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Im Innenhof des Landratsamts hatten sich viele ehemalige Auszubildende und Studierende zum Gruppenbild versammelt, die von Maria Post (ganze vorne, Mitte) in ihrer Zeit als Ausbildungsleiterin bei der Kreisverwaltung betreut wurden. Foto: Sebastian Mannert

Ausbildung mit Herzblut gelebt

am 31.01.2020

Maria Post geht nach 21 Jahren als Ausbildungsleiterin bei Kreisverwaltung in den Ruhestand

FULDA (was). Seit Maria Post am 1. April 1999 zur Ausbildungsleiterin der Kreisverwaltung ernannt wurde, hat sie insgesamt 235 junge Menschen fachlich begleitet und auf ihren weiteren Berufsweg vorbereitet. Mit Erreichen der Altersgrenze tritt die 65-jährige Amtfrau jetzt in den Ruhestand.

Kurz vor Weihnachten hatte die Bad Salzschlirferin 180 ehemalige und derzeitige Auszubildende und Studierende zu einer Abschiedsfeier in die Kantine des Landratsamts eingeladen. Immerhin 130 Personen, darunter einige junge Leute, die inzwischen zu Fachdienst- und Sachgebietsleitern aufgestiegen sind, waren gekommen, um alte Erinnerungen aufzufrischen. Zum Dank gab es neben Wellness- und Musical-Gutscheinen ein von den Auszubildenden selbst produziertes Video, das die weltweite Nachrichtenlage im Jahr 1969 beleuchtete, als Maria Post am 1. August eine Ausbildung zur Verwaltungsangestellten beim Landkreis Fulda begann, und in humorvoller Weise ihren beruflichen Werdegang skizzierte.
Zu ihrer Anfangszeit war der Büroalltag bei der Kreisverwaltung noch von Schreibmaschine, Diktiergerät und Durchschlagspapier geprägt. Bereits am ersten Ausbildungstag musste das „Lehrmädchen“ als Schwangerschaftsvertretung beim damaligen hauptamtlichen Kreisbeigeordneten Karl Staubach aushelfen. Und schon nach fünf Monaten landete sie im Vorzimmer des früheren Landrats Eduard Stieler. „Learning bei doing“ war weiter angesagt, als sie nach Übernahme ins Beamtenverhältnis, mehrjährigen Beamtenlaufbahn sowie Unterbrechung durch Mutterschutz und Erziehungsurlaub die neu geschaffene Stelle der Ausbildungsleiterin übernahm. Auch dort wurde sie „ins kalte Wasser geworfen“. Zuvor hatte sich der Personalamtsleiter um die Aufgabe gekümmert.
Maria Post erkennt an, dass Auszubildende heute selbstbewusster auftreten und beruflich schneller vorankommen wollen. Sie habe sich bemüht, den jungen Leuten auf Augenhöhe zu begegnen. Als Ausbildungsleiterin müsse man aber auch Führungsperson sein und dürfe vor Kritikgesprächen nicht zurückschrecken. Ihr Ziel sei gewesen, „selbst bei vollem Schreibtisch jederzeit ansprechbar zu sein“.
„Für mich war es eine faszinierende Erfahrung, junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung mitzuerleben.“ Dies habe sie geistig fit gehalten. Auch die eigenen, heute erwachsenen Töchter hätten ihr bestätigt, dass sie „up to date“ sei. Angesichts einer Vielzahl von Interessen und Aktivitäten im ehrenamtlichen Bereich werde sie als Ruheständlerin in kein Loch fallen. 
In den zurückliegenden 21 Jahren als Ausbildungsleiterin haben sich Umfang und Inhalte der Tätigkeit von Maria Post stark gewandelt. So ist die Zahl der Bewerber um einen Ausbildungsplatz fast um die Hälfte zurückgegangen, während sich die Zahl der zu besetzenden Stellen vor allem durch das seit einigen Jahren beim Landkreis Fulda angebotene Duale Studium mehr als verdoppelt hat. Obwohl die Bewerberlage insgesamt noch als gut anzusehen ist, wurden frühzeitig Maßnahmen ergriffen, um zum Beispiel durch Informationsveranstaltungen in Schulen oder die Präsenz auf Ausbildungsmessen gezielt junge Leute anzusprechen. „Wir sind keine langweilige Behörde, sondern bieten eine Fülle von interessanten beruflichen Möglichkeiten“, unterstreicht die gebürtige Hosenfelderin.
Nachdem ihr vor zwei Jahren ein Abschied noch schwerer gefallen wäre, ist für Maria Post jetzt der richtige Zeitpunkt zum Gehen. Auch Ehemann Herbert, der früher den Fachdienst Abfallwirtschaft beim Landkreis geleitet hat, freut sich schon, seine Frau künftig häufiger zu Hause zu sehen. Nicht nur die beiden verbindet eine „Amts-Ehe“, sondern auch vier ehemalige Auszubildende haben untereinander geheiratet. Im Übrigen wird Maria Post, wenn sie in der nächsten Woche ihr Büro im Landratsamt leergeräumt hat, die erste ehemalige Mitarbeiterin der Kreisverwaltung sein, die im Rahmen eines Pilotprojekts ihr gesammeltes berufliches Wissen in einer neuen Datenbank hinterlegt. Davon dürfte Gloria Kaspar profitieren, die ihr als Ausbildungsleiterin nachfolgt.