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Kinder, Eltern, Freunde und Nachbarn – beim Hutzelfeuer kommt immer das ganze Dorf zusammen, wie beispielsweise 2018 in Künzell. Foto: Archiv

Feuer brennen, Frühling startet

am 26.02.2020

Um den Winter zu vertreiben, brennen Hutzelfeuer am Wochenende in der Region

REGION (jh). An jedem ersten Sonntag nach der Fastenzeit leuchten nach Einbruch der Dunkelheit in der Rhön die Hutzelfeuer. Es ist eine Tradition, um den Winter zu vertreiben: Am 1. März werden in beinahe jedem Dorf im Landkreis Fulda die Hutzelfeuer entzündet.

Baumabschnitte, Holzabfälle und natürlich Weihnachtsbäume werden bei diesem Rhöner Brauchtum verbrannt. In den meisten Gemeinden beginnen die Feuerwehren schon einige Wochen zuvor, das Brennmaterial einzusammeln und auf dem Hutzelplatz aufzuschichten.
Doch es gibt Ausnahmen, denn wer das Hutzelfeuer ausrichtet, ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. In Poppenhausen beispielsweise organisiert die Grundschule das Hutzelfeuer. Dabei werden sie vom gemeindlichen Bauhof unterstützt. „Dennoch sind wir von der Feuerwehr Poppenhausen selbstverständlich als Besucher vor Ort“, sagt Dietmar Link, Gemeindebrandinspektor der Gemeinde Poppenhausen. Das Hutzelfeuer ist schließlich eine Veranstaltung für das gesamte Dorf, womit zugleich die Gemeinschaft gestärkt wird. Denn der Brauch ist überall derselbe: „Mit dem Hutzelfeuer, das einen heidnischen Hintergrund hat, sollen die Wintergeister vertrieben werden“, weiß Dietmar Link.
Auch in Tann wird das Hutzelfeuer nicht (nur) von der Feuerwehr ausgerichtet, sondern vom Rhönklub am Friedrichshof. „Seit 40 Jahren ist der Friedrichshof bei Tann das Vereinshaus des Rhönklubs und seitdem wird dort jedes Jahr das Hutzelfeuer angezündet“, sagt Bettina Herbst aus Tann, Vorsitzende des Rhönklubs. „Gemeinsam mit den Gästen verbringen die Mitglieder des Rhönklubs einen schönen, gemütlichen Tag auf dem Friedrichshof. Dieser wird ab 14 Uhr den ganzen Tag über bewirtet.“
Zwei Mitglieder des Rhönklubs kümmern sich um den Hutzelhaufen, sammeln das Holz ein und schichten dieses beim Friedrichshof auf. Diese beiden sind auch Kameraden der Feuerwehr und übernehmen deswegen zugleich die Brandwache. „Der Haufen ist keine 20 Meter hoch, sondern eher ein Häufchen“, meint Herbst. Deswegen müsse die Feuerwehr bei diesem Hutzelfeuer nicht im Einsatz sein. „Wir wollen damit die Traditionen und den Rhöner Brauch aufrecht erhalten.“
Auch im Hünfelder Stadtteil Roßbach hat das Hutzelfeuer eine lange Tradition. Das Material für den Hutzelhaufen in Form von ausrangierten Weihnachtsbäumen wird dabei von den Kindern der Kinder- und Jugendfeuerwehr  einige Wochen zuvor aus dem ganzen Dorf eingesammelt.
Am Hutzelsonntag bei Einbruch der Dunkelheit ziehen die Kinder dann mit  Fackeln von der Kirche aus durch das ganze Dorf bis zum riesigen Reisighaufen auf dem Sportplatz. Die Fackeln bastelt der Nachwuchs der Feuerwehr Roßbach selbst. In einem der regelmäßigen Treffen der Kinder- und Jugendfeuerwehr  werden Leinentücher mit Fett eingelegt und auf Holzstäbe gewickelt.
Am Sportplatz angekommen, zünden die Kinder  das Feuer an und singen traditionelle Lieder. Bei Würstchen, Glühwein und Bier ist das Hutzelfeuer in Roßbach außerdem immer eine Gelegenheit, Leute aus dem Dorf zu treffen und mal einen Plausch zu halten.