Menü Button
mk Logo
Marktkorb Logo
Schulleiter Michael Elflein und Ute Sättler, Leiterin der Grund- und Mittelstufe Foto: Victoria Weber

Mit Bewegung durch den Schulalltag

am 13.09.2019

Individuelle Fähigkeiten stärken / Ganzheitliche Förderung

HÜNFELD (vic/was). „Bewegte Schule“ steht auf der Hauswand der Christian-Andersen-Schule. Denn Bewegung hat an der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen einen besonderen Stellenwert. Rund 60 Schüler besuchen die Einrichtung. Zudem werden rund 135 Kinder an Regelschulen im Altkreis Hünfeld von Lehrern des Beratungs- und Förderzentrums der Christian-Andersen-Schule unterstützt.

„An unserer Schule werden Schüler entsprechend ihren jeweiligen Möglichkeiten auf eine selbstverantwortliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben vorbereitet“, erklärt Michael Elflein, der seit 2014 Schulleiter ist. Durch eine ganzheitliche Förderung soll das Selbstwertgefühl gestärkt werden. Ein Schwerpunkt ist das soziale Lernen. „Dabei geht es um Freundlichkeit, Pünktlichkeit, Respekt und Konfliktlösung“, betont Ute Sättler, Leiterin der Grund- und Mittelstufe. Der Unterricht findet in fünf jahrgangsgemischten Klassen statt. Auf dem Stundenplan stehen Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Gesellschaftslehre, Naturwissenschaften, Sport, Musik, Kunst und Arbeitslehre. Ab der Mittelstufe wird zudem Englisch unterrichtet.
Das Kollegium ist speziell für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf ausgebildet. „Wir arbeiten im Unterricht individuell und sehr differenziert.“ Bis zu drei unterschiedliche Leistungsniveaus gebe es in einer Klasse, die maximal 16 Schüler umfasst. Die 17 Lehrer unterstützen bei Bedarf auch die Eltern. Zudem findet eine intensive Zusammenarbeit mit Therapeuten, Ärzten und der Jugendhilfe statt. An drei Tagen in der Woche wird eine pädagogische Nachmittagsbetreuung mit Mittagessen, Lernzeit mit Hausaufgabenbetreuung und individuellen Arbeitsaufträgen sowie Arbeitsgemeinschaften wie Gitarre, Musik und Bewegung, Tanz, Yoga, Selbstverteidigung oder Erste Hilfe angeboten. „Dieses Angebot wird von rund 50 Prozent der Schüler genutzt“, sagt Sättler.
Wichtig für die Schüler ist die Arbeit eines Berufseinstiegsbegleiters. „Er hilft zum Beispiel bei der Suche nach Praktikums- und Ausbildungsstellen“, erklärt Elflein. Zudem erstellt er Potenzialanalysen. „Wir haben eine Vermittlungsquote von bis zu 75 Prozent in eine Berufsausbildung.“ Die meisten Schüler schaffen den berufsorientierten Abschluss, leitungsstarke Schüler machen im Anschluss den Hauptschulabschluss.
Etwa 50 Prozent des Stundenkontingents der Lehrer umfasst die Arbeit des Beratungs- und Förderzentrums (BFZ). Auf diese Weise unterstützen sie Schüler der umliegenden Grundschulen und weiterführenden Schulen beim Lernen. Derzeit werden rund 120 Schüler betreut. „Ziel ist es, dass die Schüler an der Regelschule bleiben können und sich die Lernbeeinträchtigungen nicht zu sonderpädagogischem Förderbedarf ausweiten“, verdeutlicht Elflein. Einen weiteren Baustein bildet die inklusive Beschulung von Kindern mit festgestelltem Förderbedarf. Derzeit werden 15 Schüler im Altkreis inklusiv beschult und die Klassenlehrer dabei von BFZ-Kräften unterstützt.
Trotz Inklusion an Regelschulen hat die Christian-Andersen-Schule einen großen Zulauf. Das liege an den sehr guten Rahmenbedingungen: kleine Klassen, spezialisiertes Kollegium, individuelle Förderung und Kooperation mit Therapeuten. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Elflein. „Es gibt beispielsweise zu wenig Fachräume, zu wenig Räume für Einzelgespräche, und das Lehrerzimmer ist zu klein“, sagt der Schulleiter und fügt hinzu: „Wir müssen anbauen, um weiterhin  gute pädagogische Arbeit leisten zu können.“