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OB Dr. Heiko Wingenfeld überreichte den Eheleuten Martha Maria und Philipp Bunk auch ein Glückwunschschreiben des Hessischen Ministerpräsidenten. Foto: Stadt Fulda

Im Kino fing einst alles an

am 23.10.2019

OB gratuliert Ehepaar Bunk zur Eisernen Hochzeit

FULDA (jo). Seit 65 Jahren sind sie ein Ehepaar: Martha Marie und Philipp Bunk. Jetzt konnten die beiden 86-Jährigen, die in der Wasserkuppenstraße in Fulda zu Hause sind, ihre Eiserne Hochzeit feiern. Zu den Gratulanten zählte auch Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, der seine persönlichen Glückwünsche sowie ein Schreiben des Hessischen Ministerpräsidenten überbrachte.

Bei dem Besuch des OB plauderten die beiden Ehejubilare aus ihrem Leben, das eng mit der Geschichte Fuldas, aber auch mit Fuldas Partnerstadt Leitmeritz verwoben ist: So stammt Martha Marie Bunk, geb. Alt aus einem Dorf nahe Leitmeritz und kam 1946 zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester als Heimatvertriebene nach Fulda; ihr Vater war damals noch in Kriegsgefangenschaft. An der Langebrückenstraße fand die Familie eine Bleibe. Philipp Bunk ist alteingesessener Fuldaer, sein Vater, der bei der Stadt arbeitete, gehörte zu den ersten Bauherrn, die sich nach dem Krieg in der Wasserkuppenstraße in der entstehenden Edelzeller Siedlung ihre Bleibe errichteten.
Das Kennenlernen des jungen Paars Anfang der 50er Jahre war typisch für die Zeit: Man sah sich beim sonntäglichen „Flanieren“ auf der Friedrichstraße – Philipp Bunk fasste sich ein Herz und lud Martha Marie ins dortige Kino ein. Welcher Film lief, das wissen die beiden heute nicht mehr, wie sie schmunzelnd erzählen, aber eines sicher: Ein Jahr später war die Verlobung, und im Jahr darauf (1954) wurde geheiratet. Das junge Paar zog in das Haus in der Wasserkuppenstraße, und in den folgenden Jahren wurden nach und nach die drei Kinder, eine Tochter und zwei Söhne, geboren.
Philipp Bunk arbeitete zunächst weiter bei der Stadt und wurde dann nach Gründung des Abwasserverbands Fulda 1968 dort übernommen, während sich seine Frau zunächst um die Erziehung der Kinder kümmerte und später eine Anstellung als Bedienung im „Schultheisskeller“ in der Rabanusstraße übernahm – das lag nahe, schließlich hatte ihre Familie im Sudentenland selbst eine Gaststätte betrieben. 
1989 erlitt Philipp Bunk einen schweren Schlaganfall, weshalb er seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte. In der Folge gab auch seine Frau ihre Tätigkeit auf, um sich mehrere Jahre lang intensiv um ihren Mann kümmern. Das Paar meisterte dieses Schicksal, wie der OB in seiner kleinen Ansprache mit großem Respekt hervorhob, und gesundheitlich ging es wieder bergauf.
Dabei half auch ein gemeinsames Hobby: Schon immer hatten die Bunk große und kleine Tiere auf dem Grundstück in der Wasserkuppenstraße gehalten, jetzt perfektionierten sie ihre Leidenschaft und züchteten sehr erfolgreich Hunde. Vor allem in den 1990er Jahren waren sie international auf diversen Ausstellungen vertreten, mit einem Deutschen Pinscher und einem Zwergpinscher wurden sie sogar Weltsieger. „Andere Züchter haben oft schon resigniert, wenn sie nur gesehen haben, dass die Bunks wieder mit ihren Tieren vertreten sind“, erinnert sich Martha Marie Bunk mit einem Lächeln. Noch heute gehören zwei Hunde zum Haushalt und halten das rüstige Jubelpaar fit. Die sechs Enkelkinder und die sechs Urenkel leben inzwischen über die ganze Republik verteilt, aber zum Ehrentag der (Ur-)Großeltern waren viele von ihnen eigens angereist.