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Masern

Experten warnen vor einer Zunahme der Masernerkrankungen – konsequentes Impfen kann davor schützen. Foto: Bodo Marks / mag

Die Risiken der Impfung sind verglichen mit möglichen Komplikationen gering

Masern nicht verharmlosen

Die Masern sind nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation auf dem Vormarsch.

Bonn (mag). Die Masern sind nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation auf dem Vormarsch.


Die Zahl der Erkrankungen sei in Westeuropa massiv gestiegen. Besonders häufig betroffen sind laut Statistik Erwachsene über 20 Jahren und Kinder unter 5 Jahren.Schützen kann eine Impfung – doch Impfgegner halten diese für gefährlicher als eine natürliche Infektion.

 

Bei sogenannten Masernpartys möchten von Zeit zu Zeit manche Impfgegner ihre gesunden Kinder „kontrolliert“ bei kranken Kindern infizieren und so eine lebenslange Immunität sichern.Sie halten in Internetforen Masern für eine „harmlose Kinderkrankheit“ und sehen in einer „natürlich herbeigeführten Infektion“ Vorteile gegenüber der Impfung. Nach Einschätzung von Ärzten dagegen ist eine Masernerkrankung deutlich riskanter als die Masernimpfung.

 

„Ich kann es überhaupt nicht nachvollziehen, dass eine Mutter ihrem Kind freiwillig die Masern wünscht“, sagt die Kinderärztin Katja Schneider aus Bonn.Masern seien eine äußerst schwerwiegende Erkrankung, die unwiderrufliche Schäden hervorrufen und in Einzelfällen sogar tödlich verlaufen könne. Zu den häufigsten Komplikationen zählen Mittelohr- und Lungenentzündungen.Masernviren werden durch Tröpfchen übertragen. Gewöhnlich dauert es zehn bis 14 Tage, bis die Krankheit ausbricht. Die ersten Anzeichen wirken oft harmlos: Schnupfen, Husten, Fieber oder eine Bindehautentzündung.

 

Doch dann, nach einigen Tagen, entsteht der typische Hautausschlag mit bräunlich-rosafarbenen Flecken sowie weißen Flecken auf der Mundschleimhaut: Spätestens jetzt wird es klar – die Patientin oder der Patient hat Masern.Besonders warnen Mediziner vor der akuten postinfektiösen Gehirnentzündung (Enzephalitis), zu der es nach Beobachtungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in etwa 0,1 Prozent der Krankheitsfälle kommt. Sie tritt etwa vier bis sieben Tage nach Auftreten des Ausschlags mit Kopfschmerzen, Fieber und Bewusstseinsstörungen bis zum Koma auf.Vergleichsweise geringe ImpfrisikenBei etwa 10 bis 20 Prozent der Betroffenen endet sie tödlich. Sie kommt in immerhin 1 von 1000 bis 5000 Fällen vor. Das Risiko von gefährlichen Nebenwirkungen einer Impfung sieht Schneider im Vergleich zu den Risiken einer Erkrankung als gering an.Die Ärztin rät dringend zu einer Masernimpfung. Es gebe nur ganz wenige Ausnahmen, in denen Zurückhaltung angebracht sein könnte.In Zweifelsfällen sollten Eltern sich stets vom behandelnden Kinderarzt beraten lassen.

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