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Alle Jahre wieder im Herbst finden aufmerksame Wanderer Igel. Doch nicht jeder braucht menschliche Hilfe! Foto: Omika / Adobe Stock

Stachelige Findelkinder

am 11.10.2017

Derzeit haben Igel Hochsaison / Notfall-Ratgeber für Igel-Finder

REGION (skr). Der Igel hat es aktuell nicht leicht. Kaum Insekten zum Fressen, und auf der Straße und beim Rasenmähen lauern auf das kleine, stachlige Säugetier tödliche Gefahren.

Die meisten Menschen kennen Igel nur als Verkehrsopfer auf der Straße. Derzeit gibt es Nachwuchs im Igelnest, um den sich die Mütter allein kümmern. Zu Gesicht bekommt man die Babys eigentlich nur dann, wenn eine Igelmutter nicht zum Nest zurückkehrt und die Kleinen mit letzter Kraft auf Nahrungssuche gehen müssen. Doch Vorsicht: Nur verwaiste Igelbabys und sichtbar verletzte Tiere brauchen menschliche Hilfe. „Bitte sammeln Sie nicht wahllos Igel ein“, mahnen Tierschützer. Begegnet man nachts einem Tier, das kräftig und agil ist, sollte es in Ruhe weiterkrabbeln können.

Was tun, wenn man einen Notfall findet

Zunächst braucht das Tier Wärme, denn nur mit der richtigen Körpertemperatur funktioniert sein Stoffwechsel. Bevor man es füttert, muss die Blase geleert werden, sonst droht der Igel durch innere Vergiftung zu sterben. In freier Natur schleckt die Igelmutter ihren Nachwuchs am Unterleib und massiert damit die Blase des Babys, bis sie sich entleert hat. Ein Finder simuliert diese Massage mit Hilfe eines Taschentuchs und leichtem Kreisen um den Genitalbereich, bis derselbe Effekt eingetreten ist. Erst dann ist Nahrungsaufnahme möglich. Wenden Sie sich an einen Tierarzt, wenn die Verletzung nicht von Ihnen behandelt werden kann.

Was fressen kleine Stacheligel?


Laktosefreie Welpenaufzuchtmilch mit Öl und Haferflocken werden zu einem Brei vermischt. Später können Eier, Hühnerfleisch, Tatar und Katzenfutter untergemengt werden. Laktosefreie Kuhmilch kann auch verwendet werden.  Mit einer Spritze wird die Masse dann verfüttert. Um genügend Fettreserven für den Winterschlaf zu haben, ist die Muttermilch mit 24 Prozent Fettgehalt sehr nahrhaft. Würmer und Schnecken als Nahrung für ausgewachsene Igel sind übrigens Lückenbüßer, weil ihr Leibgericht – Insekten – immer seltener geworden ist. Für diese Veränderung im Speiseplan zahlen Igel mit drastisch verringerter  Lebenserwartung. Vor 100 Jahren wurde ein Igel noch bis zu zehn Jahre alt, heute überlebt er höchstens vier Jahre, weil in seiner Nahrung lebensbedrohliche Lungen- oder Herzwürmer lauern, die den Igel das Leben kosten. Sobald die Rehabilitation abgeschlossen ist, werden die „Patienten“ wieder am Fundort ausgesetzt, sofern dieser keine befahrene Straße ist. Alternativ können die Tiere in naturbelassenen Gärten Unterschlupf finden. Die beste Hilfe für den Igel ist ein naturnaher Garten mit „wilden“ Ecken.
Infos online unter www.pro-igel.de oder Igel-Hotline: (01805) 555-9551                

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