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Im Sommer besuchte Otto Herbert den amtierenden OB Dr. Heiko Wingenfeld und berichtete aus seinem langen Berufsleben bei der Stadt Fulda. Foto: Stadt Fulda

Das Erscheinungsbild Fuldas mitgeprägt

am 03.12.2019

Ehemaliger Hochbauamts-Vize Otto Herbert wurde 90

FULDA (jo). Er hat über viele Jahrzehnte hinweg das öffentliche Bauen in Fulda mitbegleitet und damit das Erscheinungsbild der Stadt in der Nachkriegszeit mitgeprägt: Otto Herbert. Der langjährige stellvertretende Leiter des städtischen Hochbauamts feierte jetzt seinen 90. Geburtstag.

Der Jubilar wurde am 22. November 1929 in Neuhof (Kreis Fulda) geboren, 1936 zog die Familie ins neue Eigenheim am Petersberg. Mitten im Zweiten Weltkrieg begann er 1944 eine Ausbildung als Bauzeichner im Hochbauamt der Stadt Fulda. Trotz der Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit konnte er seine Ausbildung fortsetzen und 1947 abschließen. Es folgte eine weitere Lehre als Maurer und Steinmetz bei der Firma Gehring in Fulda, bevor Herbert 1950 bis 52 an der FH Frankfurt den Abschluss als Bau-Ing. grad. erwarb.
Von 1952 bis 1960 war Herbert im Staatsbauamt Fulda beschäftigt und war dort unter anderem für die sogenannten Patronatsbauten des Landes Hessen im Raum Fulda zuständig, also zum Beispiel den Fuldaer Dom und die Michaelskirche, aber auch die Rasdorfer Stiftskirche. In seine Zeit beim Staatsbauamt fiel unter anderem die Beseitigung der Kriegsschäden am Dom, die Neugestaltung des Domplatzes (der damals noch im Landesbesitz war) und auch die Planung für den Neubau der BGS-Kaserne in Hünfeld.
Zum Jahreswechsel 1959/1960 kehrte Otto Herbert zu den Anfängen seiner Berufskarriere zurück – ins Fuldaer Stadtschloss. Zunächst wurde er Sachbearbeiter im Hochbauamt, 1969 stieg er zum stellvertretenden Amtsleiter auf und behielt diese Position bis zu seiner Pensionierung im geschichtsträchtigen November des Jahres 1989.
In seiner Zeit im Hochbauamt, in der er vier Stadtbauräte erlebte – Hans Nüchter, Peter Niehaus, Kuno Naehrig und Dr. Wolfgang Gehrke – prägte er die städtische Bautätigkeit: Der Neubau der Feuerwache, das komplett neue Schulviertel mit insgesamt zehn Schulbauten, der Umbau des Hl.-Geist-Hospitals, das neue Schlosstheater – allen diesen Projekten drückte Otto Herbert seinen Stempel auf, schließlich war er während vieler Vakanzen der Amtsleiter oft der wichtigste Mann im Hochbauamt.
Auch ehrenamtlich engagierte sich Herbert in vorbildlicher Weise: 1958 gehörte er zu den Gründern der Technischen Vereinigung Fulda, deren Ehrenmitglied er heute ist. Von 1952 bis 1974 war er als Ortsgerichtsschöffe in seinem damaligen Wohnort Petersberg tätig. Dafür erhielt er 1975 den Landesehrenbrief. Ein Jahr zuvor war Herbert zusammen seiner Frau Anny (geb. Höhl) und den beiden Söhnen vom Petersberg zum Aschenberg gezogen.
Seine Ehefrau Anny, mit der er knapp 60 Jahre verheiratet war, starb vor zwei Jahren. Zum Ehrentag am 22. November gratulierten die beiden Söhne und eine Schwiegertochter – und natürlich auch die Stadt Fulda, in deren Diensten er einen Großteil seines Lebens verbracht hat.