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Bei der Eröffnung des Treffens (von links): Bürgermeister Dag Wehner, Birgit Dabringhausen (Fachstelle Integration und Inklusion), Gastrednerin Dörte Maack und Stefan Mölleney (Leiter Amt für Jugend, Familie und Senioren). Foto: Stadt Fulda

Ein „Netzwerk Inklusion“ entsteht

am 08.10.2019

Fachstelle Integration und Inklusion organisiert erstes Treffen

FULDA (jo). Kennenlernen, gegenseitiger Austausch und Vernetzung von möglichst vielen, die im Bereich Inklusion in Fulda und der Region tätig sind: Das waren die Ziele des ersten Vernetzungstreffens Inklusion, zu dem die Fachstelle Integration und Inklusion der Stadt Fulda im September Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, Verbänden, Einrichtungen und Selbsthilfegruppen sowie alle Interessierten eingeladen hatte. Die Resonanz war so positiv, dass bereits ein Folgetreffen geplant wird.

Begrüßt wurden die rund 70 Gäste aus mehr als zwei Dutzend verschiedenen Vereinen, Einrichtungen und Institutionen durch Bürgermeister Dag Wehner und den Leiter des Amts für Jugend, Familie und Senioren, Stefan Mölleney. Birgit Dabringhausen, Mitarbeiterin der Fachstelle Integration und Inklusion, moderierte die Veranstaltung im Kanzlerpalais.
Bürgermeister Wehner betonte, dass in Fulda bereits an vielen Stellen Inklusion gelebt werde, mit der Fachstelle Integration und Inklusion setze die Stadt auch personell und finanziell Zeichen, dass ihr das Thema am Herzen liege, so Wehner. Gleichwohl gebe es noch viel zu tun, und das neue Format des Vernetzungstreffens soll ein Forum für alle Akteurinnen und Akteure auf diesem Gebiet bieten.  
Es folgte ein inspirierender Impulsvortrag der Moderatorin Dörte Maack, die im Alter von 25 Jahren an einer seltenen Augenkrankheit erkrankte und später völlig erblindete. Die schockierende Diagnose warf alle ihre Lebenspläne über den Haufen. Zu diesem Zeitpunkt war die ausgebildete Trapezkünstlerin deutschlandweit erfolgreich mit ihrem Comedy- und Theaterensemble unterwegs. Mit entwaffnender Offenheit schilderte Maack dem gebannt lauschenden Publikum ihre Verzweiflung und ihre Ängste vor der „Endstation Behinderung“ – und auch ihre Erkenntnis, dass die Zahl ihrer Möglichkeiten trotz Blindheit nicht weniger geworden sind. So studiert sie – bereits vollständig erblindet - Sport, Linguistik und Pädagogik, für ihre Sportprüfung absolviert sie sogar einen Hürdenlauf unter Wettkampfbedingungen. Später konzipierte sie Workshops für Führungskräfte in lichtlosen Räumen und wurde eine erfolgreiche Moderatorin und Rednerin.
In den Jahren als Blinde habe sie auch erfahren, wie heterogen die Gruppe der Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Wirklichkeit ist. „Aber eines ist allen gemeinsam: Es genügt ein einziges Merkmal, um diese Menschen auszugrenzen“, so Maack.
Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Treffens machte sie Mut: „Glauben Sie an Ihre Träume und Ihre Kraft, nicht an die Umstände! Suchen Sie Wege, nicht Ausreden, warum etwas nicht geht! Und fragen Sie Leute, die wissen wie’s geht – und nicht nur Leute, die sich gegenseitig bestätigen, wie schwierig alles ist!“
Im Anschluss an das Gastreferat, das viel Applaus erntete, bestand die Möglichkeit, in Kleingruppen mit verschiedenen Akteurinnen und Akteuren im Bereich Inklusion in Austausch zu treten. Dabei wurden neue Kontakte geknüpft und interessante Informationen ausgetauscht.
Anschließend präsentierte Hanns-Uwe Theele, der Vorsitzende des Behindertenbeirats der Stadt Fulda, den Inklusions-Kompass der IGbFD (Interessengemeinschaft barrierefreies Fulda e.V.). Er betonte, dass die Plattform insbesondere Menschen mit Behinderung, aber auch Seniorinnen und Senioren ermöglichen soll, alle Informationen, die sie benötigen, immer aktuell an einem einzigen Ort, nämlich im Internet zu finden.
Viele der Workshop-Gäste nutzten im Anschluss auch die Gelegenheit, an der Preisverleihung zum ersten Fuldaer Inklusionspreis teilzunehmen.