
Außerdem sind Mode-Scheibels absolute Strolchfans, seit die Figur das Zeichenbrett des Lauterbacher Designbüros verlassen hat. „Urlaub?! Niemals ohne unsere Strolchshirts...“, untermauert die Frau mit Lehrauftrag an der Hochschule Fulda. Des Weiteren ist sie in der Lauterbacher Kreisverwaltung tätig sowie in sieben Vereinen aktiv. Vereinsleidenschaft und Leidenschaft zum Kulinarischen teilt sie mit ihrem Mann Eckhard Scheibel. Auch er steht gerne am Kochherd. Mit dem Verein Mobile haben sie 2012 zum Stadtjubiläum das sensationelle Bürgermahl aus der Taufe gehoben und den Marktplatz in eine riesengroße Tafel verwandelt sowie die Bürger an einen Tisch gebracht. Essen ist so viel mehr als Nahrungsaufnahme.
Beruf und Kochen? Im Hause Mode und Scheibel hilft ein guter Freund. „Gestatten Thermomix“, macht Brigitte den Hilfskoch bekannt. Der Strolch staunt, während Ute Kirst verzückt aufschreit und die „magischen“ Worte wiederholt: „Thermomix!“, fragt sich der Strolch: „Was zur Hölle ist ein Thermodingsbums?“ Die Antwort lässt nicht auf sich warten. Mixen, wiegen, kneten, kochen, dämpfen – dem Küchengerät ist nichts zu schwer. Willkommen, lieber Strolch, im Zeitalter des digitalen Kochens. Böse Zungen behaupten, dass Brigitte damals ihren Eckhard Scheibel nur geheiratet hat, weil er den neueren Küchenhelfer mit in die Ehe einbrachte.
Jedoch ist der beste Küchenhelfer nichts wert ohne eine erfahrene Köchin, und das ist Brigitte. Aufgewachsen ist sie in der elterlichen Bäckerei und somit den Umgang mit Lebensmitteln gewöhnt. Ihr Lieblingsessen: Rouladen im Schnellkochtopf zubereitet. „Fettes Fleisch, das geht gar nicht und nur mit Kräutersalz schmecke ich meine Gerichte ab“, plaudert sie los. „Je mehr Gäste am Tisch... Für 14 Leute habe ich zu Weihnachten schon gekocht.“
Das strukturierte Arbeiten hat Brigitte Mode-Scheibel verinnerlicht und kommt ihr auch in der Küche entgegen. Was aber ist das Geheimnis ihrer „Grünen Soße“? Warum wurde es zum Lieblingsessen der Kinder. „Die sieben Kräuter müssen ganz fein durchgemahlen sein.“ Das ist alles?! Kräuter, die im Hals kratzen und Hustenanfälle erzeugen, braucht weder Goethe noch Wolfgang.
Gisela Paul, Marktfrau aus der Frankfurter Kaiserstraße, besingt sogar die Kultspeise, die sie erfolgreich verkauft: „Grie Soß macht gute Laune...“ Grüne Soße macht aber keine Standesunterschiede. An ihrem Stand schnabuliert der Banker neben dem Wohnsitzlosen. Ob mit oder ohne Gesang. Ab dem Donnerstag vor Ostern isst Hessen Grün, wochenlang. „Grün ist meine Farbe!“, fügt Brigitte an, weswegen der Strolch ihr eine grüne „Strolch-am-Herd-Schürze“ mitgebracht hat. Damit kommt sie neben dem Thermomix richtig zur Geltung.

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