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Der Strahl des Hochdruckreinigers wird gezielt auf die Kachel gelenkt. Foto: Mathilde Lemesle

Wo Strom und Wasser wirken

am 01.04.2015

Die Reinigungsarbeiten laufen: 46 städtische Brunnen werden in den kommenden Wochen in Betrieb genommen

FULDA (mal). Die ersten Sonnenstrahlen lassen sich blicken. Die Vögel zwitschern wieder und die ersten bunten Blüten knospen. Dass das Wasser wieder herunter sprudelt, dafür sorgen die Mitarbeiter des Betriebsamtes seit vergangener Woche.

Jozef Steinhöfer und Tobias Becker sind voller Konzentration bei der Arbeit. Den Strahl des Hochdruckreinigers lenkt der eine gezielt auf eine Kachel nach der anderen, während der Zweite im Bunde das Wasser mit einem Besen Richtung Abfluss befördert. Der Farbunterschied ist sofort zu erkennen. Das Braun verschwindet zugunsten der Farbe des Steines: Beige.

Arbeit erfordert Feingefühl

Der rechte Grottenbrunnen im Schlosspark unterhalb der Orangerieterrasse ist einer von 46 Brunnen in Fulda. Dazu kommen noch der Wasserspielplatz an der Tränke und das Kneippbecken in den Fulda Auen. Alle werden in den kommenden Wochen nach und nach in Betrieb genommen. Die Arbeit nimmt viel Zeit in Anspruch. Allein für die Brunnen im Schlosspark werden drei Tage nur für die Reinigung benötigt. Die Wasserachse beim Finanzamt nimmt zwei Tage in Anspruch, denn die Arbeit erfordert Feingefühl. „Die Bausubstanz kann schnell zerstört werden, da muss man gut aufpassen“, erklärt Jürgen Kekert vom Betriebsamt. Die Reinigung erfolgt nur mit Hochdruckreiniger und Wasser. „Wir nutzen keine chemischen Zusätze“, so Kekert.
Vor der Reinigung muss aber ein Teil der Technik in Betrieb genommen werden. Zu jedem Brunnen gehört ein Technikschacht. „Für einen Brunnen braucht man Strom und Wasser. Da diese Komponenten zusammen nicht harmonieren, sind die Schwierigkeiten vorprogrammiert“, sagt Roland Kanne, der für die Technik der Brunnen zuständig ist. Nach der Reinigung werden die Düsen, Pumpen und Ventile angebracht und in Betrieb genommen. Nach zwei Stunden Arbeit füllt sich langsam das Becken der Grottenbrunnen. „Dieser Brunnen ist recht einfach gebaut. Wenn nichts dazwischen kommt, ist er einfach in Betrieb zu nehmen. Andere Brunnen wie die am Universitätsplatz sind wesentlich komplizierter“, erklärt Kanne und fügt hinzu: „Die 16 Düsen werden von einem Computer gesteuert. Wenn eine nicht funktioniert, funktioniert der ganze Brunnen nicht.“
Doch mit der Inbetriebnahme zum Frühlingsanfang ist es nicht getan, denn die Algen vermehren sich weiterhin. Alle vier bis sechs Wochen müssen die Brunnen wieder gereinigt werden. Dann geht das Prozedere von vorne los: Wasser abstellen und laufen lassen, Reinigung mit Hochdruckreiniger und das Wasser wieder einfüllen. Zwei Mitarbeiter des Betriebsamtes sind drei Tage wöchentlich während der Saison für die Brunnen unterwegs.
Um die Arbeit zu erleichtern, überlegten Jürgen Kekert und Stephan Marschner, ebenso vom Betriebsamt, etwas Besonderes zu bauen. „Unsere Pritschenwagen werden vielfältig eingesetzt. Wir standen vor dem Problem, dass die Ausrüstung für die Brunnenreinigung immer wieder ein- und ausgeladen werden musste“, erklärt Stephan Marschner. Denn die Brunnenreinigung erfordert einiges an sperrigem Material: Der Hochdruckreiniger, der dazugehörige Stromgenerator sowie viele Schläuche.

Absperrung

Außerdem müssen Absperrungsgitter mitgenommen werden. „Die Schächte der Brunnen müssen gesichert werden, da sie während der Reinigung wegen des Wasserschaltens offen bleiben“, sagt Kekert.  Um das Problem zu lösen, entwarfen sie einen Wagenaufsatz, in dem die Ausrüstung untergebracht ist. Gebaut wurde er ebenfalls im Betriebsamt von der städtischen Schreinerei. „Wir brauchen jetzt nur den Aufsatz vom Auto herunter zu nehmen und der Pritschenwagen kann wieder anderweitig eingesetzt werden“, so Marschner. Jozef Steinhöfer und Tobias Becker sind nach knapp drei Stunden fertig. Dann geht es weiter zum nächsten Brunnen. Es sind noch 40 Brunnen in Betrieb zu nehmen.