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Im Dezember gewann die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Großenlüder mit ihrem Projekt „Berufe hautnah“ den 14. IHK-Schulpreis in der Kategorie „Förder- und Hauptschulen in Nordhessen“. Foto: Gitte Diener

Chancen eröffnen – für das Leben

am 23.12.2019

Schulen des Landkreises Fulda: Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Großenlüder

GROSSENLÜDER (gd). Das größte Weihnachtsgeschenk erhielt die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Großenlüder schon zwei Wochen vor dem eigentlichen Fest: Mit ihrem Projekt „Berufe hautnah“ gewann sie beim 14. IHK-Schulpreis. Mit der Verleihung in Wiesbaden gab es 1500 Euro extra fürs Konto der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen.

„Wir freuen uns natürlich über die Auszeichnung, die unsere Arbeit im Bereich Berufsorientierung positiv bewertet“, erklärt Schulleiter Stephan Finke und ergänzt: „Dieses Thema ist uns ein besonderes Anliegen, denn wir wollen alle unsere Schüler nach ihrer Zeit bei uns gut am Arbeitsmarkt platzieren – und bisher hat das auch immer geklappt.“ Seit drei Jahren gibt es das Projekt „Berufe hautnah“, in dem verschiedene Rädchen im Prozess der Berufswahl ineinandergreifen und mehrere Akteure an einem Strang ziehen: Jugendliche besichtigen gemeinsam mit ihren Lehrern Kooperationsbetriebe, im Anschluss werden im Unterricht die Berufsbilder mit ihren Voraussetzungen, Anforderungen und Aufgaben beleuchtet. Es folgen gemeinsam mit dem Arbeitscoach Bewerbungstraining, Bewerbungsgespräche in den Firmen und anschließende Praxistage. „Und damit starten wir deutlich früher als es üblich ist – bereits zu Beginn der 7. Klasse“, sagt Stephan Finke.
So zentral das Programm um die spätere Berufsfindung im Schulalltag ist, es ist nur ein Baustein in der Förderung der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 18 Jahren. Es gibt weitere inhaltliche Schwerpunkte im Bereich Gesundheit. Die Schule ist als „gesundheitsfördernde Schule“ ausgezeichnet, so dass Themen wie „Gesunde Ernährung“, „Bewegungs- und Wahrnehmungsförderung“ sowie „Sucht- und Gewaltprävention“ eine besondere Rolle im unterrichtlichen Alltag einnehmen. Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf der Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung: „Unsere Schüler lernen etwa auch, selbstständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B zu kommen – eine wichtige Alltagskompetenz auch für die Ausweitung der beruflichen Möglichkeiten“, erläutert der Rektor. Der Unterricht nimmt zudem besonders die Fächer Deutsch und Mathematik und – nicht nur nebenbei – die Vermittlung der Schlüsselqualifikationen Pünktlichkeit, höfliche Umgangsformen und Zuverlässigkeit in den Blick. Auch hierbei geht es darum, die Möglichkeiten zu steigern, eine duale Ausbildung beginnen und erfolgreich abschließen zu können.
Den Grundstock für eine positive Persönlichkeitsentwicklung zu legen – das ist das übergeordnete Ziel der Pädagogen an der Großenlüderer Schule. „Der Unterricht wird bei uns besonders in der Grund- und Mittelstufenklasse höchst individualisiert gestaltet“, beschreibt Stephan Finke. Konkret bedeute das: Jeder Schüler legt mit seiner Lehrkraft Wochenziele fest. Er erarbeitet sich Inhalte anhand einer eigenen Lernmappe und mit Unterstützung der Pädagogen, aber in seinem eigenen Tempo. Am Ende zeigt das Ergebnis, ob der Unterrichtsinhalt auch tatsächlich beherrscht wird. „Wir sind mit rund 50 Kindern und Jugendlichen eine sehr familiäre Einrichtung – der direkte Kontakt und die Kommunikation sind zwei unserer großen Pluspunkte“, erzählt der Schulleiter. Dieser offene Umgang ermögliche, über eigene Schwächen zu sprechen, ohne dass sie als Makel angesehen werden. Genauso ermögliche er aber auch, dass jeder sich seiner eigenen Stärken bewusst werden könne. „Vor dem Hintergrund, wie positiv sich die Heranwachsenden bei uns entwickeln, wundere ich mich immer wieder, welche Vorurteile es gegenüber den Förderschulen gibt“, betont Stephan Finke, der seit 15 Jahren Leiter der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule ist, und fügt an: „Letztlich nehmen wir niemandem eine Chance, sondern eröffnen sie erst.“