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Bei den integrativen Freizeiten werden behinderte und nicht behinderte Kinder und Jugendliche von speziell geschulten, ehrenamtlichen Helfern betreut. So werden die Ferienaufenthalte zu unvergesslichen Erlebnissen. Foto: Jahn
Orientierung im Leben, Spiel und Spaß in den Ferien
Von: jw
Katholische Junge Gemeinde Fulda wichtiger Motor der Integration im Landkreis

Fulda. Das Konzept ist einmalig und hat in den vergangenen Jahren bereits Erfolgsgeschichte geschrieben: Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung verbringen gemeinsam einen Teil ihrer Sommerferien, lernen dabei die persönlichen Stärken und Schwächen des anderen kennen und ziehen an einem Strang, wenn es beispielsweise mit dem Rollstuhl an den Strand oder ins Gebirge gehen soll, wo einer alleine keine Chance hätte.


Verantwortlich für die integrativen Freizeiten ist die KjG Fulda (Katholische junge Gemeinde), die im Bistum knapp 1100 Mitglieder verzeichnet. "Uns ist es besonders wichtig, auf den Freizeiten Normalität auszustrahlen und keine besonderen Samthandschuhe zu tragen", betont Matthias Feuerstein, KjG-Referent im Bistum Fulda. Betreut werden die Teilnehmer im Alter von acht bis 16 Jahren von speziell geschulten, ehrenamtlichen Helfern, die Aufenthalte in Kleinsassen, an Nord- und Ostsee oder, wie in diesem Sommer, am Chiemsee zu unvergesslichen Erlebnissen werden lassen. "Es macht unglaublich viel Spaß, an diesem Mikrokosmos teilhaben zu dürfen", so Feuerstein. Allein das sei für die Betreuer Motivation genug. Hinzu kämen die Freude und die Befriedigung, ein gemeinsam erarbeitetes Projekt wachsen zu sehen. Im Laufe der Jahre seien so auch zahlreiche Freundschaften entstanden.Obwohl die KjG ein katholischer Kinder- und Jugendverband ist, sind hier alle willkommen, auch Protestanten oder Atheisten. "Wir leben ein liberales Bild des Glaubens", sagt Feuerstein, die Mitglieder hätten eigene Vorstellungen von Gott und schafften auch eine eigene Form der Spiritualität. "KjG bietet Orientierung, im Leben und Geist Jesu Christi. Wir suchen nach einer zeitgemäßen Nachfolge, die weder vorschreibt noch tabuisiert, sondern Räume zur kritischen Meinungsbildung anbietet", charakterisiert sich der Verband selbst. Ihr Patron ist Thomas Morus, Verfechter eines humanen Miteinanders der Menschen.Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen eine Stimme zu geben, sie aktiv am Tun teilnehmen zu lassen. Deshalb wird das Programm Feuerstein zufolge von vielen mitgestaltet und nicht von oben vorgegeben. Eine ganz entscheidende Rolle spiele auch die Integration sozial Benachteiligter und ganz unterschiedlicher sozialer Schichten.

Neben Ansprechpartnern direkt in den einzelnen Pfarreien gibt es im Bistum vier Regionalleiter und die Diözesanleitung mit vier Ehrenamtlichen. Wahlen finden auf der jährlichen Diözesanversammlung statt. Die KjG-Pfarreien, von denen es im Bistum rund 20 gibt, profitieren zusätzlich von der Arbeit in den einzelnen Gruppen. So erhalten sie beispielsweise ausführliche Informationsmappen, um thematische Gottesdienste zu feiern oder Jugendstunden unterstützend zu begleiten. Jedes Jahr widmet die KjG, die bundesweit seit nunmehr 40 Jahren besteht, einem bestimmten Thema. Ging es 2009 um Demokratie, so dreht sich in den laufenden 365 Tagen alles um "Generation XY" und um Fragen der Geschlechter und der Gerechtigkeit. Ein Zeichen dafür, dass hier die Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Fragen der Gegenwart einen hohen Stellenwert genießt. Die Finanzierung des Jugendverbands erfolgt über Mitgliedsbeiträge, aber auch durch finanzielle Unterstützung seitens des Bistums, der Stadt und des Landkreises. Als großes Ziel für die Zukunft hegt Matthias Feuerstein den Wunsch, alle Freizeiten und Aktivitäten auch für Menschen mit Behinderung anbieten zu können. Derzeit sei die Nachfrage größer als das Angebot. Ein wenig stolz ist der Referent auf die Ausbildung der Gruppenleiter, die schon "sehr lange und sehr zufrieden stellend" durchgeführt werde.

Für die diesjährigen Ferienfreizeiten (20. bis 30. Juli in Kleinsassen, acht bis 13 Jahre; 21. bis 31. Juli, Obing in der Nähe des Chiemsees, 13 bis 16 Jahre) gibt es noch Restplätze. Interessierte können sich bei der KjG Fulda unter Telefon (0661) 87462 oder per E-Mail unter jochen.hamm@bistum-fulda.de melden.



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