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Der verschwiegene Tod - Tabuthema Selbstmord
Von: mks
online seit:
So, 22.11.09 13:19 Uhr
aktualisiert:
So, 22.11.09 13:20 Uhr

Ich halte das Zitat von Herrn Kremer für bedenklich. Von Eltern vernachlässigte oder missbrauchte Kinder entwickeln häufig schwere Depressionen und nehmen sich oft das Leben.

Wenn ein depressives Opfer liest, dass Angehörige niemals schuldbehaftet sind, könnte es sich zutiefst unverstanden fühlen.

Auch den Ausdruck "wahnhaft" halte ich für wenig geglückt, weil dieser zu weiterer Stigmatisierung führen kann. Tatsache ist, dass Familienangehörige, Freunde oder Kollegen mit depressiven Menschen überfordert sind; erst recht, wenn diese hören, dass man in der Psychiatrie behandelt wurde oder einen Suizidversuch verübt hat.

Depressive Menschen sind oft vollkommen isoliert und allein - das ist eine Tatsache und hat nichts mit Wahn zu tun. Wenn sich Menschen in großer Zahl abwenden, kann das sehr wohl dazu führen, dass sich der Depressive als Last empfindet.

Menschen sind nicht zum Alleinsein bestimmt. Einsamkeit kann zu Depressionen führen. Und diese menschliche Tatsache sollte nicht als Krankheit bezeichnet werden.
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