Fulda. Dachmarke Rhön, Premiumwanderweg "Der Hochrhöner", Rhönradweg, Internetportal Rhön und virtuelle Rhönkarte – all das sind Projekte der vergangenen zehn Jahre, die allesamt auf Initiativen der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Rhön, kurz ARGE Rhön, zurückgehen.
Im Januar 2000 hatten die fünf Rhönlandkreise Bad Kissingen, Fulda, Rhön-Grabfeld-Kreis, Schmalkalden-Meiningen und Wartburgkreis sowie die drei regionalen Entwicklungsvereine der bayerischen, hessischen und thüringischen Rhön das Gremium gegründet. Auch in den kommenden Jahren wird es wohl alle Hände voll zu tun haben, um die Rhön als gemeinsamen Wirtschafts-, Kultur- und Naturraum weiter zu entwickeln. Noch bis zum Jahresende werden die Geschicke der ARGE Rhön vom Kreishaus in Fulda aus geleitet. Fuldas Landrat Bernd Woide ist amtierender Vorsitzender; Michael Holla vom Fachdienst Wirtschaftsförderung, Standortmarketing, Tourismus und ÖPNV zurzeit der Geschäftsführer. Zum 1. Januar 2011 werden Vorsitz und Geschäftsführung turnusgemäß an den Landkreis Rhön-Grabfeld wechseln. Alle zwei Jahre übernimmt so ein anderer der fünf Rhönlandkreise die Führung innerhalb der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Rhön. "Die ARGE Rhön ist deshalb entstanden, weil Ende der 90er-Jahre vom Bundesbauministerium der Wettbewerb ’Regionen der Zukunft’ ausgeschrieben worden war. Wir als Rhön haben schnell gemerkt, dass wir nur eine Chance haben, erfolgreich zu sein, wenn wir uns als gemeinsame Region präsentieren", blickt Michael Holla zurück. In aller Kürze habe sich eine Arbeitsgruppe zusammengefunden; bestehend aus den fünf Landratsämtern, den drei Verwaltungsstellen des Biosphärenreservats Rhön, den drei regionalen Entwicklungsvereinen sowie dem damaligen Regionalen Zentrum für Wissenschaft, Technik und Kultur (RWZ). Das Ergebnis war ein stolzer erster Platz für die Rhön – "ein tolles Ergebnis, aber auch eine absolute Herausforderung", wie Holla sagt. "Uns ist heute klar, dass die Rhön nur dann eine Chance hat, sich als Gebietskulisse in alle Richtungen zu entwickeln, wenn wir nicht mehr in Ländergrenzen denken, sondern länderübergreifend. Unsere Aufgabe war und ist es, Regionalentwicklung zu betreiben", fasst Michael Holla zusammen.
Sehr stark habe sich die ARGE Rhön dem Thema der touristischen Infrastruktur gewidmet. Als absolutes Aushängeschild sei daraus der Premiumwanderweg "Der Hochrhöner" hervorgegangen, der vom Deutschen Wanderinstitut zertifiziert ist. Auch die Ausweisung des Rhönradweges von Bad Salzungen in Thüringen bis nach Hammelburg in Franken sei ein „Kind“ der ARGE. Die Außendarstellung der Rhön habe erfolgreich über das Internetportal Rhön verbessert werden können. Erst vor kurzem wurde www.rhoen.de im neuen Layout und mit neuen Inhalten vorgestellt. Nun erfülle es eine wirkliche Portalfunktion; alle weiterführenden Themen wie die Dachmarke Rhön, der Rhöntourismus oder der virtuelle Marktplatz Rhön seien mit eigenen Auftritten verlinkt.Innerhalb der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Rhön gibt es heute feste Strukturen. Da ist zum einen der Vorstand, der aus den fünf Landräten und Vorsitzenden der drei Regionalentwicklungsvereine besteht. Hinzu kommt der Arbeitskreis Touristische Infrastruktur. Im Koordinierungsausschuss, der für den Vorstand die Beschlüsse erarbeitet, sind die Landkreise, der Verein Natur- und Lebensraum Rhön (Hessen), der Verein Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön (Bayern), das Rhönforum (Thüringen), die drei Verwaltungsstellen des Biosphärenreservats Rhön sowie die Dachmarke Rhön und der Tourismus vertreten. "Über all die Jahre war eigentlich die Etablierung der Dachmarke Rhön als eine erfolgreiche Regionalmarke das zentrale Thema unserer Arbeit", schaut Holla zurück. Heute sei die Dachmarke auf einem guten Weg, wenngleich sie in den kommenden Jahren darauf hin arbeiten müsse, baldmöglichst selbsttragend – also ohne Zuschüsse der Landkreise – zu existieren.
Um das Mittelgebirge Rhön bundesweit als eine beispielhafte Wanderregion zu etablieren, beschäftigt die ARGE Rhön auch einen Koordinator für das Projekt "Die Rhön – Wanderwelt Nummer 1". Dies ist Thomas Lemke, der unter anderem auch für die Verbindung zwischen ARGE Rhön und Rhönklub sorgt, um das bestehende Wanderwegenetz ständig zu verbessern. Außerdem wird es in diesem Jahr erstmals einen "Rhöner Wandertag", und zwar am 24. und 25. Juli im unterfränkischen Münnerstadt, geben. Auch das geht auf eine Idee der ARGE Rhön zurück. Der "Rhöner Wandertag" soll an die positiven Erfahrungen des 108. Deutschen Wandertages anknüpfen, der 2008 in Fulda und in der gesamten Rhön stattfand. "Die Arbeit am gemeinsamen Projekt Rhön wird uns auch in Zukunft nicht ausgehen", meint der Geschäftsführer der ARGE Rhön. So müsse beispielsweise "Der Hochrhöner" mit weiteren Sitzgruppen ausgestattet werden, um ein einheitliches Gestaltungsbild zu vermitteln. Das betreffe auch das Aufstellen zusätzlicher Schutzhütten. Darüber hinaus plane die ARGE Rhön eine länderübergreifende Beschilderung von relevanten touristischen Zielen. "So wollen wir beispielsweise in Bischofsheim auf das Rote Moor oder in Seiferts auf das Fränkische Freilandmuseum in Fladungen hinweisen", nennt Holla Beispiele. Und eines, betont er, werde immer der Dauerbrenner bleiben: "Nämlich die Entwicklung der ländlichen Ortschaften, um sie als Wohnstandort attraktiv zu halten."
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