
Lang, lang ist es her – der letzte Erste-Hilfe-Kurs. Wie war das nochmal mit stabiler Seitenlage, den fünf W-Fragen und der Wiederbelebung?
FULDA (MK). Lang, lang ist es her – der letzte Erste-Hilfe-Kurs. Wie war das nochmal mit stabiler Seitenlage, den fünf W-Fragen und der Wiederbelebung? Viele wären vermutlich nicht in der Lage, das einmal erworbene nach einigen Jahren wieder hervorzuholen. So wie der Teilnehmer eines Erste-Hilfe-Kurses, der Gesundheitsreporter Martin Werdecker seine Erlebnisse schildert:
Neulich bin ich in eine Situation gekommen, dass ich bei meinem Bekannten Erste Hilfe leisten musste. Nach dieser Ausnahmesituation beschloss ich meine Erste Hilfe Kenntnisse wieder aufzufrischen.An einem Samstagmorgen startete der Lehrgang beim DRK am Neuenberg.
Zunächst erarbeiteten wir uns den Ablauf einer Hilfeleistung. Unsere Ausbilderin unterstrich die Wichtigkeit, dass wir bei jeder Hilfeleistung immer an unseren Eigenschutz denken müssen. Während einem Fallbeispiel wurde mir klar, wie ich als Ersthelfer auf einen Betroffenen wirke. Der Satz unserer Ausbilderin, „trete gegenüber dem Hilfsbedürftigen so auf, wie du es auch erwarten würdest“, hat bei mir gesessen.
Weiter ging es dann mit dem Absichern einer Unfallstelle. Sehr interessant fand ich die Information, dass z.B. in Österreich für jeden Sitz im PKW eine Warnweste in der Fahrgastzelle vorhanden sein muss, auch wenn da niemand sitzt. In Deutschland ist für Privatfahrzeuge die Warnweste noch nicht vorgeschrieben, aber nach dem Kurs habe ich mir im Baumarkt gleich zwei Warnwesten gekauft.
Vor der ersten Pause ging es dann um den Notruf. Neu war mir, dass ich ohne SIM-Karte keinen Notruf mehr absetzen kann. In der Gruppe erarbeiteten wir uns dann die 5 „W-Fragen“m Wo ist es passiert?mWas ist passiert?mWie viele Betroffene gibt es?m Welche Verletzungen liegen vor?und zum Schluss das Wichtigste: nicht auflegen, warten auf Rückfragen.Nach der Pause ging es um die Rettungskette und die lebenswichtigen Funktionen des Menschen. Durch unsere Ausbilderin lernten wir, woran wir eine Bewusstlosigkeit erkennen, welche Gefahren drohen und wie man dann richtig handelt.
Zum Üben durften wir uns dann gegenseitig in die Seitenlage bringen. Ich muss gestehen, ich war ganz schön aufgeregt, als ich an der Reihe war: Ich sprach meinen Kollegen an, schüttelte ihn an den Schultern. Da er nicht auf meine Ansprache reagierte, rief ich wie gezeigt laut um Hilfe. Nun überstreckte ich seinen Kopf und überprüfte seine Atmung. Da er atmete, drehte ich ihn in die Seitenlage. Unsere Ausbilderin lobte mich. Das war ein tolles Gefühl. So einfach ist es also, einem Menschen das Leben zu retten.
Als nächstes Thema stand die Wiederbelebung auf dem Plan. Wir erlernten schrittweise die komplexen Maßnahmen. Ich erinnerte mich an meinen letzten EH Kurs vor ungefähr 15 Jahren. Damals mussten wir auch an einer Puppe üben. Nachdem wir den Ablauf verstanden hatten, kamen wir dran. Jeder Teilnehmer bekam ein eigenes Gesichtsteil, das wir vor der Übung auf die Puppe montierten. Ich fand die Wiederbelebung sehr anstrengend, denn es war gar nicht so einfach, Mund und Nase so abzudichten, dass keine Luft entweicht. Nach ein wenig Übung klappte es dann aber prima.
Nach einer weiteren kurzen Pause erarbeiteten wir uns noch die Maßnahmen bei Atemproblemen wie Asthmaanfall, Insektenstich im Rachenraum und durch Verschlucken. Zum Schluss ging es weiter mit den Notfällen Schlaganfall und Herzinfarkt.Am zweiten Tag sollte es, wie unsere Ausbilderin erzählte um die „blutigen Themen“ gehen. Sie erzählte uns, was bei der Blutspende passiert. Weiter erfuhren wir welche Grundsätze der Ersthelfer bei der Wundversorgung beachten muss. Spaß hatten wir, als wir in vier Gruppen Verbände für verschiedene Verletzungen ausprobieren sollten.
Nachdem alle Verbände besprochen waren, ging es mit den Maßnahmen beim Nasenbluten weiter. Da eine stark blutende Wunde gefährlich ist, übten wir alle den Druckverband. An diesem Tag lernten wir noch die Versorgung von Amputationsverletzungen, Verbrennungen, Verbrühungen, Verätzungen und die Maßnahmen beim Schock. Die Helmabnahme beim bewusstlosen Motorradfahrer konnten wir an unseren Nachbarn ausprobieren.Auch der zweite Tag verging wie im Flug und nach diesem Kurs fühle ich mich total sicher in Erster Hilfe.www.drk-fulda.de