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In Schwarzbach werden 38 Grundschüler unterrichtet. Foto: Waldmann
Der Reiz, in einer überschaubaren Gemeinschaft wirken zu können
Von: Bertram Lenz
Grundschule Schwarzbach beschreitet mit Klassenrat innovative Wege / Pelletheizung

Hofbieber-Schwarzbach. Auch in einer (sehr) kleinen Schule kann Großes stecken, können innovative Wege beschritten werden. Bestes Beispiel hierfür ist die Grundschule Schwarzbach, die nicht nur über eine Pelletheizung verfügt, sondern auch auf pädagogischem Gebiet Neues wagt. Beispielsweise durch einen sogenannten Klassenrat, den es zwar erst seit 20. Januar diesen Jahres gibt, mit dem bislang aber bereits gute Erfahrungen gemacht wurden, oder aber durch einen Elternstammtisch.


"Unsere Schule ist die zweitkleinste Grundschule des Landkreises Fulda", erklärt Leiterin Denise Schreiber. "Wir haben derzeit 38 Schüler, während es in der Finkenbergschule Kleinlüder 37 sind." Von diesen 38 Kindern müssen elf mit dem Bus zum Unterricht und wieder nach Hause gebracht werden; das Einzugsgebiet erstreckt sich auf Schwarzbach, Obernüst, Obergruben, Mahlerts, Langenberg, Boxberg und Wallings. Neben Denise Schreiber gibt es in Schwarzbach noch drei "feste" Lehrkräfte, wobei eine Kollegin auch noch nach Hofbieber abgeordnet ist. Hinzu kommen eine Gemeindereferentin für den katholischen Religionsunterricht – und der pensionierte ehemalige Schulleiter Franz Schrehardt, der immer dann einspringt, wenn es personell eng zu werden droht.Den Reiz, für eine solch überschaubare Gemeinschaft wirken zu können, sieht Schulleiterin Schreiber darin, "dass die Kinder sowohl mit- als auch voneinander lernen können und in ihrer Selbstständigkeit gefördert werden".

In Nebenfächern wie Kunst, Musik, Sport oder auch Religion werden die Klassen 1 und 2 sowie 3 und 4 zusammen in altersgemischten Gruppen unterrichtet, in den Hauptfächern teilweise jahrgangsübergreifend. Soziales Handeln, aber auch die Fähigkeit, Gefühle ausdrücken zu können, werden dank des anfangs erwähnten Klassenrats gelernt. "Den haben wir zunächst für die Klassen 3 und 4 eingeführt", betont Schreiber. Kinder können ihre Anliegen, Wünsche, Klagen oder auch Anregungen (mit Namen) auf einen Zettel schreiben und in einen Briefkasten werfen. Während einer Wochenstunde wird darüber abgestimmt, welches Problem besprochen werden soll, wobei alle nach einer einvernehmlichen Lösung suchen – die nach einer gewissen Zeit auch überprüft wird. Die Schulleiterin: "Nicht nur diese Vereinbarung läuft ganz demokratisch ab, sondern es gibt Regeln, an die sich bei der Aussprache alle halten müssen, die wiederum in einem Protokoll skizziert wird." Die 30-Jährige, die ihr Referendariat an der Hünfelder Johann-Adam-Förster-Schule ableistete, erwähnt die guten Kontakte sowohl mit der katholischen Kirchengemeinde Maria vom Berge Karmel als auch mit der politischen Gemeinde. So hat sich Bürgermeister Marcus Schafft während einer Unterrichtsstunde zum Thema Hofbieber den Fragen der Kinder gestellt, und auch im "Blickpunkt Hofbieber" soll über besondere schulische Ereignisse berichtet werden. Eine harmonische Zusammenarbeit gebe es zudem mit den Schulen in Langenbieber, Eckweisbach und Hofaschenbach, deren Sporthalle man mit benutze und gemeinsame Bundesjugendspiele durchführe. Nicht vergessen werden dürfe freilich das Orchester "Original Schwarzbachtaler", das unter seinem Dirigenten Uwe Nenzel beim Schulfest aufspiele. Der Landkreis hat in seiner Eigenschaft als Schulträger dazu beigetragen, dass eine neue Schulküche installiert werden konnte. Unter anderem auch, um das Schwerpunktthema „Schule und Gesundheit“ ernährungsmäßig umsetzen zu können, wobei in diesem Jahr die Problematik "Gesunder Rücken" ansteht. Zudem ist man laut Denise Schreiber dank des guten Einvernehmens mit dem benachbarten Kindergarten bestrebt, den künftigen Erstklässlern den Übergang zu erleichtern, beispielsweise durch gemeinsame Aktionen und einen "Schnuppertag". Auch beim Thema Pelletheizung kommt der Landkreis ins Spiel: Dort ist man verstärkt bemüht, eine regenerative Energieversorgung zu realisieren. In der Schwarzbacher Grundschule wurde vor knapp drei Jahren anstelle einer veralteten Ölheizung aus dem Jahre 1986 eine Pelletheizung eingebaut, die über eine Kesselleistung von 35 kW verfügt. Zudem wurde ein Pufferspeichervolumen von 1500 Liter installiert und das Pelletlager als Sacksilo mit 5000 Kilo Inhalt im ehemaligen Tankraum des Gebäudes errichtet. Geplant und realisiert wurde das Projekt vom Gebäudemanagement des Landkreises Fulda unter Federführung von Stefan Müller. Mit der Anlage will der Landkreis die Schüler auch frühzeitig an die Möglichkeiten von regionalen Wirtschaftskreisläufen und regionalen Energien heranführen.

Bliebe noch der von Denise Schreiber initiierte Elternstammtisch: Damit will die Schulleiterin die Eltern noch stärker in die Entwicklung der Schule einbinden. Schreiber betont, dass "ohne das Engagement der Eltern vieles nicht so möglich wäre". Zwar gebe es keinen Förderverein, doch seien die Eltern mit beteiligt unter anderem an der Betreuung der Schulbücherei, an der Ausgestaltung des Schulfestes (bei dem Geld für Spielgeräte auf dem Pausenhof zusammen kam) oder auch bei Ausflügen. Geplant sind zudem verschiedene AG-Angebote, ein Sponsorenlauf oder auch die Umgestaltung des Schulhofs. Hier erhofft man sich durch eine Fragebogenaktion kreative Ideen.



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