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Helfen, das Moor zu renaturieren (v. l.): Rupert Meier (Planungsbüro Meier&Weise), Anja Püchner (Vorsitzende Natur- und Lebensraum Vogelsberg), Christoph Hardt (Vorstand Natur- und Lebensraum Vogelsberg), Michaela Fedeli (stellv. Projektleitung Naturschutzgroßprojekt), Klaus Lindner (Obere Naturschutzbehörde RP Gießen), Ruben Max Garchow (Projektleiter Naturschutzgroßprojekt), Stefanie Schiche (Projektassistenz Naturschutzgroßprojekt), Karl-Heinz Zobich (Vorstand Natur- und Lebensraum Vogelsberg), Wolfgang Wagner (Planungsbüro PlanWerk), auf dem Bagger: Team von ABE AllgäuerBioEnergie mit Geschäftsinhaber Thomas Königsberger (mittig), das die Baumaßnahmen umsetzt. Foto: Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg

Moor zu neuem Leben erwecken

am 07.12.2017

Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg renaturiert Breungeshainer Heide

SCHOTTEN (VB). Nun hieß es Startschuss für den Baubeginn im Hochmoor Breungeshainer Heide – ein spannender Moment für alle, die an der langen Planungsphase beteiligt waren.

Seit dem Frühjahr 2016 ist das Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg dabei, die Wiederherstellung des Hochmoores in der Breungeshainer Heide detailliert auszuarbeiten. Methoden und Erfahrungen anderer Projekte wurden ausgewertet, um die bestmögliche Herangehensweise für das Vogelsberger Moor zu finden. In mehreren Workshops wurde eine Strategie entwickelt, wie der Lebensraum Moor wieder zu neuem Leben erweckt werden kann.
Grundwassermessungen und Abflussbeobachtungen wurden durchgeführt und bestätigten die Vermutung, dass die Entwässerungsgräben noch immer ihre Funktion erfüllen, jedoch auch Reste eines intakten Hochmoores vorhanden sind. Die einhellige Meinung: Man kann dem Moor helfen. Das Zauberwort heißt Wiedervernässung.
Mit einem speziellen Moorbagger sollen Spundwanddämme quer zur Abflussrichtung in die Entwässerungsgräben in den Moorkörper eingebracht werden. Der Bagger übt durch seine Ketten etwa so viel Druck pro Quadratzentimeter auf den Untergrund aus wie ein 80 Kilogramm schwerer Mensch. Er kann deshalb auch in den nassen Bereichen des Moores fahren, ohne zu versinken. Durch seine Bauweise wird die Moorvegetation geschont und nennenswerte Schäden minimiert.
Um den Wasserhaushalt auf Dauer zu stabilisieren, werden etwa 50 Dämme aus langlebigem Stahl eingebracht. Der Anstieg des Wasserspiegels wird dazu führen, dass die Bäume und Sträucher, die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte ins Moor eingewandert sind, langsam zurückgedrängt werden. Auch das Pfeifengras, das auf die unbeständigen Wasserstände hinweist, wird nach und nach an die Ränder des Moores gedrängt. So entsteht im Kern wieder Platz für die kleinen, lichtliebenden Arten wie die Moosbeere, das Wollgras und natürlich die Torfmoose. Als Baumeister des Moores benötigen Torfmoose keine Wurzeln. Sie wachsen beständig nach oben, während sie unten absterben und zu Torf werden. Auch das Wollgras, das mit seinen weißen Fruchtständen schon von weitem zu erkennen ist, profitiert von der Maßnahme und wird sich über das ganze Moor verteilen. Seine Wurzeln geben dem Moorkörper Halt und schützen die Torfmoose durch den höheren Wuchs vor Austrocknung. Für Hessen ist das Hochmoor in der Breungeshainer Heide von besonderer Bedeutung, denn neben dem Roten Moor in der Rhön ist es eines der beiden Hochmoore in Hessen. Mit dessen Renaturierung leistet das Naturschutzgroßprojekt einen wichtigen Beitrag zur Sicherung und zum Erhalt des europaweit geschützten Lebensraums. Intakte Moore sind nicht nur wertvolle und seltene Biotope, sondern speichern durch stetiges Wachstum sehr viel Kohlendioxid.

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