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So unterschiedlich, wie die Menschen selbst sind, so vielfältig sind auch ihre Ängste. Die Telefon-Seelsorge Fulda steht jenen bei, die sich in einer emotionalen Notlage befinden. Foto: arrowsmith2/Fotolia

Anrufe für emotionalen Beistand

am 09.08.2017

Angebot der Telefon-Seelsorge wird für viele Themen genutzt

FULDA (MK/tg). Rund um die Uhr erreichbar, das ganze Jahr über und immer ein offenes Ohr für alle Menschen, die ein anonymes, geschütztes Gespräch suchen: Laut ihrem Jahresbericht von 2016 hat die Telefon-Seelsorge Fulda 6754 Seelsorge- und Beratungsgespräche geführt.

Immer mal wieder kam es laut dem Bericht vor, dass Anrufende jedoch schwiegen, dabei aber dennoch in der Leitung blieben und zwar insgesamt 490 Mal. „Wir halten mit ihnen für eine Weile die Stille aus und ermutigen sie zum Gespräch“, beschreibt Hermann Held von der Telefon-Seelsorge die Arbeit der Ehrenamtlichen. Gelinge dies nicht, werde das Gespräch beendet, in der Hoffnung, dass es den Ratsuchenden gelinge, ihre Anliegen beim nächsten Anruf in Worte zu fassen.
Allerdings wird dieses Angebot nicht nur geschätzt: Es kamen auch 915 Anrufe an, welche Beleidigungen, Provokationen, Sexanrufe und ähnliche Belästigungen beinhalteten. „Das sind meistens Kinder und Jugendliche, die hier anrufen, aber auch erwachsene Männer, die sich sexuelle Befriedigung erhoffen“, schildert Hermann Held.
Hin und wieder käme es auch vor, dass Anrufer einfach nur ihrem Ärger Luft machen wollen. Hier versuche die Telefonseelsorge zunächst, mit den Menschen in ein konstruktives Gespräch zu kommen, falls hinter dem Vorwand des Abreagierens doch ein ernster Anlass vorliegt. Ansonsten werden solche Gespräche seitens der Telefon-Seelsorge beendet.
Außerdem gab es einen hohen Anteil von 2520 Anrufen, bei denen vom Anrufenden nach der Meldung der Telefon-Seelsorge sofort wieder aufgelegt wurde. Das ist ein Phänomen bei allen niedrigschwelligen Telefonangeboten. Insgesamt haben sich die Ehrenamtlichen 10679 Mal in 2016 gemeldet, etwa 36 Mal am Tag. Nach wie vor werden sie am häufigsten von den Altersgruppen zwischen 30 und 60 Jahren angerufen. Das seelische Befinden ist das häufigste Gesprächsthema, wobei Ängste und depressive Verstimmungen am meisten thematisiert werden.
Einsamkeitsgefühle sind ebenfalls ein Thema. „Manchmal suchen Menschen Rat oder Beistand aus einem bestimmten Anlass, aber dann stellt sich im Gespräch heraus, dass sie unter Einsamkeitsgefühlen leiden“, weiß Held.
Es gebe aber auch Menschen, die konkret aus der Einsamkeitssituation heraus anrufen. Zu dieser Themengruppe gehören in der Regel auch diejenigen, die häufiger und über längere Zeiträume das Beziehungsangebot der Telefon-Seelsorge nutzen.
Auch körperliches Befinden wird häufig problematisiert. Beziehungsproblematiken in den verschiedensten familiären Konstellationen, aber auch in den Alltagsbeziehungen waren ebenfalls ein häufiges Gesprächsthema. Darüber hinaus kamen die verschiedensten Themen zur Sprache, die Menschen bewegen. Diese fanden bei den 80 Ehrenamtlichen ein offenes Ohr.
Die Telefon-Seelsorge Fulda bietet ihren Dienst seit 1980 an. Sie ist eine Einrichtung des Evangelischen Kirchenkreises Fulda. Seit 1992 erfolgt die Arbeit in Kooperation mit der katholischen Kirche. Die Telefon-Seelsorge Fulda versteht ihre Arbeit als Dienst auf der Basis und im Rahmen des christlichen Glaubens.

Kontakt

Die Telefon-Seelsorge Fulda ist erreichbar unter Telefon (0800) 1110111 oder (0800) 1110222.

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