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Keine Nachwuchssorgen kennt man beim THW in Hünfeld: Die Jugendgruppe ist sehr aktiv und konnte in 2009 ihr 25-jähriges Bestehen feiern. Foto: Ortsverband THW Hünfeld
Starkes Team mit großer Wirkung
Von: Bertram Lenz
Vielfältiges Leistungsspektrum des THW Hünfeld / Ortsverband feierte 50-Jähriges

Hünfeld. Die Anfänge waren eher bescheiden gewesen, doch was sich daraus entwickelt hat, darf wohl mit Fug und Recht als ehrenamtliches Engagement par excellence bezeichnet werden: die Arbeit des Ortsverbandes Hünfeld im Technischen Hilfswerk (THW). 2009 konnten zwei Jubiläen gefeiert werden: das 50-jährige Bestehen des "Teams im Hintergrund mit Wirkung" (Selbstdarstellung) und das 25-jährige Bestehen der Jugendgruppe.


1959 standen den Aktiven des neu geschaffenen THW-Ortsverbandes Hünfeld ein kleiner Raum in der früheren Feuerwache im heutigen Stadtwerkehaus und ein Opel Blitz zur Verfügung, heute sind dies eine weitläufige Liegenschaft in der Johann-Pülsch-Straße sowie eine optimale Ausstattung für vielschichtige Einsatzanforderungen. Der Ortsverband verfügt über einen Zugtrupp, der die Führung der THW-Einheiten koordiniert, über eine 1. Bergungsgruppe (Schnell-Einsatz-Gruppe), eine 2. Bergungsgruppe (Rettung/Bergung unter erschwerten Bedingungen), eine Fachgruppe Ortung sowie über eine Fachgruppe Logistik, welche die umfangreiche Versorgung bei Einsätzen gewährleistet.Apropos Einsätze: Den Hünfeldern bestens in Erinnerung ist da wahrscheinlich der Hessentag im Jahr 2000, als die THWler rund 6000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit ableisteten – eine Tatsache, die während der Jubiläumsveranstaltung im vergangenen Jahr Schirmherr Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel betonte. Auch Fuldas Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld sprach von einer sehr engen Verbundenheit des Kreises mit dem THW, das sich in der Vergangenheit vielen anspruchsvollen Herausforderungen habe stellen müssen, die selten im Blickpunkt der Öffentlichkeit gestanden hätten. Das Hauptmotiv für das ehrenamtliche Engagement sieht Ortsbeauftragter Alexander Wiegand darin, "etwas für das Gemeinwohl tun zu wollen". "Und zudem macht uns die Arbeit auch sehr viel Spaß. Wir sind ein wirklich starkes Team."

Im Kreisgebiet Fulda gibt es neben den Hünfeldern noch Ortsverbände des THW in Fulda und Neuhof, die alljährlich während eines Festgottesdienstes gemeinsam ihrer Schutzpatronin gedenken, der Heiligen Barbara. Kreisbeauftragter ist Michael Hohmann. Die benachbarten Kreise Main-Kinzig und Vogelsberg verfügen über fünf beziehungsweise zwei Ortsverbände. Der Verwaltungzentrale in Gelnhausen gehören sieben hauptamtliche Mitarbeiter an.Einer von Fennels Vorgängern im Hünfelder Bürgermeisteramt, Dr. Detlev Rudelsdorff, hatte 1959 den Anstoß zur Gründung des THW-Ortsverbandes gegeben, der sich zunächst aus 15 Helfern zusammensetzte. Heute sind nach Aussage von Alexander Wiegand etwa 70 Frauen und Männer aktiv, hinzu kommen 19 Nachwuchskräfte in der Jugendabteilung, die von Maximilian Kolbe und Christian Hohmann betreut werden. Das Amt des ersten Ortsbeauftragten hatte Eduard Holzapfel inne; ihm folgten Ulrich Winkler – unter dessen Ägide 1983 der Umzug von den Räumen An der Bleiche in die aktuelle Unterkunft im Industriegebiet vonstatten ging – sowie Klaus Harziger, Michael Hohmann und seit 2004 Alexander Wiegand, dem Christian Zentgraf zur Seite steht. Für dieses Jahr ist Wiegand zufolge übrigens ein erneuter "Standortwechsel" vorgesehen; voraussichtlich auf ein Areal an der B 84. Der Ortsbeauftragte lobt in diesem Zusammenhang den Einsatz des Hünfelder Stadtoberhauptes Fennel, der sich stark für die neue Unterkunftsmöglichkeit engagiert habe. Im Gegenzug sei man auch immer zur kurzfristigen Hilfe (auch auf dem kleinen Dienstweg) bereit, beispielsweise beim Rosenmontagszug. Beste Zusammenarbeit gebe es im Übrigen mit anderen Hilfs- und Rettungsorganisationen wie der Feuerwehr, dem DRK, dem Malteser Hilfsdienst oder mit Polizei und Bundespolizei.Alle Aktiven müssen eine fundierte Ausbildung absolvieren, die es seit 1974 mit Abschlussprüfung gibt. Das Können kommt dann unter anderem bei Einsätzen wie dem ICE-Unglück 2008 im Landrückentunnel zum Tragen, bei dem 51 THW-Angehörige (davon bis zu 26 gleichzeitig) zwei Wochen am Stück technische und logistische Hilfe leisten mussten und das vielfältige Aufgabenspektrum demonstrierten.

Frisch in Erinnerung geblieben sind zudem die logistischen Aktivitäten beim Weltjugendtag 2005 in Hünfeld, beim Beseitigen der "Kyrill"-Sturmschäden oder erst kürzlich beim Abstützen des durch eine Explosion geschädigten Wohnhauses in Petersberg. Im letztgenannten Falle wurde einmal mehr ein Baufachberater zu Rate gezogen, der zunächst einmal die Einsatzstelle in Augenschein nahm und mit dem dann Einzelheiten abgestimmt wurden. Einen besonderen Akzent setzten Helfer des Hünfelder THWs auch durch ihre Auslandseinsätze in Kabul, während der Tsunami-Katastrophe oder bei den Hochwassern an Elbe und Oder sowie in Proskau beziehungsweise Arles. Und wenn es darum geht, eine Sahnespur auf der Straße von Hünfeld nach Lauterbach zu beseitigen, dann steht das THW ebenso "Gewehr bei Fuß" wie beim Bau des Hünfelder Motivwagens für den 108. Deutschen Wandertag 2008 in Fulda.Stolz sind die Hünfelder THW-Verantwortlichen auch auf ihre Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 17 Jahren. Alexander Wiegand: "Entgegen dem landläufigen Trend haben wir überhaupt kein Nachwuchsproblem und eine sehr hohe Übernahmequote aus dem Jugend- in den Aktivenbereich." Hier zählen zu den Aktivitäten Teilnahmen an Landes- und Bundesjugendlagern, das Ablegen der Junghelferabzeichen oder auch die THW-Olympiade. Für die attraktiv gestaltete Homepage konnten die Jugendlichen einen dritten Platz auf Bundesebene erreichen und für die Renovierung ihres Jugendraums bei einem Bundeswettbewerb einen neunten Rang.



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