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Mit der Z3 entwickelte Konrad Zuse die erste voll funktionstüchtige Rechenanlage der Welt. Foto: K.-H. Burkhardt
Zuses visionär-genialerGeist leuchtet bis heute
Von: mo
Bei der Erfindung des Computers wissenschaftlicher Fachwelt um zehn Jahre voraus

Hünfeld. Mit vielen Feiern und wissenschaftlichen Symposien wird jetzt der hundertste Geburtstag des Computerpioniers Konrad Zuse gewürdigt. Zuse ist heute allgemein als der Erfinder des Computers anerkannt. Das hat so seine Richtigkeit, denn er hat im Mai 1941 mit der Z3 die erste voll funktionstüchtige Rechenanlage der Welt vorgestellt.


Andererseits nehmen die Amerikaner ebenfalls für sich in Anspruch, den Computer erfunden zu haben. Auch das stimmt. Im Jahre 1944 konnten nämlich Aiken sowie im Jahre 1945 Eckert und Mauchly ebenfalls Rechner präsentieren. Durch den Weltkrieg gab es keinerlei Kontakt zwischen Zuse und den amerikanischen Erfindern. Man muss sogar feststellen, dass Konrad Zuse nur wenig bis keinen Einfluss auf die weitere amerikanische Computerentwicklung hatte.Was aber ist nun die besondere Bedeutung von Konrad Zuse? Auch die amerikanische Fachwelt gesteht heute zu, dass Zuses Rechner von Anfang an besser durchdacht war. Von vornherein war sein Rechner in weiten Bereichen so konzipiert wie auch heutige Prozessoren arbeiten. Im Gegensatz zu den amerikanischen Rechnern rechnete Zuses Computer konsequent nur im binären System, was die Vorgänge im Rechenwerk stark vereinfacht.Auch das Einführen der Gleitkommaarithmetik ist Zuses Idee. Erst diese Einrichtung erlaubt es, dass sehr große mit sehr kleinen Zahlen verrechnet werden können, wie das bei wissenschaftlichen Rechnungen nun einmal gebraucht wird. Mit diesen Besonderheiten war Zuse den Entwicklungen in den USA rund zehn Jahre voraus.

Aber noch weitere Konzeptionen untermauern Zuses visionäre Begabung. Schon vor 1945 formulierte er mit dem "Plankalkül" tief reichende Vorstellungen zur Entwicklung einer höheren Programmiersprache. So äußert sich der bekannte Computerpionier F. L. Bauer: "Von allen Leistungen Zuses bewundere ich den Plankalkül am meisten. Damit war er der Fachwelt um mindestens zehn Jahre voraus, was in unserer schnelllebigen Zeit viel bedeutet." Ähnlich anerkennende Worte findet hierzu der bekannte amerikanische Computerwissenschaftler Arthur Burks.Es gibt noch viele weitere Aspekte, aus denen der visionär-geniale Geist Zuses aufleuchtet. So entwickelte er Gedanken zur Feldrechenmaschine. Das ist ein Rechner, der eine parallele Verarbeitung von Daten ermöglicht und damit Rechenvorgänge stark beschleunigt. In seinen Vorstellungen vom "Rechnenden Raum" versucht Zuse, das Weltall als ein gigantisches Netzwerk mikroskopisch kleiner Computer zu erklären, die miteinander kommunizieren. Diese Vorstellungen wurden von den Physikern zunächst nicht ernst genommen. Heute gibt es gerade in den USA eine breite Schicht von Physikern, die diesen Aspekt aufgegriffen hat und dahingehend forscht.



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