Genauso verschlafen wie die Gegend, in der wir untergekommen sind, quälen wir uns früh am Morgen schon aus dem Bett. Noch stecken uns die letzten drei viel zu kurzen Nächte in den Knochen, doch wir müssen ja unseren Rhythmus auch in Laos wiederfinden.
Nach einem kleinen Frühstück schlendern wir gemütlich in das Stadtzentrum, um uns die vielen Verkaufsläden und den Markt genauer anzusehen. Auch an diesem Tag begleitet uns wieder das Echo der vielen Tuk-Tuk-Fahrer, die an den Straßenrändern stehen und die Touristen mit dem englischen Wort „Waterfall“ anlocken wollen.Nach wenigen Metern Fußmarsch fragt uns ein Engländer, ob wir nicht Lust hätten, uns ein Tuk-Tuk mit ihm zu den Wasserfällen zu teilen. So erhalten wir auch ein paar Hintergrundinformationen zu dem nahegelegenen kleinen Paradies. Manchmal ist es eben doch recht müßig, ohne Traveller-Handbuch unterwegs zu sein. Wir vertrauen auf die Empfehlung unseres englischen Freundes und sitzen wenige Minuten später im Tuk-Tuk zu den Wasserfällen. Die nächste Stunde geht es dann durch das satte Grün tropischer Wälder. Schlecht ausgebaute Serpentinen schlängeln sich unauffällig über die Anhöhen, und wir hoffen, dass das unsere Mägen überstehen. Schließlich steigen wir noch etwas mitgenommen von der Fahrt mitten in einer Berglandschaft aus. Hier bietet sich ein kleiner Schauplatz mit Einheimischen, die auf einigen ausgelegten Decken Souvenirs verkaufen, umringt von mehreren Essensständen. Ein paar Touristen und viele laotische Familien laufen durcheinander, bis immer wieder kleine Gruppen im nahen Dschungel verschwinden. Diesen schließen wir uns an und bestaunen den Regenwald mit seinen bis zu 30 Meter hohen Bäumen, bunten Blüten und hängenden Lianen. Die exotische Geräuschkulisse durch Gibbon-Affen und Vögel begleitet uns, bis wir einen kleinen schimmernden Teich erblicken. Auf einem Schild steht "Schwimmen erlaubt" – und das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen. Also Hosen runter und rein ins kühle Nass. Ungestört und ganz alleine springen wir von Bäumen und genießen die Erfrischung. Doch das soll noch nicht alles gewesen sein. Der kleine Teich war nur einer der vielen Ausläufer eines durch einen Bach verbundenen Teichgeflechts, an dessen Ende sich der groß Tat Kuang Si Wasserfall ergießt.
So vergeht der Tag mit baden, genießen und vielen guten Fotos. Am späten Nachmittag sammelt uns unser Fahrer wieder ein. Das bezaubernde Fleckchen Erde ist quasi ein echter Geheimtipp, da sind wir uns beide einig.Schon wieder sitzen wir im Flieger, nachdem unser Tuk- Tuk-Fahrer uns schon frühmorgens mit Sack und Pack von unserer Unterkunft am Mekong abgeholt und Richtung Flughafen gebracht hat. Einmal mehr verlassen wir ein uns gerade vertraut gewordenes Land und ziehen weiter zu neuen Entdeckungen. In der Zwischenzeit sind wir beide Meister im Souvenierkaufen, und deshalb müssen wir wieder unsere großen Rucksäcke nach Dingen durchforsten, die auf der Strecke bleiben können. So verabschieden wir uns nach und nach von abgetragenen T-Shirts und Büchern. Außerdem haben wir zwischendurch schon riesige Pakete mit Geschenken in Richtung Heimat geschickt.Unsere Maschine landet ziemlich holprig und ruckartig auf dem grauen Asphalt von Siam Rep. Die Rolltreppe wird herangeschoben, und wir betreten zum ersten Mal kambodschanischen Boden. Als wir mit dem Taxi in die Stadt fahren, erinnern uns die nur schlecht ausgebauten Straßen und die Verkaufsbuden an den Straßenrändern an das indische Hinterland. Vom Einfluss der Franzosen ist nicht mehr viel zu merken, die Gastfreundschaft hingegen ist wieder einmal toll. Bis wir unser Hotel erreichen, hat unser Taxifahrer begeistert die halbe Stadt erklärt.
Dann wird erst mal eingecheckt, aus unseren Hotelbetten bekommt uns keiner so schnell wieder raus. Aber die Neugier treibt uns am späten Nachmittag doch noch vor die Tür. Siam Rep wirkt sehr gegensätzlich: Zum einen sind riesige, luxuriöse Hotelkomplexe zu sehen. Etwas abseits gibt es nur wenig ausgebaute Straßen und viele Buden, in denen die Einheimischen wohnen. Doch die Stadt hat durch ihre bekannte Hauprattraktion, die Tempelanlage Ankor Wat, eine gute Einnahmequelle und lockt jährlich unzählige Touristen und Prominente an. Auch wir werden uns in den nächsten Tagen auf eine Erkundungstour zu den Khmer begeben.Nachdem wir unseren Hunger gestillt haben, geht der Tag auch schon wieder zu Ende. Wir kaufen auf einem kleinen Gemüsemarkt bei einer zahnlosen Kambodschanerin noch ein paar Früchte und schlendern zum Hotel zurück. Denn am nächsten Morgen wollen wir Ankor Wat besichtigen.




