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Bei ihrem Auslandpraktikum in der Wiener Magistratsabteilung 65 war Selma Müller unter anderem für die Kontrolle der berühmten Fiaker zuständig. Foto: privat

Kaffeehäuser, Kunst und Kaiserschmarrn

Artikel von Selma Müller am 05.02.2020

Inspektoranwärterin Selma Müller zu Gast bei der Wiener Stadtverwaltung / Wertvolle Erfahrungen

FULDA. Im Rahmen des dualen Studiengangs „Public Administration“ bietet die Stadt Fulda ihren Auszubildenden die Möglichkeit einer Freistellung für ein sechswöchiges Auslandspraktikum. Dieses Angebot nutzte die Inspektoranwärterin Selma Müller (28) im Oktober 2019 und verbrachte einige Zeit bei der Stadtverwaltung in Wien. Lesen Sie den Erfahrungsbericht der Auszubildenden:

Schon länger begeisterte ich mich für Wien, da die österreichische Hauptstadt neben einem äußerst reichen Kulturangebot in kaiserlich-königlicher Atmosphäre auch aus kommunalrechtlicher Sicht interessant ist. Wien ist Hauptstadt, Bundesland und mit 414 Quadratkilometern und ca. 1,84 Mio. Einwohnern auch größte Gemeinde Österreichs. Mit rund 65 000 Personen entspricht die Zahl der Mitarbeiter der Wiener Stadtverwaltung in etwa der Zahl der Einwohner Fuldas.
Wien gilt als eine der europäischen Vorreiterstädte in Sachen Digitalisierung, und die Verwaltung legt großen Wert auf Personal- und Organisationsentwicklung. Einen weiteren Schwerpunkt bildet der internationale Austausch, und so bekam ich schon kurze Zeit nach meiner Bewerbung eine unkomplizierte Zusage für ein Praktikum.
Ich begann bereits gut ein Jahr vor dem Beginn mit der Planung meines Aufenthalts, und bald waren die ersten Schritte getan, sodass ich mich relativ entspannt auf die Zeit in Wien freuen konnte. Nicht zuletzt, da die Stadt Fulda Azubis und dualen Studenten einen finanziellen Zuschuss spendiert und auch über das EU-Programm „Erasmus+“ Gelder angefragt werden können.
Und dann war es schon soweit: Der Aufenthalt in der Wiener „Magistratsabteilung 65“ stand bevor. Hier liegt die Zuständigkeit für rechtliche Verkehrsangelegenheiten, z.B. die Betreuung von Fahrschulen, Bearbeitung von Sondertransporten sowie Zulassung und Prüfung der Fiaker, also der für Wien typischen Pferdekutschen. Ich war dem Fiakerreferat zugeordnet, konnte aber auch in andere Bereiche hineinschnuppern, sodass ich insgesamt einen guten Überblick bekam.
Besonders spannend waren die Außentermine bei denen zu Kontrollzwecken Standplätze, Pferdeställe und Kutschenlager aufgesucht wurden. Neben tierschutzrechtlichen Aspekten spielten dabei auch technische und gewerberechtliche Belange eine Rolle. Weitere Einblicke boten sich in die Bereiche Fahrschulen, Kraftfahrlinien und Ausschüsse, wo ich ebenfalls bei Außenterminen teilnehmen und interessante Einblicke gewinnen konnte. Abwechslung zu rein rechtlichen Sachverhalten boten Themen wie Gesundheit in der Verwaltung, Umweltschutz in Wien oder auch die Mitarbeit in einem Pilotprojekt zum Thema Kollegiale Führung, wo ich an kreativen Meetings teilhaben konnte.
Insgesamt nahm ich viele spannende Eindrücke mit, die mein Verständnis von Verwaltung erweiterten. Von den städtischen Mitarbeitern wurde ich sehr herzlich empfangen und während meines Aufenthalts in die Wiener Lebensart eingewiesen. Immer hatten die Kollegen ein offenes Ohr für fachliche Fragen, gaben aber auch zahlreiche Tipps zu Sehenswürdigkeiten oder lohnenswerten Lokalen, sodass ich neben den üblichen Attraktionen schöne Orte kennenlernte, die auch bei Einheimischen beliebt sind.
Alles in allem war die Zeit bei der Wiener Stadtverwaltung für mich eine sehr wertvolle Erfahrung, von der ich nicht nur auf beruflicher Ebene, sondern auch persönlich mehr als profitiert habe und an die ich gerne zurückdenken werde.