
Handy-Empfang in freier Natur wird heutzutage als selbstverständlich vorausgesetzt. Ob die Funkstrahlen ungefährlich für Mensch, Tier und Pflanze sind, ist jedoch nicht erwiesen. Foto: Alexander Rocha/fotolia

Über mögliche Gefahren, die von Funkstrahlen ausgehen, streiten die Wissenschaftler. Professor Reinhard Kremer ist von einer schädlichen Wirkung überzeugt und fordert "weiße Zonen" in der Rhön.
Rhön (MK). Über mögliche Gefahren, die von Funkstrahlen ausgehen, streiten die Wissenschaftler. Professor Reinhard Kremer ist von einer schädlichen Wirkung überzeugt und fordert „weiße Zonen“ in der Rhön.
Er spricht sich dafür aus, Teilbereiche der Rhön von Funkstrahlung möglichst freizuhalten. Auch die Bamberger Allgemeinmedizinerin Dr. Cornelia Waldmann-Selsam teilt diese Auffassung. Sie befasst sich seit vielen Jahren mit gesundheitlichen Störungen durch Funkstrahlen, heißt es in einer Pressemeldung des Biosphärenreservats Rhön.Die Ärztin verweist auf eine stetig steigende Zahl an Patienten, die empfindlich auf Funkstrahlen reagieren. Symptome seien Gereiztheit, Schlaflosigkeit, Veränderungen der Psyche, Sprachstörungen, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Ohrgeräusche, Sehstörungen, Herzrhythmusstörungen, Herzstolpern und allgemeine Erschöpfungszustände. Neuere Studien belegten an Hand von Tierversuchen steigende Krebserkrankungen.Auch Bäume und Sträucher seien offenkundig betroffen, denn in den Hauptstrahlrichtungen einzelner Sender sei eine starke Häufung an Waldschäden festgestellt worden.Ursächlich sei laut Cornelia Waldmann-Selsamder Ausbau der UMTS-, WLAN- und Digitalfunknetze. Ein besonderes Gefährdungspotential berge der Tetrafunk für Rettungsdienste und Polizei. Bizarr sei die politische Diskussion: Während die Weltgesundheitsorganisation Schäden durch Funkstrahlen als nicht nachweisbar deklariert, empfiehlt der Europarat die Ausweisung von so genannten weißen Zonen.Hiesige Kommunalpolitiker sehen ein solches Vorhaben allerdings eher kritisch, heißt es in der Pressemeldung des Biosphärenreservats. Die junge Generation, Handel und Gewerbe forderten eine flächendeckende Verfügbarkeit von Handyempfang und Internet. Tendenziell sei daher mit einem weiteren Ausbau unterschiedlicher Funktechniken zu rechnen.