Menü Button Login Button
mk Logo
Marktkorb Logo
„Sieben auf einen Streich“ fängt Schneider Franz Zwibbel und erfährt dadurch auf einmal ungeahnten Respekt von seinen Mitmenschen. Foto: Thomas Landsiedel

Märchenhafter Held mit gutem Herzen und sanftem Wesen

am 19.06.2017

Festpielsommer-Märchen „Das tapfere Schneiderlein“ entführt in zauberhafte Welt

BAD HERSFELD (chh). In einem kleinen Zirkuszelt am Rande der Stiftsruine unter blauem Planenhimmel mit aufgemalten goldenen Sternen werden die Zuschauer des Festspielsommer-Märchens „Das tapfere Schneiderlein“ in eine zauberhafte Welt mit wunderschönen Gesangseinlagen entführt.

In einem Märchen ist die Fantasie bekanntlich grenzenlos, dort ist einfach alles möglich. Deswegen lassen sich dort auch Steine mit bloßen Händen zerdrücken, es gibt angsteinflößende Riesen oder aber ein kleiner Schneider wird zum tapfersten Mann des Landes. Und so verwundert es auch nicht, dass in der Fassung von Franziska Reichenbacher des Grimmschen Originals der junge König eben in einem Schrank lebt, weil er sich nur dort wirklich sicher fühlt.
Doch eigentlich dreht sich das Märchen um einen jungen Mann, der wegen seines guten Herzens von anderen nicht ernst genommen wird. Nicht einmal einer Fliege kann er etwas zuleide tun, deswegen fängt das Schneiderlein Franz Zwibbel (Sasha Bornemann) die nervigen Insekten in seiner Werkstatt mit einem großen Schmetterlingsnetz – sieben auf einen Streich.
Eine echte Heldentat, findet auch seine beste Freundin Elli (Neele Pettig) und näht ihm einen Gürtel mit dem Schriftzug „Sieben auf einen Streich“. Sie hofft, dass ihm damit ein bisschen mehr Respekt entgegen gebracht wird. „Du bist immer nur lieb, immer nur freundlich, du musst dich auch mal durchsetzen“, sagt sie und wirft ihm vor, Problemen stets auszuweichen und sich nur herumschubsen zu lassen.
Doch mithilfe des neuen Gürtels ist damit Schluss. Er verschafft dem kleinen Schneider ungeahnten Respekt. Die Menschen sind ihm gegenüber auf einmal viel freundlicher, geben seinen Worten mehr Gewicht und wirken geradezu eingeschüchtert von ihm. So auch der Metzger „August, der Starke“ (Roland Schreglmann), der bislang als der stärkste Mann im Lande galt. Als er dem Schneider auf dem Weg ins Schloss über den Weg läuft, will er seine Kräfte mit ihm messen und stellt fest: „Du bist der Stärkste, dem ich je begegnet bin.“
Und weil das der zarte Beginn einer Freundschaft ist, will er ihm König Alexander (Yorick R. R. Tortochaux) vorstellen. Der aber hat ganz eigene Sorgen. Lebt er doch aus Angst derzeit in einem Schrank und weiß nicht, welchem der beiden „Riesen“ seines Kabinetts – der Finanzministerin Ursula (Elisabeth Degen) und General Olaf (Andrés Mendez) – er wirklich trauen kann.
Wer von den beiden ihn hintergeht, das soll nun das Schneiderlein herausfinden. Diesen Rat gibt ihm seine Schwester Prinzessin Caroline (Sarah Elena Timpe), die sich selbst schon nicht mehr leiden kann, weil sie dauernd schimpft. Hat sie sich doch eine harte Schale zugelegt, damit niemand erfährt, dass der König sich wie ein Kind versteckt. „Was ist mit uns passiert? Wir waren so fröhlich?“, fragt sie sich. „Befreit mich von meinen Ängsten, vor dieser schrecklichen Unsicherheit“, bittet daher der König den Schneider Zwibbel.
Aber weil Märchen nun mal Märchen sind, nehmen sie meist doch ein gutes Ende und auch im „Tapferen Schneiderlein“ finden alle ihr Glück.
Zurück bleiben große strahlende Kinderaugen im Publikum und die Gewissheit, sich doch ab und an mal etwas mehr zutrauen zu können oder dürfen und über sich selbst hinauszuwachsen, denn: „Ich habe mir selbst mehr zugetraut, weil die anderen mir mehr zugetraut haben“, erkennt Fritz Zwibbel am Ende des Schauspiels.

Social Button Facebook Social Button Facebook - Wide
Social Button Google+ Social Button Google+ - Wide
Social Button Twitter Social Button Twitter - Wide

Neuste Artikel

Bildergalerien