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Lastwagen mit Wasserstoffantrieb wie hier in der Schweiz sollen künftig auch in der Region Fulda und Osthessen unterwegs sein. Foto: Esoro AG, Fällanden, Schweiz

Fulda als Vorreiter für Wasserstoffantrieb?

am 06.08.2019

Osthessen könnte Versuchsfeld für Zero Emission in der Logistik werden / Förderwettbewerb HyLand

FULDA/WIESBADEN (fd). Für das Erreichen der deutschen Ziele beim Klimaschutz kommt es entscheidend auch auf den Beitrag des Verkehrssektors an. Fulda und Osthessen könnten da in Zukunft Pionierarbeit in Sachen Brennstoffzellenantrieb für Lkw leisten. Einige Betriebe der Logistikbranche sind schon dabei, die Stadt Fulda unterstützt die Bewerbung um das bundesweite Förderprogramm HyLand, weitere Interessenten sind willkommen.

Laut Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung müssen im Verkehrsbereich 40-42 Prozent an CO2-Äquivalenten eingespart werden. Basierend auf den Werten von 1990 sind in den vergangenen 25 Jahren keine signifikanten Einsparungen im Verkehrssektor zu verzeichnen gewesen. Dies bedeutet: In nur noch 11 Jahren müssen 68 bis 65 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden, möchte Deutschland seine Klimaziele im Verkehrssektor erreichen (und keine Strafzahlungen riskieren).
Besonders auf die Logistikbranche wirkt sich dies bereits ganz praktisch aus, da etwa eine zur Debatte stehende CO2-Steuer sich unmittelbar auf die Betriebskosten auswirken würde oder auch im Zuge der angekündigten Dieselfahrverbote etwa Einfahrverbote in Innenstädte drohen. Vor diesem Hintergrund werden zunehmend Lösungen diskutiert, wie den Anforderungen Rechnung getragen werden kann. Alle hiervon betroffenen Akteure müssen sich angesprochen fühlen und für sich Lösungen überlegen, wie sie nicht nur die Lebensgrundlagen aller erhalten, sondern auch ihr wirtschaftliches Fortbestehen sichern. Einen wichtigen Beitrag gerade im Segment der schweren Nutzfahrzeuge kann die Elektrifizierung des Antriebsstrangs mittels der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie  leisten. Seitens der Fahrzeugindustrie wurden hierzu einige Entwicklungsvorhaben gestartet, auch erste kommerzielle Lösungen zeichnen sich bereits ab.
Im Raum Fulda/Osthessen haben sich aus diesem Grund einige mittelständische Unternehmen im Bereich Logistik zusammengetan, um sich über Anwendungsmöglichkeiten von Wasserstoff und Brennstoffzellen auszutauschen. Im Rahmen des bundesweiten Förderwettbewerbs HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wird nun vom Kreis der interessierten Unternehmen ein Konzept erarbeitet, mit welchem man sich als Wasserstoffregion Fulda/Osthessen bewerben möchte. Die Stadt Fulda unterstützt diese Bewerbung.
Über die Förderung besteht die Chance, bis Mitte 2021 eine umsetzungsreife Feinplanung für den Einsatz von Wasserstoff in der Inter- und Intralogistik zu entwickeln. Dies betrifft sowohl die Erzeugung und Bereitstellung von Wasserstoff als auch die Flottenseite. Vor dem Hintergrund, der sich bis dahin abzeichnenden Entwicklungen auf dem Fahrzeugmarkt im Bereich alternative Antriebe möchte die Region als Logistikzentrum in der Mitte Deutschlands hiervon profitieren.
Die Hessische LandesEnergieAgentur (LEA) mit der dort angesiedelten Geschäftsstelle der H2BZ-Initiative Hessen unterstützt die Akteure aus der Region Osthessen bei der Antragserstellung zur Teilnahme am Förderwettbewerb und der Findung eines Konsortiums. Unternehmen aus der Logistikbranche in der Region sind herzlich eingeladen, sich dem bestehenden Kreis anzuschließen. Dies gilt ebenso für Unternehmen, die zum Aufbau einer Infrastruktur zur Erzeugung und Verteilung von (möglichst) grünem Wasserstoff als Kraftstoff beitragen möchten. Interessierte melden sich dazu bitte bis 16. August bei Herrn Kristuf vom beteiligten Ingenieurbüro EMCEL (mk@emcel.com).

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