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Dokkums Bürgermeisterin Marga Waanders überreichte dem Vereinsvorsitzenden Prof. Dieter Wagner zum Start Geschenke aus Friesland. Foto: Stadt Fulda

"Genau das richtige Signal"

am 14.06.2017

OB lobt Gründung des Freundschaftsvereins St. Bonifatius Fulda–Dokkum

FULDA (jo). Seit vielen Jahren bestehen auf offizieller und privater Ebene viele Kontakte zwischen den beiden Bonifatiusstädten Dokkum und Fulda. Jetzt hat sich auch auf Fuldaer Seite ein Verein gegründet, der die bestehenden Kontakte bündeln und intensivieren sowie neue Ideen für Kooperationen entwickeln will: der Freundschaftsverein  St. Bonifatius Fulda–Dokkum.

Das Pendant auf niederländsicher Seite ist das „Freundschaftskomitee (Vriendschapscomité) Dokkum– Crediton–Fulda“, dessen Vorstandsmitglieder Tjeerd Jorna, Focko Visser und Wolter Kleine zusammen mit Dokkums Bürgermeisterin Marga Waanders  zur Feier der Vereinsgründung nach Fulda gekommen waren. Wie auch Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld zeigten sich die Gäste aus Dokkum begeistert, auf welch große Resonanz die Feier zur Vereinsgründung gestoßen war:Die Plätze im Marmorsaal des Stadtschlosses reichten zunächst nicht aus, um allen Interessierten einen Sitzplatz zu bieten.  
OBWingenfeld sprach mit Blick auf die Vereinsgründung von einem „guten und richtigen Schritt. Gerade in Zeiten, in denen die europäische Idee mit Gegenwind zu kämpfen habe, sei der Verein „genau das richtige Signal“.
Nach dem Festvortrag (siehe Kasten) von Prof. Dieter Wagner, der künftig als Vorsitzender zusammen mit Franz Heimann (Stellvertreter), Frank Post (Schriftführer) und Petra Hohmann-Balzer (Schriftführerin) den Vorstand des Vereins bilden wird, berichtete Ralf Kleemann, stellvertretender Leiter der Konrad-Adenauer-Schule, von den ermutigenden Anfängen einer Schulpartnerschaft zwischen Fulda und Dokkum. Die gegenseitigen Besuche seien für die beteilgten Schülerinnen und Schüler ein absoluter Höhepunkt ihrer bisherigen Schullaufbahn gewesen. Ein solcher Austausch unterstütze gleichzeitig das Lernziel der Schule, „Unwahrheiten über andere Länder die Stirn bieten zu können“, sagte Kleemann unter großem Applaus der Gäste.
Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Sarah Meyer (Violine) und Marina Melikian (Gitarre) sowie dem Vokalensemble Intermezzo.

Hintergrund

Durch Bonifatius verbunden:Fulda und Dokkum
Während der Feierstunde im Marmorsaal skizzierte der frisch gewählte Vorsitzende des Fraundschaftsvereins St. Bonifatius Fulda–Dokkum, Prof. Dieter Wagner, die Historie der Verbindung zwischen den beiden Städten, die sich natürlich über den Heiligen Bonifatius herleitet, der 754 in Dokkum getötet und dann in Fulda begraben wurde.
Durch das Martyrium des Heiligen gab es schon Mittelalter enge Beziehungen des Klosters Fulda nach Friesland, im 10. Jahrhundert zählte das Kloster dort bereits so viele Besitzungen, dass zur Verwaltung ein eigener Vogt angestellt wurde.
Bis zur Reformationszeit galten Dokkum und Fulda als Zentren der Bonifatiusverehrung – wenn auch mit ganz unterschiedlichen Traditonen, so Prof. Wagner.
In der Reformationszeit brachen die Kontakte zwischen den beiden Städten jedoch ab – und wurden erst Anfang des 20. Jahrhunderts wiederbelebt. Auf Initiative des Karmeliterpaters Titus Brandsma kam es zu einer Renaissance der Bonifatiusverehrung in Friesland, 1926 überreichte der Fuldaer Bischof Joseph Damian Schmitt der Pfarrei Dokkum bei einem Pilgerbesuch eine wertvolle Bonifatiusreliqiue.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Kontakte in erster Linie durch Vereine getragen:Vor allem Cornelis Mulders auf Dokkumer Seite und Hans Will, der Vorsitzende des Fuldaer Konzertchors „Winfridia“, trieben den Austausch engagiert voran. 1998  wurde zum Ende der Amtszeit von Fuldas Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger ein Freundschaftsvertrag zwischen beiden Städten besiegelt, in dessen Folge auf Dokkumer Seite das überaus rührige „Freundschaftskomitee Dokkum–Crediton–Fulda“ um Tjeerd Jorna entstand. Auf Fuldaer Seite machten sich Konrad Schnorr und Franz Heimann um die Städtefreundschaft verdient, die schließlich im Juni 2013 in eine offizielle Stadtepartnerschaft mündete. / jo

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