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Auch in Ausnahmesituationen ist es wichtig, Familienrituale wie etwa Spieleabende aufrechtzuerhalten. Foto: Patrizia Tilly/Adobe Stock

Kindgerecht erklären, was jeder tun kann

am 20.03.2020

Tipps für Eltern in der Corona-Krise / Nicht unbedingt auf die Einhaltung von starren Regeln bestehen

FULDA (red/was). Überall nur noch ein Thema: Corona. Eltern sind besorgt, Schulen, Kitas und Geschäfte bleiben geschlossen, vermummte Menschen mit Atemschutzmasken verunsichern und ängstigen Kinder.

Wie geht man am sinnvollsten mit den Befürchtungen der Jüngsten unserer Gesellschaft um? Und wie gestaltet man den Alltag in der Familie, der es mit sich bringt, plötzlich täglich 24 Stunden zusammen zu sein. Diplom-Sozialpädagogin Kirsten Hückel-Dege von der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Landkreises Fulda empfiehlt:

Bleiben Sie ruhig: Wenn Eltern beunruhigt und ängstlich reagieren, wird sich dies auf ihre Kinder übertragen. Eltern sollten deshalb ruhig und kindgerecht erklären, was man selbst tun kann und was von anderen unternommen wird. Reden Sie mit Erwachsenen über Ihre eigenen Ängste, um sich zu entlasten – Kinder sind hierfür keine geeigneten Gesprächspartner.

Klären Sie auf: Erklären Sie Ihren Kindern ruhig und altersangemessen, was das Corona-Virus ist. Hier gilt: Je jünger Ihre Tochter oder Ihr Sohn sind, desto weniger detailreich sollten Ihre Erläuterungen sein. Erzählen Sie, dass es sich beim Corona-Virus um eine neue Erkrankung handelt, über die die Ärzte noch nicht sehr viel wissen. Fügen Sie unbedingt hinzu, dass im Moment mit Hochdruck nach einem Mittel und einem Impfstoff geforscht wird, viele Krankheitsverläufe mild sind, Kinder selbst weniger gefährdet erscheinen, und was man selbst tun kann, um sich zu schützen.

Wenig Sozialkontakte: Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber, dass die geliebten Großeltern nicht besucht werden können, um sie zu schützen. Der Verzicht auf persönliche Kontakte mit Klassenkameraden und Freunden soll die schnelle Verbreitung des Virus verhindern. So können auch Sie einen persönlichen Beitrag zur Überwindung der Krise leisten.

Rituale weiterführen: Wir wissen, dass gerade in Krisenzeiten eine gesunde Dosis von Ritualen helfen kann, um dem „Chaos“ und der Unvorhersehbarkeit des Alltags entgegen zu wirken. Rituale beruhigen und helfen, Stress zu bewältigen. Versuchen Sie daher eine gewisse Alltagsstruktur mithilfe von Lern- und Spielzeiten, gemeinsamen Mahlzeiten und eben den Gewohnheiten, die in Ihrer Familie Tradition haben, aufrechtzuerhalten. Vielleicht können Sie auch neue installieren, zusammen die Mahlzeiten zubereiten, Aufgaben im Haushalt verteilen oder ein Familientagebuch führen. Sicherlich haben Sie eigene kreative Ideen, die zu Ihrer Familie passen.

Erziehung in „Slow Motion“:
Da wir alle nicht wissen, wie lange der familiäre „Ausnahmezustand“ noch andauert, ist es wichtig, auf die eigenen Energiereserven zu achten, und weniger hilfreich, jetzt auf die beharrliche Einhaltung von Regeln, Konsequenzen und Co. zu bestehen. Eltern sollten nicht die komplette Anarchie in die Kinderzimmer einziehen lassen. Es entlastet aber alle Beteiligten, etwas lockerer im Umgang mit Fernsehen, PC und Handy zu sein.
Kinder können gut erkennen, wann es sich um eine Ausnahmesituation handelt, und werden wieder in den Alltagsmodus umschalten, wenn alles vorbei ist. Konsequenz in der Erziehung bedeutet nämlich, eine hohe Anpassungsfähigkeit an die aktuelle Situation verbunden mit dem nötigen Augenmaß zu finden, und nicht das Durchsetzen starrer Regeln und Erwartungen.

Telefonische Beratung möglich

Aufgrund der steigenden Zahlen von Erkrankungen und Verdachtsfällen in Zusammenhang mit dem Coronavirus finden derzeit keine persönlichen Beratungen in der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Landkreises in der Marienstraße statt. Unter  der Nummer (0661) 9015780 können telefonische Beratungstermine mit den Fachkräften der Beratungsstelle vereinbart werden. Dies ist zu folgenden Zeiten möglich: Montag-Freitag 8.30 bis 12.30 Uhr und Montag-Donnerstag 14.00 bis 16.00 Uhr.