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Gedreht wurde hauptsächlich nachts, Jo Weil und das gesamte Filmteam bekamen nur wenig Schlaf. Trotzdem war die Stimmung am Set super. Fotos: Dog and Wolf Films

„Nicht der typische Sunnyboy“

am 21.09.2016

Schauspieler Jo Weil aus Petersberg macht beim Dreh zu „Sodom“ ganz neue Erfahrungen

BERLIN/PETERSBERG (lag). Der aus der Region stammende Schauspieler Jo Weil schlägt neue Wege ein. Bisher vor allem bekannt aus deutschen Serien wie „Verbotene Liebe“ hat der Petersberger nun seine erste englischsprachige Hauptrolle übernommen. Sowohl sein Charakter als auch der Film fallen aus dem Raster des gängigen Mainstream-Popcorn-Kinos.

Es sind die Früchte seiner Zeit in London: Anfang des Jahres hat Jo Weil für einige Wochen in der britischen Metropole gelebte, an Castings teilgenommen und Menschen aus der Szene kennengelernt. „Ich wollte herausfinden, wie realistisch es ist, als deutscher Schauspieler auf dem englischen Markt zu arbeiten“, sagt der 39-Jährige. Der Versuch hat sich für ihn gelohnt: Schließlich erhielt er von Regisseur Mark Wilshin das Drehbuch zu dessen erstem Langfilm „Sodom“. „Meine Figur Michael war für mich sehr reizvoll, da er ein sehr düsterer, kaputter Mensch ist, also nicht der typische Sunnyboy“, berichtet Weil. Nachdem Darsteller und Regisseur sich dann persönlich kennengelernt hatten, war klar: Zwischen beiden stimmt die Chemie.
So ging es für den Wahl-Köllner einen Monat lang nach Berlin. Dort lebte er in einem schicken Loft in der Innenstadt, gleichzeitig Drehort des Films. Wilshin war der Ansicht, Weil sollte sich in der Wohnung wie zu Hause fühlen, und wie sollte das besser funktionieren, als wenn der Schauspieler tatsächlich dort lebt? Auch in anderer Hinsicht waren die Methoden von Wilshin unkonventionell. Er, Weil und Pip Brignall, der die zweite Hauptrolle übernommen hat, haben die Handlung wie im Theater durchgeprobt: „Das war ungewöhnlich, aber notwendig, da wir die Handlung einer Nacht fast in Echtzeit durchgespielt haben. Wir mussten sehr gut proben, um die Massen an Text hinzubekommen. Ich bin eigentlich kein großer Probenfreund, aber in dem Fall war ich dankbar.“ Weils Akzent war dabei kein Problem, sondern eher ein Vorteil, schließlich spielt er im Film einen Deutschen, der Englisch spricht.
Inhaltlich geht es um zwei Männer, die sich durch einen eigenartigen Zufall begegnen. Sie beschließen, eine Nacht zusammen zu verbringen und stellen fest, dass sie an einem Punkt im Leben sind, an dem sie Veränderungen anstreben. Sie fragen sich, was sie bereit sind, dafür zu geben. Identität, Veränderung, Instinkt, Bauchgefühl sowie erste Male sind die Themen von „Sodom“, der Independent-Film ist charakterbetont, dialoglastig und mit teils sehr langen Kameraeinstellungen gedreht. Alles in allem ein Projekt, das einzigartig in Weils Karriere ist: „Wilshin hat eine spannende Handschrift. Er lässt Szenen einfach so stehen, ohne Schnitt. Das war toll, weil es uns die Möglichkeit gegeben hat, wirklich zu spielen. So etwas habe ich in fast 20 Jahren noch nicht erlebt.“
Zu sehen sein wird „Sodom“ erst einmal nur bei Filmfestivals, im Idealfall auch bei der Berlinale 2017. Währenddessen ist Weil weiterhin auf dem deutschen Markt aktiv, hat für die „Rosenheim Cops“ gedreht und ist ansonsten im Showbereich tätig. Sein nächster Aufenthalt in England ist aber ebenso bereits geplant, und auch in Fulda war Weil vor Kurzem mal wieder zu Besuch, als sich seine ehemalige Theatergruppe wieder getroffen hat. Der Petersberger besuchte zwar die Freiherr-vom-Stein-Schule, durfte aber bei der Theatertruppe des Marianums mitwirken. „Es war, als wäre es gestern gewesen, dass wir zuletzt zusammen geprobt habe. Ein schönes Wiedersehen“, sagt Weil.

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