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Strahlende Gesichter: 55 Fuldaer konnten jetzt aus den Händen von Margarete Hartmann die Einbürgerungsurkunde entgegennehmen. Fotos: Michael Schwab

Appell: Durch Zuwendung Flüchtlingen bei der Integration helfen

am 03.06.2015

Stadtverordnetenvorsteherin Hartmann überreichte 55 Fuldaern aus 25 Ländern ihre Einbürgerungsurkunde

FULDA. Eines der schönsten und deutlichsten Zeichen der Verbundenheit zur neuen Heimat ist die Einbürgerung. Mit diesem formellen Akt dokumentieren Jahr für Jahr viele Frauen und Männern aus allen Teilen der Welt ihre Bereitschaft, mit allen Rechten und Pflichten Deutsche werden zu wollen. Von Januar bis Ende April 2015 ist für 55 Fuldaer aus 25 verschiedenen Ländern dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. Als Ausdruck der Wertschätzung lud die Stadtverwaltung die Neubürger zu einem Empfang im Marmorsaal ein.

Buntes Fulda

„Fulda ist bunt“, lautete vor Jahren der Slogan einer städtischen Aktion zur Vielfalt innerhalb der Fuldaer Gemeinschaft.  „Wie bunt Fulda wirklich ist, können wir hier und heute eindrucksvoll demonstrieren“, freute sich Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann angesichts der zahlreichen Gäste im Marmorsaal. Fulda sei eine „moderne, weltoffene Stadt“, bekräftigte sie und begrüßte in Vertretung von Oberbürgermeister Gerhard Möller die Neubürger. Seit fast 15 Jahren begeht die Stadt in der Regel dreimal pro Jahr die Einbürgerung mit einem Empfang, „weil wir wissen, dass dieser Tag für Sie ein  bedeutender ist. Sie sind nun gleichberechtigte Bürger, genießen alle Bürgerrechte und dürfen wählen.“
Die Einbürgerung setze eine dauerhafte Hinwendung zu Deutschland und ein Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung voraus. Das bedeute auch, dass die Neubürger dem Parlament angehören und darin ihre Interessen vertreten könnten. Hartmann hob gleichzeitig die Bedeutung des Wahlrechts als eines der wichtigsten Bürgerrechte hervor und appellierte an ihrer Zuhörerinnen und Zuhörer: „Machen sie immer von ihrem Recht Gebrauch.“ Auch mit ihrer Sprachvielfalt könnten die neuen Bundesbürger der Gemeinschaft einen wertvollen Dienst leisten. „Wir wünschen uns Ihren Beitrag am öffentlichen Leben. Unser Zusammenleben soll ein Geben und Nehmen sein. Pflegen Sie deshalb gut nachbarschaftliche Kontakte“, machte Fuldas Stadtverordnetenvorsteherin deutlich. Denn: Fulda habe so viel zu bieten. Jede Menge Neues, Interessantes, Wissenswertes komme nun auf sie zu. Diesen Gedanken verband Hartmann mit dem Wunsch für ein „gutes und angenehmes Leben in unserer Heimatstadt Fulda.“

Um Flüchtlingekümmern

Ein leidenschaftliche Plädoyer der Zuwendung zum Nächsten, insbesondere zur konstant wachsenden Gruppe der Flüchtlinge, gab Abdulkerim Demir vom Fuldaer Ausländerbeirat. Demir lobte zuvor Fulda dafür, dass sehr früh mit der Arbeit zugunsten ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger begonnen worden sei. Nicht in jeder hessischen Stadt gebe es etwas Vergleichbares. Menschen aus ungefähr 190 Ländern lebten zurzeit in Fulda. Diejenigen, die hier eine neue Heimat gefunden haben, seien sehr zufrieden. In den Verwaltungen von Stadt und Kreis habe sich „sehr viel zum Positiven verändert. Sie haben sich auch für Menschen mit Migrationshintergrund geöffnet“, erkannte Demir ausdrücklich an. Entscheidenden Anteil an diesem Erfolg habe der Ausländerbeirat. Offen bekannte das Beiratsmitglied: „Ich lebe seit über 25 Jahren in Fulda und fühle mich hier sehr wohl.“ Wer den deutschen Pass habe, könne nun in 160 Länder ohne Visum reisen. Das sei ein Vorteil gerade für die nachfolgende Generation.  Auch vor diesem Hintergrund sei die Entscheidung, Deutscher oder Deutsche zu werden, genau die richtige gewesen. Angesichts der im November anstehenden Ausländerbeiratswahlen appellierte Demir an die sogenannten „Doppelstaatler“ unter den Gästen, dass sie sich trotz ihrer deutschen Staatsangehörigkeit an der Wahl beteiligen könnten und sollten. „Schließlich möchten wir, dass auch der Ausländerbeirat bunter wird. Schön wäre es, aus jedem Kontinent jemanden dabei zu haben.“
Angesichts der Flüchtlingsthematik rief Demir den anwesenden Neubundesbürgern zu: „Wir brauchen Ihre Hilfe für die Menschen, die aus Kriegsgebieten stammen. Sie verstehen vielleicht deren Schicksal besser.“ Seine Bitte: „Begegnen Sie einem Flüchtling und seien Sie ihm behilflich.“ Momentan leben über 700 Frauen, Männer und Kinder aus Krisen- und Kriegsgebieten in Stadt und Region. „Sie brauchen Euch für einen besseren Integrationsprozess.“